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Werkzeug- und Formenbau

Automatisierte Drahterodieranlage für präzise Werkzeugeinsätze

| Autor/ Redakteur: Anja-Maria Hastenrath / Peter Königsreuther

Die Drahterodiermaschine Agiecharmilles CUT 3000 S mit automatischem Drahtwechsler und Automatisierung durch den System 3R-Workpal erweitert nun die Möglichkeiten beim Thüringer Werkzeugbauer Ruhla in Seebach.

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GF Machining Solutions hat schon vor 10 Jahren eine Zelle fürs Graphittrockenfräsen, Senkerodieren und 3D-Vermessen mit einer Linearautomation an Werkzeugbau Ruhla geliefert, heißt es (Hier wird eine Graphitelektrode trocken gefräst). Jetzt ergänzt eine Drahterodiermaschine den Maschinenpark der Thüringer Spezialisten für Multikavitätenwerkzeuge in Heißkanalausführung.
GF Machining Solutions hat schon vor 10 Jahren eine Zelle fürs Graphittrockenfräsen, Senkerodieren und 3D-Vermessen mit einer Linearautomation an Werkzeugbau Ruhla geliefert, heißt es (Hier wird eine Graphitelektrode trocken gefräst). Jetzt ergänzt eine Drahterodiermaschine den Maschinenpark der Thüringer Spezialisten für Multikavitätenwerkzeuge in Heißkanalausführung.
( Bild: GF Machining )

Das Unternehmen Werkzeugbau Ruhla GmbH fertigt und repariert seit 1992 in Seebach Multikavitätenwerkzeuge in Vollheißkanalausführung. „Unser besonderes Highlight ist das 96-fach-Blutlanzettenwerkzeug mit modularen Einsätzen, dass wir mit der automatisierten Drahterodiermaschine Agiecharmilles CUT 3000 S herstellen“, erklärt Udo Köllner, Geschäftsführer von Ruhla. Blutlanzetten werden in der Medizin dazu verwendet, schnell eine kapillare Blutprobe zu gewinnen. „Dabei wird die Wiederholgenauigkeit der CUT 3000 voll ausgenutzt.“ Warum das so ist, wird schnell klar: Modulare Multikavitätenwerkzeuge haben mehrere Einsätze. Jeder Einsatz bildet dabei zusammen mit seinem Gegenstück die Kavität für ein oder mehrere fertige Bauteile.

Mikrometergenau mit Draht erodieren

Diese Einsätze können einzeln ausgetauscht werden, um beispielsweise die Wartung zu erleichtern. Werkzeuge von Ruhla überzeugen nicht nur durch kurze Zykluszeiten von 10 bis 12 s, sondern sie sind auch seit über 10 Mio. Zyklen im Einsatz. Darüber hinaus sind Artikel in der Medizintechnik oft zeitlos und bleiben über viele Jahre baugleich. Und genau darin liegt die Herausforderung: Die Werkzeugeinsätze müssen nicht nur in einem kleinen Toleranzfeld liegen – bei 8 Blutlanzetten pro Einsatz also über 12 Einsätze betrachtet – sondern dieses Toleranzfeld muss auch noch über lange Zeit gehalten werden. Denn wenn Jahre nach der Auslieferung eines Werkzeugs ein Einsatz gegen einen neuen getauscht wird, muss auch er zu den bestehenden passen. Gerade für die Genauigkeit der Drahterosion und die Qualitätssicherung ergeben sich daraus neue Herausforderungen. Mit einer Wiederholgenauigkeit von ± 2 μm entspricht die Drahterodiermaschine Agiecharmilles CUT 3000 S dieser Anforderung problemlos.

Automationssystem halten Produktion in Fluss

Ein Vorreiter zu sein, das hat bei Ruhla Tradition. Schon zu DDR-Zeiten waren die ersten CNC-Maschinen im Einsatz. 2008 wurde dann durch GF Machining Solutions eine Zelle mit Graphittrockenfräsen, Senkerodieren und 3D-Vermessen eingeführt, vollständig mit einer Linearautomation. Da lag es nahe, auch für die Drahterosion eine automatisierte Lösung einzuführen. Mit dem Palettenwechsler Workpal von System 3R eignet sie sich ideal für die Produktion von modularen Multikavitätenwerkzeugen: Bestellen Kunden beispielsweise zusätzlich zu einem Werkzeug mit allein 12 Einsätzen gleich noch weitere Ersatzeinsätze, so ist die Automation für das sukzessive Abarbeiten dieser Vielzahl von identischen Teilen bestens geeignet. Die Anlage kann auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten produktiv laufen und verfügt außerdem über rconnect, eine neue Digitalisierungsplattform von GF Machining Solutions. Sie lässt sich zur Diagnose über Fernwartung nutzen und versendet mittels der Funktion Messenger im Falle einer Störung eine Mitteilung an einen Mitarbeiter von Ruhla. „Durch die Automation kann ich das komplette Wochenende nutzen. Ein Mitarbeiter bekommt im Störfall eine SMS aufs Handy und kann dann entscheiden, was zu tun ist“, erläutert Köllner.

Doch nicht nur das effiziente Abarbeiten von Aufträgen ist für ihn dabei wichtig. „Der Vorteil der Automatisierung ist, dass man Prozesse unterbrechen kann. Wir können so ein Ersatzteil vorrangig in die laufende Produktion einschleusen“, ergänzt er. Diese Ersatzteile sind für Spritzgusshersteller besonders wichtig. Denn auch ein kurzer Stillstand ihrer Anlagen ist für sie finanziell meist nicht vertretbar. Um diesen Anforderungen noch besser zu entsprechen, sind bei Ruhla zusätzlich zwei Laserschweißanlagen vorhanden. Auf Reparaturanforderungen per Laserauftragschweißven kann so besonders schnell reagiert werden.

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