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Schwartz

Drei Härtebereiche auf derselben Platine möglich

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Auf der Blechexpo zeigt der Industrieofenbauer Schwartz GmbH zwei im eigenen Hause entwickelte Neuerungen für das Presshärten von Blechen: den Thermischen Printer für das Tailored Tempering und die Taupunktregelung der Luft-Atmosphäre in Rollenherdöfen.

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Ein Rollenherdofen für das Presshärten von Blechen wie er vom Industrieofenbauer Schwartz entwickelt, gebaut und beim Kunden installiert wird. Über die Möglichkeiten informiert der Aussteller auf der Blechexpo.
Ein Rollenherdofen für das Presshärten von Blechen wie er vom Industrieofenbauer Schwartz entwickelt, gebaut und beim Kunden installiert wird. Über die Möglichkeiten informiert der Aussteller auf der Blechexpo.
( Bild: Schwartz )

Mit dem neuen Thermischen Printer ist es möglich, beim Presshärten auf derselben Platine mehrere unterschiedlich harte Bereiche zu erzeugen. Durch eine gezielte, lokal begrenzte Wärmebehandlung erfahren die Bereiche einen lokal geänderten Zeit-Temperatur-Verlauf. So lassen sich neben den harten martensitischen Bereichen, die über das konventionelle Presshärten erreicht werden, weiche Bereiche einstellen.

Lokale Erwärmung für unterschiedliche Härtegrade

Mit der genauen Positionierung der Wärmebehandlung erzielt Schwartz einen sehr engen Härte-Übergangsbereich: Mit dem Thermischen Printer kann eine Temperaturdifferenz von 250 °C zwischen einem hohen und einem niedrigen Temperaturbereich realisiert werden. Bei einer Haltetemperatur von 550 °C ergaben Härtemessungen an einem Tailored Tempered Blank im weichen Bereich ein bainitisches Gefüge mit einer Härte von 350 HV. Der Übergangsbereich zum harten Bereich war nur etwa 30 mm breit.

Der Printer wird in Presshärtelinien im Transferbereich zwischen Ofen und Presse integriert. Das Verfahren hat das Potenzial, durch Anordnung von zwei Printern bei zweifach-fallender Betriebsweise Zykluszeiten von etwa 20 Sekunden zu realisieren.

Der Taupunkt wird in drei Zonen individuell geregelt

Außerdem zeigt Schwartz in Stuttgart eine Drei-Zonen-Taupunktregelung für Rollenherdöfen. Dabei wird der Taupunkt in drei separaten Zonen, durch Zufuhr sehr trockener Luft individuell geregelt. Überlegungen die zu dieser Entwicklung führten war, dass bei Aluminium-Silizium (AlSi) beschichteten Bauteilen nach dem Presshärten Risse durch wasserstoff-induzierte Versprödung des Werkstoffes auftreten können. Die Folge davon ist, dass Beanspruchungen, die unterhalb der Elastizitätsgrenze des Werkstoffes liegen, zu einem Bruch führen können. Ursache kann das Unterschreiten des Taupunktes während der Wärmebehandlung sein.

Wärmebhandlungsanlagen gibt es für jeden Werkstoff

Für die Wärmebehandlung von Aluminiumlegierungen, zum Beispiel für das Glühen und Lösungsglühen zeigt Schwartz Konvektions- und Hochkonvektionstechnologien, bei denen unter anderem verschiedene Systeme für das schnelle Abkühlen nach der Wärmebehandlung zum Einsatz kommen.

Schwartz entwickelt und produziert für jeden Anwendungsfall individuell hocheffiziente Wärmebehandlungsanlagen für das Glühen, Härten, Schmieden und Anlassen von Eisen- und Nichteisen-Metallen. Dabei kann die Wärmebehandlung unter Luft, Schutzgas- und/oder reaktiven Atmosphären erfolgen.

Alu verlangt hochkonvektive Wärmemethoden

Speziell für die Wärmebehandlung von Aluminium konstruiert und baut Schwartz Anlagen mit hochkonvektiven Erwärmungsmethoden.

Im Stammwerk Simmerath stehen etwa 3000 m² Fläche für Fertigung, Montage und Inbetriebnahme der Wärmebehandlungsanlagen zur Verfügung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 110 Mitarbeiter am Standort Simmerath und insgesamt 140 Mitarbeiter weltweit.

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