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Blech- oder Frästeil? Die Blechvariante ist meist kostengünstiger

| Autor / Redakteur: Evelyn Konrad / Dietmar Kuhn

Frästeile sind genau, aber auch teuer. Sind sehr geringe Toleranzen gefordert, muss in der Regel zerspant werden. Häufig ist aber eine Komponente nur aus reiner Gewohnheit ein Frästeil, dessen Genauigkeit oft gar nicht erforderlich ist. Eine Konstruktion aus Blech wäre eine gute Alternative.

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Für das manuelle Biegen von Kleinteilen hat sich die Trubend 7036 in der Praxis bestens bewährt.
Für das manuelle Biegen von Kleinteilen hat sich die Trubend 7036 in der Praxis bestens bewährt.
(Bild: Trumpf)

Blech- gegen Frästeil. Um es vorweg zu nehmen: das Blechteil ist die günstigere Variante. Warum? Weil Frästeile eine Genauigkeit aufweisen, die meist deutlich höher ist als eigentlich notwendig. Hinweise dafür sind Frästeile, die auf ungenauen, zum Beispiel lackierten Flächen aufliegen. Auch Frästeile, die weniger genaue Komponenten halten, sollte ein Konstrukteur hinterfragen. In solchen Fällen kann ein Blechteil die deutlich bessere und günstigere Lösung sein.

Stoßdämpfer: Preiswerte Blechkonstruktion ersetzt teueres Aluminiumfrästeil

Ein gutes Beispiel dafür ist ein Winkel, auf dem ein Stoßdämpfer montiert ist. Er dient dazu, aus der Bahn geratene Komponenten in einer Förderstrecke abzufangen. Der Winkel ist 80 mm lang, 25 mm breit und an der Aufnahmefläche 40 mm hoch. Der Stoßdämpfer ist auf dieser Fläche auf einer Höhe von 30 mm mittig montiert.

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In seiner ursprünglichen Konstruktion wurde der Winkel aus einem Aluminiumstück gefräst. Zwei Bohrungen auf der unteren, horizontalen Fläche des Winkels dienen zum Befestigen des Winkels auf der Förderstrecke, eine weitere Bohrung auf der vertikalen Fläche als Aufnahme für den Stoßdämpfer. Bei diesem Fertigungsverfahren bleibt weniger als die Hälfte des Materials für das eigentliche Teil übrig. Der Rest ist Schrott in Form von Spänen. Die Bearbeitungszeit für acht so gefräste Winkel liegt bei etwa einer halben Stunde.

Der Winkel hat durch dieses Verfahren eine sehr hohe Präzision. Doch schon ein kurzer Blick auf seine Funktion zeigt, dass sie nicht nötig ist: Der Winkel hält einen Stoßdämpfer, dessen einzige Aufgabe es ist, Komponenten abzubremsen. Jörg Heusel, Leiter der Konstruktionsausbildung bei der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG, schließt daraus: „Eine leichte Abweichung des Dämpfers stört die Funktion nicht. Die hohe Genauigkeit des Frästeils ist deshalb nicht erforderlich.“ In einem solchen Fall kann der Konstrukteur das Frästeil einfach durch ein Blechteil ersetzen. Er erreicht dabei die gleiche Funktionalität schneller und bei geringeren Kosten.

2D-Laserschneidmaschine schneidet acht Blechrohlinge in einem Schritt

Die überarbeitete Variante des Winkels besteht aus einem lasergeschnittenen und gebogenen Edelstahlblech. Eine Trulaser 2D-Laserschneidmaschine schneidet zum Beispiel die Kontur und die Löcher für die Montage des Winkels und des Stoßdämpfers. Die Maschine schneidet dabei die acht Blechrohlinge in einem Schritt. Zum Biegen eignet sich beispielsweise die Tru-Bend 7036 oder die automatisierte Biegezelle Trubend Cell 7000. Beide Anlagen sind spezialisiert auf das Biegen von kleinen Teilen und sind daher in diesem Aufgabenfeld besonders schnell und energieeffizient.

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