Ausgequetscht! Forscher machen Lagerlogistik sicherer für Mitarbeiterfüße

Quelle: Pressemitteilung vom IWS und Azom

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Lagerhallen sind trotz aller Sicherheitsbemühungen bisher stets auch Orte, an denen man sich verletzen kann. Diese Gefahr wollen Forscher nun effektiver bannen.

In Lagerhallen verursachen Stapler & Co immer wieder Unfälle. Ziel von BASF, der Kinotex Sensor GmbH und den Fraunhofer-Instituten IWS und Azom war es, eine Sicherheitstechnik in die Stapler zu integrieren, die das Personal noch besser schützen kann – mit Erfolg!
In Lagerhallen verursachen Stapler & Co immer wieder Unfälle. Ziel von BASF, der Kinotex Sensor GmbH und den Fraunhofer-Instituten IWS und Azom war es, eine Sicherheitstechnik in die Stapler zu integrieren, die das Personal noch besser schützen kann – mit Erfolg!
(Bild: IWS / D. Viol)

In Lagerhallen herrscht viel Verkehr. Besonders die Zahl der Flurförderzeuge, wie Gabelhubwagen oder Stapler, wächst in den Gängen der immer größer werdenden Lagerhallen. Trotz zahlreicher Sicherheitsmaßnahmen kommt es aber immer wieder zu Unfällen. Optische Sensoren an Flurförderzeugen soll das Lagerpersonal nun noch besser bei ihrer Arbeit schützen. Das Fraunhofer-Anwendungszentrum für optische Messtechnik und Oberflächentechnologien Azom entwickelte gemeinsam mit BASF SE und Kinotex Sensor GmbH Prototypen für mehr Sicherheit im Arbeitsalltag.

Denn Prellungen, Quetschungen oder Knochenbrüche sind laut einer Statistik der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung Dgvu die häufigsten Verletzungen durch Gabelhubwagen oder Stapler. Denn diese fahren sechs bis sieben Kilometer pro Stunde und wiegen ohne Zuladung teilweise über 500 Kilogramm. Und bisher gibt es für diese Fahrzeuge keine Sicherheitstechnik, die vor Unfällen im Fußbereich schützen kann. Hier schließt das System nun eine Sicherheitslücke.

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Keine Quetschungen mehr im Fußbereich

Mit speziell entwickelten optischen Sensoren will das Fraunhofer-Anwendungszentrum in Zwickau, eine Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, innerbetriebliche Transportunfälle mit Flurförderzeugen zukünftig reduzieren. Dafür stellte BASF gleich zwei Gabelhubwagen zur Verfügung. „In unseren Betrieben und Lagerhallen am BASF-Standort Ludwigshafen sind täglich hunderte Flurförderfahrzeuge im Einsatz. Unser Interesse ist es, eine Sicherheitstechnik in die Fahrzeuge zu integrieren, die die Mitarbeiter vor Unfällen schützt, so Dr. Christian Fischmann, Betriebsleiter Fahrzeugtechnik bei BASF SE. Gemeinsam mit Kinotex steht der Spezialist im Projekt als Auftraggeber beratend zur Seite. „Unser System dient dazu, den Nutzer vor Quetschungen vor allem im Fußbereich zu schützen“, erklärt Prof. Dr. Peter Hartmann, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums. Dafür entwickelte das Forschungsteam einen speziellen Näherungssensor, der erkennt, wenn sich der Bediener zu nah im Gefahrenbereich vor dem Fahrzeug befindet und es dann abbremst.

USP – Gabelhubwagen fährt bei Gefahr rückwärts!

Durch die Aussendung von Laserpulsen mit definierter Länge und Abständen zueinander entsteht bei Reflektion derselben an Hindernissen eine Entfernungsinformation, wie die Experten erklären. Als besondere Neuerung kombiniert das System die Information aus mehreren Raumrichtungen und überwacht dabei kontinuierlich ein fächerförmiges Areal um die von BASF zur Verfügung gestellten Gabelhubwagen. In Kooperation mit Kinotex wird dazu das Signal eines zweiten optischen Sensors, der auf Druck reagiert, mit der Entfernungsinformation verarbeitet. Der taktile Sensor kann das Fahrzeug so stoppen, es automatisch ein kurzes Stück zurückfahren und dadurch den Bediener vor Quetschungen schützen. Dass der Gabelhubwagen reversierend auf einen Annäherungssensor reagiert, gilt als Alleinstellungsmerkmal der neuen Sicherheitstechnik, die durch Mitarbeiter bei BASF getestet wurde. Deren Feedback fließe in weitere Optimierungsarbeiten der Technik mit ein. Auch die Berufsgenossenschaft stehe den Forschern als beratendes Organ zur Seite.

Erstes Interesse seitens der Industrie

BASF stellte beide Prototypen bereits auf Fachtagungen und Messen aus, wie man erfährt. Das Interesse von Nutzern und Herstellern sei groß. „Die Technik kann bei nahezu allen Transportfahrzeugen eingesetzt werden. Insbesondere ist sie für autonom fahrende Transportfahrzeuge interessant“, berichtet Dr. Christopher Taudt, Gruppenleiter Oberflächenmesstechnik am Fraunhofer AZOM. Deshalb arbeitet er mit seinem Team weiter an der technischen Optimierung der Sicherheitstechnik. Aktuell verfolge man die Idee, die Sensoren in eine Art nachrüstbare Sensorleiste zu integrieren, anstatt sie fest im Fahrzeug einzubauen. Damit könnte jeder Fahrzeugtyp unterschiedlicher Hersteller nachgerüstet werden, sagt Taudt.

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