VDMA-News aus Hannover Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wird stärker wachsen

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Corona-Pandemie bedrücke zwar die Branche, so der VDMA im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Hannover Messe digital, doch es mehrten sich die Indizien, dass es steiler aufwärts gehe, als gedacht.

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Gute Zeichen! Der VDMA erhöht für den Maschinenbau die Produktionsprognosen von vier auf sieben Prozent. Das könnte einige Löcher stopfen, die das letzte Jahr gerissen hat – wenn die Politik mitspielt!
Gute Zeichen! Der VDMA erhöht für den Maschinenbau die Produktionsprognosen von vier auf sieben Prozent. Das könnte einige Löcher stopfen, die das letzte Jahr gerissen hat – wenn die Politik mitspielt!
(Bild: VDMA)

Doch auch andere Fährnisse verunsicherten den deutschen Maschinen- und Anlagenbau noch. Dazu gehören die immer wieder bestehenden Lieferengpässe bestimmter Produkte oder der durch die Krise forcierte Strukturwandel in wichtigen Abnehmerindustrien sowie die politischen und wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und China, zählt der VDMA auf. „Aber die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau zeigen trotz der Krise eine bemerkenswerte Resilienz. Man nutzt die Marktchancen“, registrierte VDMA-Präsident Karl Haeusgen in einer Online-Pressekonferenz vor der Eröffnung der Hannover Messe „Digital Edition“. Insbesondere für den Markt China und für andere asiatische Länder sowie mit Blick auf die USA erwarte man Rückenwind. Der Zeiger des Auftragseingangs weise jedenfalls nach oben. Wenn nichts schief gehe, sollte die Branche ab dem zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wieder wachsen. „Deshalb erhöhen wir unsere bisherige Prognose um 3 Prozentpunkte, und erwarten nun ein reales Produktionswachstum von 7 Prozent.“

(Anmerkung der Redaktion: Ähnlich positive Meldungen kommen im Übrigen jetzt auch von Seiten der Zulieferer)

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Die Politik sollte keine weiteren Belastungen auslösen

Bestätigt wird dieser Optimismus durch die 10. Corona-Blitzumfrage des VDMA, an der 726 Mitgliedsfirmen teilnahmen. Demnach haben rund 26 Prozent der Befragten keine Probleme mit Auftragseinbußen oder gar Stornierungen. Weitere 40 Prozent spürten nur geringe Schwierigkeiten. Und 24 Prozent der Blitzbefragten erwarten weiter abnehmende Probleme auf der Nachfrageseite. Doch trotz aller guten Aussichten, klagt etwa ein Viertel der deutschen Maschinenbauer über Produktionsbehinderungen infolge von Engpässen in den Lieferketten.

Hilfreich war auch, dass bereits mit Beginn der Pandemie die Maschinen- und Anlagenbauer umfangreiche Hygiene- und Arbeitsplatzmaßnahmen ergriffen haben, um die Produktion am Laufen zu halten, damit auch die Arbeitsplätze sicher sind. Man sei auch bereit, Corona-Tests für die Belegschaften zu organisieren und Impfungen zu unterstützen, heißt es weiter. „Viele Betriebe haben dies bereits in die Praxis umgesetzt und ihre Zahl wächst. Die Politik sollte außerdem vorsichtig damit sein, immer mehr Belastungen auf die Unternehmen abzuwälzen“, mahnte Haeusgen.

Deutsche Unternehmen brauchen mehr Freiraum

Man müsse außerdem den wachsenden nationalen Egoismen ein Bekenntnis für Offenheit, Kooperation und Freihandel entgegensetzen. „Denn das Klimaschutzabkommen von Paris wird nur dann erfolgreich sein, wenn Wirtschaft und Politik ihre Mittel effizient einsetzen, um neue Technologien vielfältig zur Wirkung zu bringen“, betonte der VDMA-Präsident.

Das heißt, man fordert eine innovationsfreundliche Politik, die die intelligente Produktion unterstützt und etwa Künstliche Intelligenz (KI) als Chance für Neues sieht. „Nur so können neue Geschäftsmodelle entwickelt werden“, ist sich Haeusgen sicher. Insgesamt brauchten die Unternehmerinnen und Unternehmer am Standort Deutschland wieder mehr Freiraum, damit sie in Europa und weltweit an einer besseren Zukunft effektiv mitgestalten können“, forderte Heausgen mit Blick auf den kommenden Wahlherbst.

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