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Andritz Kaiser / Jebens

156-t-Pressentisch aus einer Hand

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Ob Motorkomponenten für elektrische Zahnbürsten, Schnallen für Gesundheitssandalen oder Bauteile für hochwertige Fahrradschaltungen: Die Stanz- und Umformautomaten von Andritz Kaiser erfüllen Teiletoleranzen von 0,01 mm – ein Sechstelhaaresdurchmesser –jahrzehntelang. Ausbringmengen von 600 Kühlerlamellen aus 0,1 mm dickem Aluminiumblech, 135 Gurtaufrollern, 35 Gehäusen für Kühlschrankkompressoren oder 50 Beschlägen aus hochfestem Stahl sind dabei typische Minutenleistungen dieser Anlagen.

Koloss perfekt im Griff

Mit einer Presskraft von 16.000 kN, vier Pleueln, Rädervorgelege, vier Servomotoren sowie einem fast acht Meter langen Tisch zählt die KSTU 4Q 16.000–60–11S–R–SE zu der größten geschweißten Baugröße, die Andritz Kaiser fertigt. Einsatz findet sie bei Voestalpine Stamptec zur Fertigung von Strukturteilen für die neue A-Klasse von Mercedes-Benz. Die dafür erforderlichen Werkzeuge sind bis zu 6 m lang und die Presse ist sowohl für den Folgeverbund- als auch für den Transfer-Betrieb ausgelegt.

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Ähnliche Maschinen von Andritz Kaiser hat die Daimler AG bereits in zwei ihrer Presswerke mit rekordverdächtigen 30.000 Hüben pro Tag im Einsatz. Bis der neue Stanz- und Umformautomat für Voestalpine Stamptec einsatzbereit war, wurde im Auftrag von Andritz Kaiser wortwörtlich viel bewegt: Das Gesamtgewicht der Presse beträgt über 450 t, die in mehreren Teilen per Schwertransport zum Kunden geliefert, dort von dem Anlagenbauer montiert und in Betrieb genommen wurden. Dabei war der Pressentisch mit 156 t Stückgewicht der gewichtsmäßig größte Brocken. Das Kopfteil brachte „nur“ 100 t auf die Waage, jeder der 8 m langen Zuganker mit 220 mm Durchmesser rund 3,5 t.

„So mancher Wettbewerber hätte den Tisch mindestens 30 t leichter gebaut“, lacht Joachim Bolz, Geschäftsführer von Andritz Kaiser. Doch mangelnde Stabilität im Tisch birgt die Gefahr, dass der Stößel anfängt zu „atmen“ – und damit sowohl Werkzeug als auch die Qualität der Stanzteile beeinträchtigt werden. Um das zu verhindern, setzt sein Unternehmen auch bei diesem Tisch auf höchste Stabilität durch Bauteilhöhe und eine Vielzahl an Rippen, die bei Jebens in das Gestell geschweißt wurden. Neben der geforderten Steifigkeit der Teile ist für den Konstrukteur die größte Herausforderung, dass diese riesigen Komponenten auf der Baustelle mit weniger als einem Zehntelmillimeter Toleranz aufeinander passen müssen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Zulieferer wie Jebens: Bei dem Pressentisch galt es für den Schweißexperten aus Korntal-Münchingen, Toleranzen von 0,04 bis 0,05 mm einzuhalten.

XXL- Glühofen machen die Komplettbearbeitung möglich

Schon viele Jahre beliefert Jebens Andritz Kaiser mit Grobblechen und Brennteilen. Erstmals betraute der Pressenbauer jetzt jedoch den Spezialisten für Maßarbeit in Stahl mit Fertigung, Bearbeitung und umfassender Vormontage. Ausschlaggebend hierfür waren die im Vorjahr bei Jebens deutlich erweiterten Fertigungsmöglichkeiten durch die Eröffnung des Zweigwerks in Nördlingen. Zwei Schweißroboter, mehrere Schweißfachingenieure und ein XXL- Glühofen machen die Komplettbearbeitung von so extremen Formaten möglich. Mit 3.620 mm Höhe, 4.950 mm Länge und 7.950 mm Breite war der Pressentisch dennoch eine echte Herausforderung für Jebens. Exakt nach Kundenvorgabe wurden die Schweißkomponenten mit 146 t Stückgewicht schweißtechnisch hergestellt. In dem 15 m langen, 5,8 m breiten und 3,8 m hohen Glühofen erhielten sie die erforderliche Wärmebehandlung. Die mechanische Bearbeitung sowie die Endlackierung nach Kundenvorgabe erfolgten unter Regie von Jebens bei einem Partnerunternehmen – ebenso wie die anschließende hydraulische und elektrische Vormontage von Hauptkomponenten wie Ziehkissen und deren kompletter Antrieb.

Die Organisation der erforderlichen Sondertransporte für Anlieferung und Abholung beim externen Bearbeitungspartner sowie des abschließenden Transports zu voestalpine Stamptec übernahm Jebens ebenfalls. Joachim Bolz ist voll des Lobs für dieses maßgeschneiderte Management der komplexen Anforderungen und die reibungslose Steuerung der Bearbeitungskette. „Wir sind sehr zufrieden mit der gesamten Durchführung bei Jebens“, lautet sein Fazit. Stefan Kaiser, ebenfalls Geschäftsführer bei Andritz Kaiser und Enkel des Gründers, ergänzt: „Jebens hat sich unter vier, fünf anderen Bewerbern durch die Mischung aus Nähe und Kompetenz durchgesetzt. Er war nicht der billigste, aber mit Blick auf das Gesamtpaket der seinen Preis werteste Anbieter.“ Entscheidend für diese Bewertung ist auch für ihn das „sehr gute Projektmanagement von Jebens, das durch offene, gute Kommunikation, sehr gute Lieferantenauswahl und erstklassige Umsetzung geprägt war.“

Aber auch mit der fachlichen Kompetenz überzeugte Jebens den Pressenbauer auf der ganzen Linie. „Jebens hat einen sehr guten Qualitätsmanager und einen Schweißfachingenieur, der uns bei der Erstellung der Schweißkomponenten sehr kompetent beraten hat“, ergänzt Joachim Bolz. Da der Bau von Pressen in dieser Dimension auch bei Andriitz Kaiser nicht zum Tagesgeschäft gehört, war ein kontinuierlicher Austausch zwischen Konstruktion und Fertigung unverzichtbar. Beide Geschäftsführer loben den guten, offenen Dialog mit Jebens. Entsprechend positiv fällt das Fazit von Joachim Bolz zu Fertigung, Vormontage und Abwicklung durch den Spezialisten für komplexe Schweißkonstruktionen im Großformat aus: „Das haben sie wirklich sehr gut gemacht!“

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