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Blechnet trifft ... ... auf ein Mahnmal: „The Wave“ erinnert an die Flut von 1916

| Autor: M.A. Frauke Finus

An der Küste des Dorfs Marken in der niederländischen Gemeinde Waterland befindet sich seit letztem Jahr ein optisches Highlight. „The Wave“ erinnert an die große Flut im Jahr 1916 – als Sinnbild für die Verschmelzung von Geschichte und Kunst.

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Seit Anfang 2016, zum 100. Jahrestag der Flut, gibt es an der Küste von Marken ein Denkmal, dass an die Ereignisse von 1916 erinnern soll. „The Wave“ ist ein Schaffenswerk der Künstlerin Linda Verkaaik aus Nijkerk.
Seit Anfang 2016, zum 100. Jahrestag der Flut, gibt es an der Küste von Marken ein Denkmal, dass an die Ereignisse von 1916 erinnern soll. „The Wave“ ist ein Schaffenswerk der Künstlerin Linda Verkaaik aus Nijkerk.
(Bild: Linda Verkaaik)

Besonders in Nordrhein-Westfalen kennt man es von klein auf – die langen Wochenenden im Mai geht es ab an die Küste der Niederlande. Und die ist gespickt von natürlichen Dünen und künstlichen Deichen und anderen Maßnahmen, um die Küstenlinie vor Landabtragung und die Bewohner vor Überschwemmungen zu schützen. Zwei Drittel des Landes liegen unterhalb des Meeresspiegels – der Sand an der Küste ist also immens wichtig, sonst würde das Land bei Überflutungen einfach voll laufen.

So sind bei der Sturmflut von 1953, als in den Niederlanden 89 Deiche gebrochen sind, mehr als 1800 Menschen gestorben. Auch die Flut von 1916, die fast ausschließlich die nördlichen Niederlande um die Zuiderzee betroffen hat, hat viel Schaden angerichtet. So wurde beispielsweise der Waterland’sche Meerdeich, der südwestlich der ehemaligen Insel Marken lag, auf einer Strecke von 1,5 km weggespült. Das Unglück verursachte vor allem Sachschäden, aber auf der Insel Marken kostete die Flut auch 16 Menschenleben. Aufgrund der Flut von 1916 wurde die Entscheidung Zuiderzee abzuschließen, die schon länger diskutiert wurde, schneller gefällt. Am 13. Juni 1918 wurde der Gesetzesentwurf, die Zuiderzee trocken zu legen, angenommen. Damit war die Flut der ausschlaggebende Anlass für das bis dahin größte Wasserschutzprogramm in der Geschichte der Niederlande. Ein ganzes Meer wurde eingedämmt und neues Land aus dem Wasser gewonnen. Übrigens ist Marken heute eine Halbinsel, den sie ist seit 1957 über einen Deich mit dem Festland verbunden.

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Feuerverzinkung sorgt für Langlebigkeit des Kunstwerks

Seit Anfang 2016, zum 100. Jahrestag der Flut, gibt es an der Küste von Marken ein Denkmal, dass an die Ereignisse von 1916 erinnern soll. „The Wave“ ist ein Schaffenswerk der Künstlerin Linda Verkaaik aus Nijkerk. Primär aus Stahl und Plexiglas gefertigt, soll das Kunstwerk Geschichte und Kunst verschmelzen lassen. Zur Realisierung der Pläne von Künstlerin Verkaaik war neben Ingenieuren, Statikern, Bauunternehmen und Beleuchtern auch ein Oberflächenveredler mit im Team, der die Langlebigkeit des Werks garantiert.

Der Auftrag wurde an The Coatinc Company vergeben. Das Werk in Alblasserdam (NL) veredelte über mehrere Monate hinweg die insgesamt 2 t Stahl unterschiedlichster Größen. Die Feuerverzinkung wurde in diesem Fall gewählt, weil ungeschützter Stahl am Meer besonders viele Angriffsflächen für Salz und Wasser bietet. Nachdem die Materialien geplant, erstellt und verzinkt worden waren, konnte der Aufbau am Pier beginnen. Unter ungemütlichen Witterungsbedingungen wurden zuerst die bis zu 8 m langen Eisen und Masten befestigt. Anschließend wurden die Segel, die nachts leuchten, angebracht.

Das Mahnmal soll neben der Flut und den Opfern auch an die Unkontrollierbarkeit der Natur erinnern.

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Über den Autor

M.A. Frauke Finus

M.A. Frauke Finus

Leitende Redakteurin, Redaktion @blechnet.com