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Ausland Corona-Angriff prallt an Taiwans Maschinenbau bisher ab

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Maschinenbauer auf der Kartoffelinsel, wie Taiwan wegen seiner Form auch genannt wird, bleiben trotz Corona erfolgreich. Einmal mehr gehören die technisch versierten Insulaner zu den Top-Exporteuren von Werkzeugmaschinen.

Trotz Corona-Krise rauscht der Werkzeugmaschinen-Bau-Zug auf Taiwan ungebremst und mit Milliardenumsätzen voran. Der Löwenanteil wird durch Zerspanungs- und Umformmaschinen generiert. Aber auch Komponentenhersteller, wie Hiwin Technology, die etwa den Bau von solchen Spannungswellengetrieben prozessstabil beherrschen, trügen zum weltweiten Erfolg der Anlagen bei.
Trotz Corona-Krise rauscht der Werkzeugmaschinen-Bau-Zug auf Taiwan ungebremst und mit Milliardenumsätzen voran. Der Löwenanteil wird durch Zerspanungs- und Umformmaschinen generiert. Aber auch Komponentenhersteller, wie Hiwin Technology, die etwa den Bau von solchen Spannungswellengetrieben prozessstabil beherrschen, trügen zum weltweiten Erfolg der Anlagen bei.
(Bild: Hiwin Technology )

Taiwans Werkzeugmaschinen-Industrie ist weiter auf Erfolgskurs, heißt es aus der Hauptstadt Taipeh. Laut vorläufiger Zollhandelsstatistik beziffert man dort den Export von 2019 auf 3,06 Mrd. US-Dollar. Etwa 2,54 Mrd. US-Dollar machen dabei Werkzeugmaschinen für die Zerspanung aus. Und 52,60 Mio. US-Dollar generieren die Umformmaschinen für Blech & Co., heißt es weiter. Damit behaupte Taiwan weltweit betrachtet seinen fünften Platz als Exporteur von Werkzeugmaschinen. Daran, so sind sich die Taiwaner sicher, wird auch die Corona-Epidemie nichts ändern. Vielmehr erwartet man einen Push in Sachen Automatisierung und intelligenter Fertigungsprozesse, wo Taiwans Werkzeugmaschinenindustrie sehr gut aufgestellt sei.

Taiwans Zentrum gilt als Maschinenbau-Nukleus

Die Werkzeugmaschinen-Industrie Taiwans verteilt sich vor allem in einem 60-km-Umkreis um die Stadt Taichung. Von der Produktion von Komponenten und Teilen bis zur Montage von ganzen Maschinen habe sich im Zentrum der Insel faktisch die gesamte maschinenbauliche Wertschöpfungskette angesiedelt. Damit ist die Region ein weltweit einzigartiger Schmelztigel für die Entwicklung und den Bau von Werkzeugmaschinen inklusive der passenden Komponentenindustrie. Auch Letztere sei aufgrund kontinuierlicher Qualitätsverbesserungen und wettbewerbsfähiger Preise für Werkzeugmaschinen-Hersteller in anderen Ländern unverzichtbar geworden. Dazu, betonen die Asiaten, gehören unter anderem auch antriebstechnische Elemente, wie Kugelumlaufspindeln und Linearschienen. Taiwan gilt im ersteren Produktsektor mittlerweile sogar als der zweitgrößte Lieferant für Kugelumlaufspindeln.

Von Antriebsexperten bis zum Leiterplattenbauer

Ein zentrales Teil vieler Antriebe, etwa in Robotersystemen, ist das Harmonic-Drive (Bild), auch Spannungswellengetriebe genannt, erklären die Experten. Hiwin Technology etwa, der Gewinner des Taiwan Excellence Gold Award 2020, gehöre in diesem Zusammenhang zu den wenigen Unternehmen weltweit, die solche Getriebe mit stabiler Wiederholgenauigkeit und Positionierpräzision, die über 7000 Stunden halten, in großen Stückzahlen produzieren könne. Darüber hinaus stellt das Unternehmen weitere Schlüsselkomponenten für Roboter komplett selber her, wie etwa Servomotoren und Kreuzrollenlager. Das führt zu einer erheblichen Kostensenkung bei Industrierobotern, heißt es.

Und Tongtai Machine & Tool, ein weiteres preisgekröntes Unternehmen, stellt eine CO2/UV-Lasermaschine her, die mit zwei Lasersystemen unterschiedlicher Wellenlängen arbeitet. So gelinge eine flexible Bearbeitung von Leiterplatten, die man etwa für den 5G-Mobilfunk benötige.

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