Doppelt mangelhaft Der ostdeutsche Maschinenbau kämpft um Nachwuchs

Redakteur: Peter Königsreuther

Der VDMA Ost berichtet über die Lage bei der Suche nach Azubis für den Maschinenbau. Zu wenige Bewerber und mangelhafte Vorkenntnisse prägen dabei das Szenario.

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Viele Lücken! Wie der VDMA Ost berichtet, ist die Azubi-Suche für ostdeutsche Maschinenbauer kein Zuckerschlecken. Enorme Defizite in Mathe, Deutsch, Englisch und im sozialen Umgang, geben mit Blick auf den Nachwuchs demnach Grund zur Sorge.
Viele Lücken! Wie der VDMA Ost berichtet, ist die Azubi-Suche für ostdeutsche Maschinenbauer kein Zuckerschlecken. Enorme Defizite in Mathe, Deutsch, Englisch und im sozialen Umgang, geben mit Blick auf den Nachwuchs demnach Grund zur Sorge.
(Bild: B. Willse)

Das neue Ausbildungsjahr steht bevor und der VDMA Ost hat erneut seine rund 350 Mitglieder nach dem Stand der Dinge im Berufsnachwuchs gefragt.

Der Maschinen- und Anlagenbau in Ostdeutschland wird nicht müde, sich um Bewerber zu bemühen, heißt es. Auch in Coronazeiten ist das nicht anders. Die Zahl der ausbildenden Betriebe sei konstant und das gelte auch für das Ausbildungsplatzangebot. Demnach bilden vier von fünf Unternehmen aus.

Vier von fünf ostdeutschen Betrieben bilden nach wie vor aus. Trotz der Corona-Pandemie bieten nur 16 Prozent der vom VDMA Ost befragten Maschinenbauer weniger aus.
Vier von fünf ostdeutschen Betrieben bilden nach wie vor aus. Trotz der Corona-Pandemie bieten nur 16 Prozent der vom VDMA Ost befragten Maschinenbauer weniger aus.
(Bild: VDMA Ost)

Es gibt auch ein wenig Hoffnungsschimmer, denn die Lage hat sich etwas entschärft. Dennoch ist man vom Idealzustand noch weit entfernt, wie die Ergebnisse der Umfrage offenbaren. Knapp die Hälfte der Betriebe rangen um Bewerber, die für eine Ausbildung überhaupt geeignet sind, heißt es weiter. Gut 60 Prozent der Betriebe konnte nicht alle Stellen besetzen. Rückläufige Bewerberzahlen sowie gravierende Schwächen in Mathematik, Deutsch, Englisch oder bei der sozialen Kompetenz erschweren die Lage, sagt der VDMA Ost. Abhilfe könnten neue Anwerbestrategien schaffen, die dem Verein durch die Befragungen zu Ohren kamen. Im Folgenden die Details:

Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung

Die Pandemie erschwerte es, auf übliche Art auf die potenziellen Bewerber zuzugehen. Auch Praktika waren nicht machbar. Dennoch hat man es geschafft, dass der Anteil derer, die Probleme mit Nachwuchs hatten, von 76,4 auf 48,4 Prozent gesunken ist.

Die Unternehmen haben laut VDMA Ost alternative Wege gefunden, die Aufmerksamkeit potenzieller Azubis auf sich zu ziehen. Der Anteile der Betriebe, die Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche hatten, hat sich vom Maximalwert von über 76 (2020) auf nur über 48 Prozent (2021) verringert.
Die Unternehmen haben laut VDMA Ost alternative Wege gefunden, die Aufmerksamkeit potenzieller Azubis auf sich zu ziehen. Der Anteile der Betriebe, die Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche hatten, hat sich vom Maximalwert von über 76 (2020) auf nur über 48 Prozent (2021) verringert.
(Bild: VDMA Ost)

Das ist die Entwicklung bei den Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze wiederholt nicht ganz besetzen konnten. Leider verschärft sich das Problem.
Das ist die Entwicklung bei den Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze wiederholt nicht ganz besetzen konnten. Leider verschärft sich das Problem.
(Bild: VDMA Ost)

Die Gründe für die zähe Stellenbesetzung um Osten

Zwar hatten 2021 weniger Unternehmen Probleme bei der Nachwuchssuche, als bisher, doch spitze sich die Lage aus Sicht der Betroffenen zu. Rückläufige Bewerbezahlen und schlechte Vorkenntnisse werden als Hauptgründe dafür genannt.

Das sind die Hauptgründe für Probleme bei der Stellenbesetzung im ostdeutschen Maschinenbau. Der Mangel an Ausbildungsfähigkeit zum Glück nur leicht gestiegen. Die Bewerberzahl ist zwischen 2020 und 2021 um 3,6 Prozent gefallen.
Das sind die Hauptgründe für Probleme bei der Stellenbesetzung im ostdeutschen Maschinenbau. Der Mangel an Ausbildungsfähigkeit zum Glück nur leicht gestiegen. Die Bewerberzahl ist zwischen 2020 und 2021 um 3,6 Prozent gefallen.
(Bild: VDMA Ost)

Und so erklärt sich der Rückgang der Bewerber für den ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau:

So listen sich die Gründe auf, warum im ostdeutschen Maschinenbau weniger Bewerber zu registrieren sind.
So listen sich die Gründe auf, warum im ostdeutschen Maschinenbau weniger Bewerber zu registrieren sind.
(Bild: VDMA Ost)

Über 72 Prozent der befragten Unternehmen gaben mangelnde Fähigkeiten an, weswegen sie Bewerbern absagen mussten. Und so verteilen sich die Defizite.

So verteilen sich die Ursachen dafür, warum ein Anteil der Bewerber für den ostdeutschen Maschinenbau als erst gar nicht ausbildungsfähig eingestuft wird.
So verteilen sich die Ursachen dafür, warum ein Anteil der Bewerber für den ostdeutschen Maschinenbau als erst gar nicht ausbildungsfähig eingestuft wird.
(Bild: VDMA Ost)

Außer in grundlegender Mathematik und den bereits genannten Fächern kriselt es auch in puncto Physik, Allgemeinwissen und beim Verständnis für technische Zusammenhänge. Innerbetriebliche Nachhilfekurse sollen es richten. Aber offensichtlich hapert es auch im Zwischenmenschlichen bedenklich, was Motivation, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen und Verhalten anbelangt.

Neue Arten der Nachwuchswerbung sollen helfen

Weil die bewährten Werbemethoden wegen der Coronakrise nicht durchgeführt werden konnten, musste man auf Alternativen setzen, um die jungen Leute anzusprechen. Wie man sieht, handelt es sich um virtuelle Ansätze, die folgendermaßen Wirkung gezeigt haben:

Das sind alternative Möglichkeiten zur Nachwuchswerbung seitens der Maschinenbauer in Ostdeutschland, wie sie der VDMA Ost zusammengetragen hat.
Das sind alternative Möglichkeiten zur Nachwuchswerbung seitens der Maschinenbauer in Ostdeutschland, wie sie der VDMA Ost zusammengetragen hat.
(Bild: VDMA Ost)

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