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Umformwerkzeugbau

Allgaier investiert in Tryout-Presse für hoch- und ultrahochfesten Stahl

| Autor/ Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Mit neuen hoch- und höchstfesten Stahlwerkstoffen verändern sich auch die Umformprozesse. Während die einen auf Warmumformung schwören, wollen andere dies auch mit Kaltumformung erreichen. Gleiches gilt für die Simulation von Umformprozessen. Einer der großen Automobilzulieferer, die Allgaier Automotive GmbH, setzt auf Kaltumformung und Tryout statt Simulation und hat dafür in eine Presse investiert.

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Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Allgaier blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir sind mit der neuen Tryout-Presse im Werkzeugbau und für die neuen Stahlwerkstoffe bestens aufgestellt.“ Bild: Kuhn
Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Allgaier blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir sind mit der neuen Tryout-Presse im Werkzeugbau und für die neuen Stahlwerkstoffe bestens aufgestellt.“ Bild: Kuhn
( Archiv: Vogel Business Media )

Etwa 60, 70 Besucher, meist in dunklen Anzügen, scharen sich um ein paar Pressen und großen Blechteilen. Sie schauen neugierig, diskutieren und gestikulieren. Überwiegend sind es Vertreter der bekannten deutschen Automobilhersteller. Ja, heute gibt es mal wieder was Besonderes zu bestaunen.

Bilder von der neuen Tryout-Presse

Bilder von der neuen Tryout-Presse

Ort des Geschehens ist der Werkzeugbau des Automobilzulieferers Allgaier Automotive GmbH im schwäbischen Uhingen. Der Werkzeugbauer und Automobilzulieferer hat sich eine nagelneue Tryout-Presse, Fabrikat Loire Safe, gegönnt. Der 30000-kN-Koloss bietet beste Voraussetzungen für den Bau und die Erprobung – das so genannte Tryout – großdimensionierter Umformwerkzeuge mit Stückgewichten von bis zu 60 t und Abmessungen von 5000 × 2500 mm, wie sie für die Automobil-Karosseriefertigung benötigt werden.

„Damit“, so Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Allgaier-Geschäftsführung, „reagieren wir insbesondere auf die Anforderungen der Automobilindustrie, also unserer Kunden, die von ihren Zulieferern große Karosseriewerkzeuge, sowie Werkzeuge für hoch- und höherfeste Stahlwerkstoffe verlangt.“ Zuvor begrüßte Aßfalg die Allgaier-Gäste.

Allgaier setzt auf Kaltumformung

Dabei wurde auch die Philosophie des Presswerkers deutlich, die unmissverständlich die Kaltumformung sowie das Tryout zum Inhalt hat. „Anderer schwören auf die Warmumformung – ich bin sicher, wir schaffen die neuen Stahlwerkstoffe auch kalt und andere simulieren und wir machen es eben mit dem Tryout“, konstatiert Aßfalg.

Die neue Presse, bei Allgaier „Mega“-Tryout-Presse genannt, verfügt über die neueste Technik und gilt sowohl deutschland- wie auch europaweit als eine der größten Pressen, die zur Einarbeitung von Werkzeugen eingesetzt werden. Anlässlich einer Feierstunde mit Kunden und Geschäftspartnern wurde die 30000-kN-Tryout-Presse offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Hoch- und ultrahochfester Stahl fordert Umformung heraus

Anlass für die Investition sind die neuen hoch- und ultrahochfesten Stahlwerkstoffe, die in modernen Fahrzeugen für ein geringeres Gewicht bei gleichzeitig höherer Festigkeit sorgen. Die Bearbeitung von so genannten Strukturteilen aus diesen Stahlwerkstoffen auf Umformpressen ist anspruchsvoll und fordert sowohl Wissen wie auch viel Gefühl der Presswerker.

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