Wasserstoffversorgung Enapter-Campus wird grünen Wasserstoff günstiger machen

Redakteur: Peter Königsreuther

In der Klimakommune Saerbeck wird eine neue Elektrolyseur-Produktion gebaut. Mit der Vergabe des Generalplanungsauftrages an Golberg schreitet das Projekt nun in großen Schritten voran, heißt es.

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Enapter baut ab September, wie es heißt, diese bereits angekündigte Wasserstoff-Elektrolyseanlage, die 300 Arbeitsplätze bringt. Die Generalplanung übernimmt die Goldberg GmbH.
Enapter baut ab September, wie es heißt, diese bereits angekündigte Wasserstoff-Elektrolyseanlage, die 300 Arbeitsplätze bringt. Die Generalplanung übernimmt die Goldberg GmbH.
(Bild: Goldbeck)

„Wir wollen den Preis für grünen Wasserstoff dramatisch senken, denn ohne diesen Energieträger haben wir im Kampf gegen den Klimawandel keine Chance“, ist Sebastian-Justus Schmidt, Chairman und Vorstand von Enapter, überzeugt. Die Klimakommune Saerbeck gilt indessen als idealer Standort, um diese Vision eines Klimarettungsprodukts voranzutreiben. Und der Auftragnehmer Goldbeck blickt auf eine langjährige Erfahrung in der Planung und Umsetzung von hochmodernen Büro- und Produktionsstandorten zurück, heißt es weiter. Alle sind sich einig – das passt zusammen! Saerbeck ist übrigens ein Teil des internationalen Netzwerkes der Climate Smart Municipalities und ein Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien.

Um den schnellstmöglichen Produktionsstart von Wasserstoffgeneratoren sicherzustellen, vergab Enapter rund vier Monate nach Bekanntgabe des Grundstückskaufs den umfassenden Planungsauftrag. Der Baustart ist nach der Genehmigungserteilung für Herbst 2021 geplant. Bereits ab Ende 2022 will Enapter am neuen Standort die ersten modularen Systeme zur Herstellung von grünem Wasserstoff fertigen. Ab 2023 sollen dann über 100.000 modulare Elektrolyseur-Einheiten pro Jahr hergestellt werden.

Mehr als eine Wasserstoff-Massenfertigungsstätte

Diese recht kompakten Wasserstoffgeneratoren arbeiten auf Basis der sogenannten Anionenaustausch-Membrantechnik (Anion Exchange Membrane = AEM) zur Elektrolyse von Wasser, das dabei in Wasser- und Sauerstoff zerlegt wird. Eine Technik, die Enapter bereits vor einigen Jahre im Rahmen einer Hannover Messer vorgestellt hat. Damit ist es möglich, mithilfe erneuerbarer Energien (etwa Windkraftstrom) „grünen“ sowie sauberen und trocken Wasserstoff herzustellen – ohne, dass fossile Brennstoffe benötigt werden, und damit CO2-Emissionen enstehen.

In Kombination mit dem „grünen“ Strom aus Saerbeck, der für die Produktion der Geräte benötigt wird, erfolgt eine 100-%ig nachhaltige Energiegewinnung und somit ein wirklicher Beitrag zur Energiewende, erklären die Protagonisten. Die Geräte werden international in Branchen wie Energie, Mobilität, Telekommunikation, Wärmegewinnung und der Industrie eingesetzt.

Der Enapter Campus soll nicht nur zur reinen Massenproduktionsstätte von Wasserstoff werden, merkt Enapter an. Denn das Ziel ist es auch, ein Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationszentrum zu erschaffen, mithilfe dessen die Technologieführerschaft im Bereich der AEM-Elektrolyseure ausgebaut werden kann. Deshalb entstehen auch Testeinrichtungen sowie Veranstaltungs- und Seminarräume zur Förderung des Wissensaustausches. Enapter verfolgt demnach ein komplett neues Konzept für Elektrolyseure. „Wir wollen diese standardisieren und zum Produkt machen, betont Schmidt. Damit können wir sie in Masse produzieren und die Kosten so viel schneller reduzieren als das sonst möglich wäre.

Werden Sie Teil einer neuen Energieversorgungs-Ära!

Goldbeck übersetzte dazu Enapters spezielle Projektanforderungen und individuelle Bedarfe in ein passendes Campus-Konzept, das einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Bauzeit legt. „Wir freuen uns, durch unser Mitwirken bei diesem innovativen Projekt einen weiteren Beitrag in Richtung Energiewende zu leisten“, sagt Christian Terwey, Leiter der Goldbeck-Niederlassung Münster.

Für den Fertigungsprozess der Wasserstoffgeneratoren sucht Enapter ab sofort Mitarbeitende unter anderem in den Bereichen Ingenieurwesen, Chemie, Umwelttechnik und BWL. Die geplanten, noch offenen Stellen finden Interessierte ab sofort hier.

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