Klebstoff Wie den passenden Klebstoff für jede Anwendung finden?

Autor Juliana Pfeiffer

Allein in Deutschland gibt es tausende Klebstoffe dutzender Hersteller. Jede neue Rezeptur macht es für den Anwender um so schwerer, den passenden Klebstoff für seine Anwendung herauszufiltern. Bei der Suche nach dem passenden Klebstoff unterstützt das Beratungsteam der Ruderer Klebetechnik.

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So unterschiedlich die Anwendungsgebiete und zu verklebenden Materialien, so unterschiedlich die verschiedenen Klebstoff-Technologien.
So unterschiedlich die Anwendungsgebiete und zu verklebenden Materialien, so unterschiedlich die verschiedenen Klebstoff-Technologien.
(Bild: Ruderer)

Die Klebtechnik hat sich zu einer Spitzentechnologie entwickelt. Insbesondere im Leichtbau in der Automobil- und Flugzeugindustrie wachsen die Anforderungen an hochdynamisch belastbare Spezialklebstoffe. Grund ist die zunehmende Vielfalt an Werkstoffen und Verbundsystemen. Jede neue Rezeptur macht es für den Anwender noch einmal schwerer, den passenden Klebstoff aus der riesigen Angebotsmenge herauszufiltern. Allein in Deutschland gibt es tausende Klebstoffe dutzender Hersteller. Die Auswahl des richtigen Klebstoffs erfordert daher Zeit, Klebstoff-Know-how und vor allem Branchenkenntnis.

Auswahl des Klebstoffs ist einzigartig

Doch wie findet man den richtigen Klebstoff für die jeweilige Anwendung? Die Wahl des richtigen Klebstoffs für eine Anwendung ist immer abhängig von der Anwendung selbst, den verwendeten Materialien, den zu erwartenden Belastungen und der Verarbeitungsmöglichkeit. „Da jede Anwendung individuell ist, ist die Auswahl des Klebstoffs ebenso einzigartig“, betont Jens Ruderer, Geschäftsführer der Ruderer Klebetechnik GmbH. Seit 35 Jahren setzt sich das Unternehmen mit den Fragen rund um den richtigen Klebstoff auseinander. Das Sortiment des Unternehmens deckt nahezu alle Klebstoffarten ab: Kontakt-, Schmelz- und Reaktionsklebstoffe, anlösende und spritzfähige Klebstoffe, Klebe- und Dichtmassen, Dispersionen sowie Cyanacrylate. Dabei finden sich sich Hightech-Premium-Kleb- und Dichtstoffe aller namhafter Hersteller wie Araldite, H.B. Fuller, Sika, Panacol, Kömmerling, Otto-Chemie, Weiss-Chemie, Loctite, Teroson und Lord im Produktportfolio von Ruderer.

Aus dieser Vielfalt an Klebstoffen den passenden herauszufiltern, ist für den Nicht-Fachmann aufwendig und zeitintensiv. Mit einer herstellerunabhängigen Beratung wollen die Experten bei Ruderer stets die optimale Klebstoff-Lösung für anspruchsvolle industrielle Anwendungen finden.

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In drei Schritten zum passenden Klebstoff

Als Erstes sollte bei der Auswahl des passenden Klebstoffs geklärt werden, welche Materialien geklebt werden sollen und wie die Klebung in der Konstruktion geplant ist. „Denn nicht nur die Klebefläche ist wichtig, sondern auch die dicke der Klebefuge. Das entscheidet über die Technologie des Klebstoffs“, betont der Geschäftsführer.

An zweiter Stelle wird geklärt, welche Anwendung geklebt werden soll. Hierbei erhalten die Experten meist schon einen guten Hinweis darauf, welchen Belastungen die Klebung später ausgesetzt wird. Belastungen können u.a. sein:

  • die auftretende Kraft
  • Vibrationen
  • hohe oder tiefe Temperaturen, bzw. schnelle Temperaturwechsel
  • Feuchtigkeit
  • direkter Wasserkontakt
  • Kontakt zu Chemikalien

An dritter und letzter Stelle sollte noch geklärt werden, wie der Kleber aufgetragen werden soll oder kann. Denn der beste Klebstoff wird nicht funktionieren, wenn er nicht prozesssicher auf das Substrat appliziert werden kann. „Wir legen bei der Klebstoffberatung großen Wert auf eine Hersteller-Unabhängigkeit. Durch die Hersteller unabhängige Beratung ist es möglich dem Kunden den für seine Anwendung am besten passenden Klebstoff vorzuschlagen“, sagt Ruderer.

Der Klebstoff muss zur Anwendung passen

Doch welche Eigenschaften muss der richtige Klebstoff haben? Die Eigenschaften des richtigen Klebstoffs sind abhängig von der Anwendung und den zu erwartenden Belastungen. „Kurz gesagt, der Klebstoff muss zur Anwendung passen“, fasst Ruderer zusammen. Wenn beispielsweise eine LKW-Plane geklebt wird, ist es wichtig, dass der Klebstoff sehr flexibel ist. Zudem muss der Klebstoff witterungsbeständig sein und Temperaturwechsel vertragen. „Häufig werden hierfür Kontaktklebstoffe auf Basis Polyurethan (PUR) verwendet, wie der Technicoll Weich-PVC/Plastikkleber“, erklärt der Experte. Dieser Kleber härtet sehr flexibel aus und hat trotzdem eine hohe Klebkraft. Um die Beständigkeit zu erhöhen ist es meist sinnvoll einen Vernetzer zum Kleber hinzuzugeben. Dadurch wir die Temperaturbeständigkeit und die Beständigkeit gegen Wasser und UV-Strahlung deutlich verbessert. Eine LKW-Folie ist üblicher Weise aus Weich-PVC. Die darin enthaltenen Weichmacher sind wichtig für die Eigenschaft der Folie aber können die Klebung unterwandern und lösen. In diesem Fall ist die Zugabe des Vernetzers unbedingt notwendig. Nur dadurch ist eine dauerhafte Verklebung gegeben.

Was bedeutet anspruchsvolles Fügen?

Bei einer Anwendung, in der harte Materialien wie Metalle miteinander verklebt werden, ist ein Klebstoff notwendig, der ebenfalls hart ist und hohe Kräfte übertragen kann. „Wie beispielsweise der Technicoll Metallkleber, der sich optimal für das Kleben von Metallen untereinander eignet“, führt Ruderer auf. Dieser 2-Komponenten Klebstoff härtet definiert aus und kann je nach Gestaltung der Klebefuge ein Schweißen oder Nieten ersetzen, so der Experte weiter. Auch hier ist darauf zu achten, dass die Flexibilität des ausgehärteten Klebstoffs, sowie die Ausdehnungseigenschaften des Klebstoffs, denen der geklebten Teile entsprechen.

Doch was heißt anspruchsvolles Fügen in Industrie und Handwerk? „Anspruchsvolles Fügen bedeutet für uns, dass prozesssicher geklebt wird und der Klebstoff als Fügeverfahren in der Herstellung verwendet wird und nicht zur Reparatur“, erklärt Ruderer. So können Klebstoffe nur dann gute Festigkeiten und Eigenschaften erzielen, wenn der richtige Klebstoff für die Anwendung verwendet wird. Entscheidend ist zudem, dass der Kleber auch korrekt verarbeitet werden muss. „Denn der häufigste Grund für eine Fehlklebung ist der Anwender. Für uns ist es wichtig, dass sich der Anwender die Zeit nimmt mit unserer Unterstützung den passenden Klebstoff zu finden und den Klebeprozess zu entwickeln“, betont Ruderer.

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Hinweise zur Gestaltung der Klebefuge

Bei der Ruderer Klebetechnik werden die Kunden bereits ab dem ersten Schritt unterstützt. „Falls möglich stehen wir gerne schon bei der Auswahl des zu klebenden Materials beratend zur Seite“, erklärt der Geschäftsführer. Denn oft sei das günstigste Material schlecht zu kleben und zieht dann Folgekosten nach, wie eine aufwendige Vorbehandlung der Klebestelle oder ein Primer-Auftrag.

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Zudem geben die Beratungsexperten bei Ruderer Hinweise auf die Gestaltung der Klebefuge. Denn Fläche und Höhe der Klebefuge sind ausschlaggebend über die Kräfte und Belastungen, die der Klebstoff aufnehmen kann, so der Experte. Wenn diese Punkte geklärt sind, folgt ein Klebstoffvorschlag. „Je nach Anwendung und Bauteil führen wir in unserem Labor Vortests durch, um die Theorie mit Praxiswerten zu untermauern“, erklärt Ruderer. Diese Klebstofftests müssen anschließend beim Kunden durchgeführt werden. Denn nur unter Praxisbedingungen lasse sich anhand von Eignungstest der Klebprozess simulieren. Letztendlich entwickelt Ruderer Klebtechnik in enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden eine Klebeanweisung, damit ein prozesssicheres Kleben möglich ist. „Denn nur so können wir unserer Philosophie, dem Kunden den optimalen Klebstoff für dessen Anwendung zu liefern, gerecht werden“, betont Ruderer.

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