Windkrafttechnik

Flügel im Wind

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Dass sich die Investition lohnen wird, steht für Mathias Bretzger, Marketingleiter der Röhm GmbH, außer Zweifel: „Der Anlagenbau zur Gewinnung erneuerbarer Energien ist generell ein expandierender Zukunftsmarkt und daher bei uns ein sehr wichtiger Bereich mit deutlich steigender Tendenz und einem sehr großen Umsatzpotenzial.“

Windkraft-Zulieferer benötigen sehr große und genaue Spannfutter

Die fertigungstechnische Herausforderung liegt bei Röhm außer in der Größe der Spannfutter nicht zuletzt auch in der geforderten Spannkraft und Wiederholgenauigkeit der Futter. Diese Kombination aus hoher Präzision und großen Bauteilen hat Rückwirkungen auf die eingesetzten Werkzeugmaschinen, wie Union-Vertriebschef Ulrich bestätigt.

Die Chemnitzer sind in der Windkrafttechnik insbesondere bei der Bearbeitung von Naben, Maschinenträgern und Getriebegehäusen vertreten. Im Bereich der Getriebegehäuse sind enge Positionstoleranzen erforderlich, bei den Naben müssen die Werkzeugmaschinen zum Teil einen schwierigen Zugang zu innenliegenden Bearbeitungsflächen meistern.

Ulrich schätzt den Umsatzanteil der gesamten Energietechnik in seinem Unternehmen auf mehr als ein Drittel, wovon wiederum etwa 70% auf Windkrafttechnik entfallen. Der positiven Markteinschätzung schließt Ulrich sich an: „Wir rechnen zumindest auf diesem Sektor mit konstantem Wachstum für mindestens zwei bis drei weitere Jahre.“

Werkzeugmaschinenhersteller stellen sich auf Ansprüche der Windkraft-Industrie ein

Die Herstellung von Großteilen für Windkraftanlagen ist auch bei der MAG-Gruppe ein wichtiges Thema. Das Unternehmen bietet Maschinen zur Bearbeitung von Komponenten wie Lagern, Getriebegehäusen, Naben und Getrieben, Wellenteilen. Außerdem bieten die Tochterunternehmen der Gruppe Maschinen zur Herstellung von Rotorblättern aus Composite-Werkstoffen an und sind in der Composite-Bearbeitung nach Unternehmensaussage weltweit führend.

„Komponenten im Windkraftbereich müssen langlebig und wartungsarm sein“, sagt Dr. Siegfried Schmalzried, Vice President Technology Standardisation bei MAG. Dies erfordere Präzision in der Bearbeitung.

Konkret sei bei den Maschinen eine Kombination aus Anpassungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Robustheit gefragt. Der Boom der Windkraft wird nach Einschätzung von Schmalzried greifbare Auswirkungen auf die Werkzeugmaschinen haben: „Es gibt definitiv Einsparpotenziale für die Hersteller, die wir mit neuen Technologien derzeit erschließen.“

Mit der schlichten Vergrößerung der Komponenten ist es in vielen Fällen nicht getan, wie am Beispiel der schwäbischen Aero-Lift GmbH zu erkennen ist. Um die riesigen Rotorblätter oder auch großformatigen Stahlbleche, wie sie in Windkraftanlagen oft eingesetzt werden, heben zu können, haben die Geislinger Vakuum-Hebegeräte für den Energiesektor entwickelt. Die Tragfähigkeit der Vakuumheber reicht bis 40 t. Ein eigens entwickeltes Überwachungssystem, das den Vakuumlevel scannt, stellt bei den Hebegeräten sicher, dass die Tragkraft immer ausreicht.

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