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AP&T / Aesculap

Automatisierte Herstellung medizintechnischer Produkte

| Autor/ Redakteur: Katharina Scheele / Frauke Finus

AP&T hat die Gesamtverantwortung für Aesculaps neue Produktionsanlage übernommen: Herausforderungen wie diese sind fester Bestandteil im Alltag von AP&T, aber manchmal fallen die Aufgaben noch komplexer als normal aus. Der neueste Auftrag der Aesculap AG in Tuttlingen in Süddeutschland fällt zweifellos in diese Kategorie.

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AP&T hat eine vollautomatische und integrierte Produktionsanlage für Aesculap zur Herstellung von Sterilbehältern für chirurgische Instrumente und sonstige Operationsgeräte entwickelt.
AP&T hat eine vollautomatische und integrierte Produktionsanlage für Aesculap zur Herstellung von Sterilbehältern für chirurgische Instrumente und sonstige Operationsgeräte entwickelt.
(Bild: AP&T)

Aesculap bietet als Premiumlösungsanbieter ganzheitliche Produkt- und Dienstleistungen für alle chirurgischen Kernprozesse aus einer Hand: Von der Öffnung, über den Eingriff, bis hin zum Wundverschluss und der Sterilgutaufbereitung. Jetzt war das Unternehmen auf der Suche nach einem Kooperationspartner für den Bau einer automatischen Pressenlinie. Damit sollte die Produktion von Sterilcontainern, Metallbehältern zur Sterilisierung chirurgischer Instrumente und anderer OP-Geräte, gesteigert und effektiver gestaltet werden. Insgesamt geht es dabei um mehr als fünfzig Produktvarianten, von denen der Grundkörper aus Aluminium und Edelstahl hergestellt wird. Alle Varianten sollten in einer einzigen Anlage produziert werden können. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren erhielt AP&T das Vertrauen, diese Aufgabe zu lösen.

„AP&T hat uns ein Gesamtanlagenlayout vorgestellt, das unsere Anforderungen an Flexibilität hinsichtlich verschiedenster Materialflüsse wie auch der Notwendigkeit von In-Prozess-Kontrollen erfüllt. Zudem war AP&T bereit, Sondermaschinen anderer Hersteller in die Gesamtanlage zu integrieren bzw. zu automatisieren“, erklärt Markus Siller, zuständiger Segmentleiter bei Aesculap.

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Referenzbesuche, um die Planungssicherheit z erhöhen

Im Rahmen der Ausschreibung wurden detaillierte Simulationen in Bezug auf die von Aesculap geplante Produktionsanlage vorgenommen und Referenzbesuche bei anderen AP&T-Kunden in Deutschland, Dänemark und Schweden durchgeführt, um die Planungssicherheit im Gesamtprojekt zu erhöhen.

Zum Bau der Produktionsanlage wurde der Großteil der Neuanlagen wie auch die gesamte Automation von AP&T geliefert. Zusätzlich wurde eine Bestandsanlage wie auch neue Anlagen unterschiedlicher Hersteller integriert. Als gesamtverantwortlicher Partner stand AP&T vor der Anforderung, all diese Einheiten in die Anlage zu integrieren, damit diese über ein übergeordnetes Steuersystem bedient und überwacht werden können. Da die Herstellung der Sterilcontainer eine Vielzahl von Arbeitsschritten aufweist, war die Austaktung der Gesamtanlage eine zentrale Aufgabe, damit die Produktion gleichmäßig und mit hoher Taktgeschwindigkeit ablaufen kann. Gleichzeitig bestand die Vorgabe, dass schnell und einfach zwischen den verschiedenen Produktvarianten umgerüstet werden kann. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die Produktionsanlage, die aus insgesamt acht Pressen und einer großen Anzahl anderer Maschinen und Zusatzgeräten besteht, in zwei Teile unterteilt ist, wodurch die Aufgabe nicht gerade weniger anspruchsvoll ausfiel.

„Im Verlauf des Projektes fanden regelmäßig Statusbesprechungen statt. Zudem gab es in entscheidenden Projektphasen eine enge Abstimmung im erweiterten Kreis, u.a. mit der Werkleitung bzw. dem Strategischen Einkauf, um schnell Entscheidungen bezüglich der Projektausführung treffen zu können. Zur Absicherung des Projektplans wurde die Zeitschiene immer wieder bis ins kleinste Detail überarbeitet. So wurde zum Beispiel auch die gesamte Automationsanlage bei AP&T in Schweden aufgebaut und einem Test unterzogen, was wir als wesentlichen Punkt der Vorabnahme betrachtet haben“, erinnert sich Markus Siller.

Erhöhung des Automatisierungsgrads

Nach intensiven Arbeitsphasen wurde die neue Anlage im Oktober 2014 in Verbindung mit der Einweihung eines neuen Werksgebäudes von Aesculap in Betrieb genommen. Gut ein Jahr nach dem Produktionsstart sind die Erfahrungen ausgesprochen positiv. Markus Siller freut sich, dass die Anlage die Erwartungen vollständig erfüllt.

„Wir sind sehr zufrieden. Dank der neuen Anlage ist es uns gelungen, unsere Kapazität zu steigern und die zunehmende Nachfrage nach unseren Produkten zu erfüllen. Durch die Erhöhung des Automationsgrades können wir unsere Anforderungen an eine hohe Qualität sicherstellen und gleichzeitig unsere Produktivität verbessern.“ AP&T hat durch dieses Projekt neue Erfahrungen gemacht, die bei zukünftigen Projekten von Vorteil sein werden.

„Für uns war das ein sehr interessanter Auftrag, bei dem wir unserer Zusage, als gesamtverantwortlicher Partner aufzutreten, wirklich gerecht werden konnten. Wir waren für die Steuerung aller Maschinen und Sicherheitsfunktionen sowie für die gesamte Konfiguration zuständig. Außerdem haben wir die CE-Zertifizierung der gesamten Produktionsanlage vorgenommen. Trotz dieser komplexen Umstände hat alles sehr gut funktioniert, nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Aesculap“, meint Kristian Broberg.

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