Fraunhofer-IMWS

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

| Autor / Redakteur: Michael Kraft / Frauke Finus

Fingerabdrücke auf Edelstahl- und Metalloberflächen sollen sich mit dem neuen Sol/Gel-Nanolack vermeiden lassen.
Fingerabdrücke auf Edelstahl- und Metalloberflächen sollen sich mit dem neuen Sol/Gel-Nanolack vermeiden lassen. (Bild: Fraunhofer-IMWS)

Mehr zum Thema

Jeder kennt sie: fettige Schlieren und Spuren auf Edelstahl- und Metalloberflächen. Sie sind nicht nur optisch lästig, sondern greifen auch die Oberfläche an und sind nur durch aufwendiges Polieren zu entfernen. Am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS soll in einem Forschungsprojekt mit der FEW Chemicals GmbH Wolfen ein hochwirksamer Sol/Gel-Nanolack mit Antifingerprint-Effekt entwickelt werden.

Bauteile und Verblendungen für Interieurs, etwa im Auto, in Schiffskabinen oder den eigenen vier Wänden, sollen nicht nur funktional sein, sondern auch modern und elegant aussehen. Doch häufig trüben Fingerabdrücke das Erscheinungsbild. Ziel eines Forschungsvorhabens des Fraunhofer IMWS in Zusammenarbeit mit der FEW Chemicals GmbH Wolfen ist es, für Stahl und andere Metalloberflächen einen industrietauglichen und hybriden Sol/Gel-Nanolack mit Antifingerprintbeschichtung zu entwickeln.

In dem Forschungsprojekt, das bis zum 31. Dezember 2020 läuft und im Rahmen des Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik durchgeführt wird, wollen die Experten die chemische Zusammensetzung verschiedener Lacksysteme so modifizieren, dass Edelstahloberflächen eine antireflektive Wirkung und Selbstreinigungseigenschaften erhalten. Um dies zu erreichen, müssen die Oberflächenenergien und die 3D-Oberflächentopologien der Lackschichten optimal miteinander abgestimmt werden. Neben einer Antihaftwirkung und einer optischen Unterdrückung von Fingerabdrücken durch Entspiegelung und angepasste Brechungsindizes sollte der zu entwickelnde Lack abriebfeste, weitgehend farblose und transparente Eigenschaften besitzen und gut geeignet für die Reinigung der lackierten Oberflächen beziehungsweise selbstreinigend sein.

Abweisenden Wirkung gegen polare und unpolare Verunreinigungen

„Wir setzen auf einen Sol/Gel-Nanolack mit Nano- und Mikropartikeln, der mittels einer Sprühtechnologie auftragbar ist und bei einer möglichst geringen Temperatur und innerhalb kurzer Zeit aushärtet. Die Entwicklungen werden dabei durch umfangreiche morphologische Untersuchung mit der am Institut vorhandenen höchstauflösenden Diagnostik analysiert und begleitet“, sagt Dr. Jessica Klehm, Projektleiterin am Fraunhofer IMWS. „Der Effekt soll durch eine Kombination der Vorteile dünner Sol-Gel-Beschichtungen mit speziell angepassten physikalischen Parametern wie einer Superamphiphobizität – also einer abweisenden Wirkung gegen polare und unpolare Verunreinigungen –, einer antireflektiven Wirkung und verschiedenen Selbstreinigungseigenschaften erzielt werden.“

Eine konkurrenzfähige Antifingerprintwirkung auf Edelstahloberflächen hat in den Bereichen der Optik wie zum Beispiel für optische Filter, Linsen, Spiegel und Laseroptiken oder bei Glas-, Edelstahl- und metallisierten Kunststoffoberflächen für Haushaltsanwendungen sowie für Industriezweige wie die Elektronik- und Automobilindustrie hohes Marktpotenzial.

„Award zur Euroblech“ – machen Sie mit!

Euroblech 2018

„Award zur Euroblech“ – machen Sie mit!

24.09.18 - Bereits zum neunten Mal verleihen Blechnet und MM Maschinenmarkt auf der Euroblech in Hannover den „Award zur Euroblech“ und prämieren die innovativsten Produkte, Lösungen und Digitalisierungskonzepte der Messe. Bewerben Sie sich noch bis zum 2. Oktober! lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Ausklappen
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Ausklappen
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45365766 / Oberflächentechnik)

DER BRANCHENNEWSLETTER Newsletter abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Whitepaper

Leitfaden DSGVO

B2B-Vertrieb und Kaltakquise DSGVO-konform gestalten

Wie kann die B2B-Vertriebsarbeit optimal mit der DSGVO vereint werden? Wo sind die Grenzen und welche Chancen bietet die neue Gesetzeslage? Antworten auf diese Fragen und weitere Insights zur DSGVO in Verbindung mit dem B2B-Vertrieb, finden Sie hier. lesen

Kompendium Leichtbau 2018

Ideen für den Leichtbau sammeln

Leichtbau bedeutet, das Verhältnis zwischen Belastbarkeit und Gewicht einer Konstruktion zu vergrößern um Energie und Material einzusparen oder Kosten zu senken. Wir haben in diesem Kompendium die meist gelesenen Artikel zum Leichtbau zusammengefasst lesen

Technologietrends 2018

Die Top Technologietrends für 2018 in der Industrie - Teil 2

In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung ist es häufig schwer, am Puls der Zeit zu bleiben. Lesen Sie jetzt, welche weiteren 7 Trends dieses Jahr im Fokus der Industrie stehen. lesen