Aluminiumverarbeitung Ball steigert Umweltverträglichkeit von Getränkedosen

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Getränkedosenhersteller Ball Packaging Europe in Ratingen, Tochter der weltweit tätigen Ball Corporation, hat an seinen deutschen Standorten erhebliche Einsparungen beim Energie-, Wasser- und Materialverbrauch erzielt. Zugleich konnten das Abfallmanagement und der Arbeitsschutz weiter optimiert werden. Über 2,5 Mio. Euro investierte Ball zwischen 2008 und 2010 bundesweit allein in Energieeffizienz.

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Das Gewicht der Getränkedosen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Grafik: Ball
Das Gewicht der Getränkedosen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Grafik: Ball
( Archiv: Vogel Business Media )

Ball Packaging Europe produziert jährlich mehr als 5 Mrd. Getränkedosen und knapp 9 Mrd. Deckel in seinen deutschen Werken in Braunschweig (Niedersachsen), Hermsdorf (Sachsen-Anhalt), Weißenthurm und Haßloch (beide Rheinland-Pfalz).

Dünne Bleche sparen viel Material

Durch den Einsatz von dünneren Blechen konnte Ball in den vergangenen Jahren den Materialverbrauch bei der Dosenproduktion weiter reduzieren. So werden beispielsweise seit dem Jahr 2010 im Hermsdorfer Werk 50-cl-Getränkedosen produziert, die 2,2% leichter als die Vorgängermodelle sind. Durch 0,5 g Gewichtsersparnis pro Dose werden mehr als 2500 t Metall pro Jahr eingespart.

Deutliche Verbesserungen erzielte Ball zudem bei der Energieeffizienz: Seit 2005 ist der Energieverbrauch pro 1000 Einheiten in den deutschen Werken um 32% gesunken. Dies beruht unter anderem auf der Modernisierung und Optimierung der Druckluftanlagen und Trockenöfen.

Angepasserter Drucklufteinsatz reduziert Stromverbrauch deutlich

Um den Austritt der Druckluft besser an die Maschinengeschwindigkeit und die Metallqualität anzupassen, führte Ball in Weißenthurm beispielsweise unterschiedliche Druckbereiche ein. Dies senkt den jährlichen Stromverbrauch um knapp 1,2 Mio. kWh.

Im Hermsdorfer Werk sorgt ein im Februar 2011 neu installiertes Niederdrucknetz für Einsparungen von bis zu 500.000 kWh Strom, während sich der Bedarf im Braunschweiger Werk durch die Verringerung des Luftdrucks um 4,4% (700.000 kWh) pro Jahr reduzierte. Mit Hilfe des 2009 eingeführten Energieinformationssystems lässt sich zudem der Strom-, Erdgas- und Wasserverbrauch in den Werken messen und darauf aufbauend an weiteren Optimierungen arbeiten.

Dosenhersteller achtet auf 100% Recycling

Der Produktionsschrott wird inzwischen zu 100% recycelt. Vom restlichen Abfall, der in der Fertigung anfällt, recycelte der Getränkedosenhersteller 2010 über ein Drittel (36%); knapp ein Fünftel (19%) wurde zur Energieerzeugung genutzt, die restlichen 45% anderweitig entsorgt. Im Hermsdorfer Werk installierte Ball zudem eine neue Abwasserbehandlungsanlage. Zusammen mit neu verlegten Rohrleitungen, durch die sich gereinigtes Wasser in den Waschprozess zurückführen lässt, sinkt der jährliche Wasserverbrauch um knapp 3,5% beziehungsweise 6500 m³. Insgesamt ist es Ball mit verschiedenen Maßnahmen gelungen, den Wasserverbrauch in seinen deutschen Werken pro hergestellter Getränkedose seit 2005 um 7% zu reduzieren.

Auch künftig will Ball bei der Herstellung von Getränkedosen den Material-, Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallerzeugung weiter senken. So plant Ball im Zeitraum 2010 bis Ende 2011 seinen Strombedarf um 7,3% und seinen Wasserverbrauch um 4,8% pro 1000 produzierter Dosen zu verringern.

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