Wie lange lohnt es sich noch? EU-Handelskammer sorgt sich um Handel mit China

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Angesichts eines wachsenden Ungleichgewichts im Handel mit China sieht die EU-Handelskammer eine Zeit zum Umdenken in nicht allzu weiter Entfernung kommen ...

Weil das immer stärker werdende Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen zu China immer höher wird, sieht die EU-Handelskammer den Tag kommen, an dem der Handel mit den Chinesen ernsthaft hinterfragt werden muss ...(Bild:  KI-generiert)
Weil das immer stärker werdende Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen zu China immer höher wird, sieht die EU-Handelskammer den Tag kommen, an dem der Handel mit den Chinesen ernsthaft hinterfragt werden muss ...
(Bild: KI-generiert)

Was Sorgenfalten bereitet, ist, dass die Entwicklungen beim Handel mit China einige grundlegende Fragen mit sich bringen, so der Kammerpräsident Jens Eskelund in Peking. Richtig betrieben, schaffe Handel Wert und Effizienz für beide Seiten. Aber wenn das nur noch für China gelte, stelle sich automatisch die Frage, warum überhaupt noch Handel getrieben werden sollte! Der Däne verwies dabei auf Chinas Überschuss im Handel mit Europa, der geschätzt eine Milliarde Euro pro Tag entspricht. Auch bemängelt die Kammer schon länger die Wettbewerbsbedingungen in der Volksrepublik. Laut Eskelund darf es nicht nur um den Erfolg europäischer Unternehmen in China gehen, sondern auch um stabile Handelsbedingungen. Auch für Europa muss schließlich ein Gewinn dabei herauskommen. In der EU herrsche demnach mehr Übereinstimmung darüber, welche Herausforderung China für die europäische Industrie darstelle.

Peking und Brüssel haben durchaus gleiche Meinungen

Brüssel und Peking verhandeln derzeit im Handelsstreit. Im Oktober werden Lösungen erwartet. Auch neue EU-Zölle standen schon zur Debatte. Parallel warnte Eskelund: „Ich bin ein wenig besorgt, dass China vielleicht noch nicht vollständig verstanden hat, dass sich in Europa etwas verändert! Etwas, das es Europa letztendlich ermöglichen wird, Gegenmaßnahmen zu ergreifen!“ In einem neuen Positionspapier mit 1.096 Empfehlungen an die Politik stellte die Interessenvertretung von über 1.600 in China tätigen Mitgliedsunternehmen aus der EU fest, dass sich Pekings und Brüssels Sicherheitsbedenken teilweise sogar decken. Denn auch die EU arbeitet an einem politischen Rahmen, um ihre Autonomie, industrielle Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, heißt es darin. Eine gesunde Balance dazu, in welchen Bereichen es um wirtschaftliche Sicherheit geht und in welchen mehr Offenheit für Unternehmen möglich ist, könnte die Entwicklung beider Volkswirtschaften verbessern, heißt es weiter.

Die chinesische Konsumschwäche drückt aufs Geschäft

Ein altbekanntes – aber besonders großes – Problem für ausländische Player ist der anhaltend ungesunde Preiswettbewerb in China. Für auswärtige Unternehmen wandelt sich China deshalb stetig von einem Absatzmarkt in einen Exportstandort. Dabei nutzen sie die starken Lieferketten in der Volksrepublik und die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit. Ein Problem bleibe aber die chinesische Konsumschwäche. Die Kammer hält eine Stärkung der Nachfrage bei gleichzeitiger Anpassung an das tatsächliche Angebot deshalb für hilfreich. In strategisch geförderten Branchen wachsen demnach die Produktionskapazitäten schneller als die Nachfrage. Zudem hingen sogenannte „Zombie-Unternehmen“, die eigentlich nicht mehr wirtschaftlich arbeiteten und umstrukturiert werden oder vom Markt verschwinden müssten, am Tropf von Lokalregierungen. Die Erklärungen für dieses Vorgehen heißen Sicherung von Arbeitsplätzen und Hoffnung, dass diese quasi toten Unternehmen doch noch als Branchenführer aus dem erbitterten Wettbewerb hervorgehen.

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