Ressourceneffizienz

Effizienz in der Produktion heißt auch umdenken im Prozess

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Bilder vom Kongress „Ressourceneffiziente Produktion“

Das heißt allerdings, man muss grundlegend umdenken, was die Fertigungsverfahren betrifft.

Neugebauer: Genau so ist es. Wir bewegen uns bei dem Thema ressourceneffiziente Gestaltung der Produktion grundsätzlich im Spagat zwischen Produktgestaltung und Prozessgestaltung. Das ist definitiv so. Wenn Sie das Produkt mit schwierigen Geometrien und unnötig feinen Toleranzen gestalten, dann machen Sie den Prozess nicht einfacher.

In den Vorträgen der Konferenz wurden viele grundsätzliche Fragen aufgeworfen. Die Fertigungsverfahren sind ausgereift, die Toleranzen sind jedoch manchmal sehr viel enger und die Prozesse sehr viel besser als es eigentlich nötig ist. Heißt das, wir sollten einfach noch einmal drei Schritte zurück gehen, um dann ein effizienteres Prozessergebnis zu erreichen?

Neugebauer: Jeder Mikrometer Genauigkeit kostet richtig Geld, sowohl bei der Investition in die Maschine als auch bei der Produktion damit. Und das muss man sich überlegen.

Doch ein Automobilzulieferer, der heute für Oberklasse-Modelle produziert, erhält möglicherweise den nächsten Auftrag für Kleinwagen und den übernächsten dann wieder für Oberklasse-Modelle. Da gibt es natürlich unterschiedliche Anforderungen an Toleranzen.

Klar, wir sind mit unseren Produktionssystemen nicht immer für jeden Einsatzfall optimal aufgestellt. Wir sind mal overdressed, dann geht es aber noch. Wenn wir underdressed sind, kriegen wir den Auftrag nicht mehr.

Die Forderung nach Ressourceneffizienz darf nicht in eine Sackgasse führen, die dann die Möglichkeiten der Firma am Markt begrenzt. Wir müssen einschränken und wir müssen effizienter sein. Aber dort, wo es das Portfolio der Produkte nicht einengt. Das ist das Wesentliche und an diesem Punkt gilt es, den Prozess in seinen Einzelheiten zu hinterfragen.

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