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Rohrbearbeitung Bohrmaschinen für Edelstahlrohre flexibel verketten

| Autor / Redakteur: Klaus Giessing / Rüdiger Kroh

Auch in der Rohrbearbeitung werden die Losgrößen immer kleiner bei steigendem Kostendruck. Statt teurer Sondermaschinen bietet sich eine aus Baukastenkomponenten aufgebaute Rohrbohrmaschine an. Mit ihr lassen sich eigenständige und flexible Standardmaschinen zu einer Fertigungslinie verketten.

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Bild 1: Die Rohrbohrmaschine RBV-20 mit Werkzeugwechsler ist nach den Prinzipien der Lean-Automatisierung aufgebaut.
Bild 1: Die Rohrbohrmaschine RBV-20 mit Werkzeugwechsler ist nach den Prinzipien der Lean-Automatisierung aufgebaut.
(Bild: Hebö)

Einfache Maschinensysteme zur Rohr- und Profilbearbeitung sind hauptsächlich für den Bereich Aluminium auf dem Markt verfügbar. Wenn man aber Profile oder Rohre aus Stahl oder nicht rostenden Edelstahl verarbeiten muss, bleibt meist nur der sehr teure Sondermaschinenbau.

Speziell bei der Bearbeitung von Edelstahl treten massive Zerspanungsprobleme auf. Diese resultieren aus der starken Neigung zur Aufbauschneidenbildung, der Kaltverfestigung, der Bildung abrasiver Karbide, der hohen Spantemperatur, der Bildung von spannungsinduziertem Martensit sowie der hohen Zähigkeit des Materials. Durch eine optimierte Maschinenkonstruktion und speziell entwickelte Bohrwerkzeuge in Verbindung mit einer Minimalmengenschmierung kann man diesen Problemen entgegenwirken.

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Es sind schräge Bohrungen mit einem Schwenkwinkel von 60° möglich

Für diese Anwendungen hat die Hebö Maschinenfabrik vor zehn Jahren die weltweit erste Rohrbohrmaschine entwickelt. Durch die konsequente Weiterentwicklung wurde das modulare Maschinensystem an die aktuelle Marktentwicklung angepasst. Mit den Rohrbohrmaschinen (Bild 1) können in Rohren und Profilstäben Bohrungen, Kronenbohrungen, Gewinde, Fließbohrungen, Gewindeformungen und Senkungen gefertigt werden. Es lassen sich außerdem schräge Bohrungen mit einem maximalen Schwenkwinkel von 60° herstellen. Durch das Nachgreifprinzip können Endlosrohre verarbeitet werden. Die in Vorschubschlitten gespannten Rohre oder Profile können bei der Bearbeitung um einen beliebigen Winkel gedreht werden. Auch bei der Rotation der Profile arbeitet die Maschine nach dem Nachgreifprinzip.

Die Maschinenrüstzeit ist oft länger als die eigentliche Fertigungszeit

Durch die Kombination mit Werkzeug- und Werkstückmagazinen, Werkstückabführungen, Kreis- oder Bandsägen und Werkstückbeschriftung können komplette Fertigungslinien aufgebaut werden (Bild 2). Das Maschinensystem ist nach den Prinzipien der Lean-Automatisierung aufgebaut, denn es ist sinnvoller, mehrere kleine eigenständige Maschinen zu verketten, als eine große Anlage aufzubauen.

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