Maschinenbau/Blechbearbeitung Generationswechsel bei MBH in Ibbenbüren

Redakteur: Dietmar Kuhn

Björn Hassink ist seit Januar 2011 Geschäftsführer der MBH Maschinenbau- und Blechtechnik GmbH, Ibbenbüren. Mit seiner Ernennung ist ein weiterer Schritt im Generationenwechsel vollzogen. Wir sprachen mit Vater Reinhard und Sohn Björn Hassink über die Entwicklung des Familienunternehmens.

Firmen zum Thema

Stafettenübergabe bei MBH: Reinhard und Björn Hassink. Bild: Verfasser
Stafettenübergabe bei MBH: Reinhard und Björn Hassink. Bild: Verfasser
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Hassink, mit 30 Jahren sind Sie ein junger Chef. Ist das nicht zu jung?

Björn Hassink: Richtig, mit 30 Jahren bin ich ein junger Geschäftsführer, aber mein Vater hat die Firma im selben Alter gegründet. Stand also in derselben Verantwortung wie ich heute. Und ich bin nicht alleine: Im Führungskreis ist er ja neben meiner Schwester und unserem Vertriebsleiter weiterhin aktiv.

Was sagt der Vater? Fällt es Ihnen leicht, sich zurückzuziehen?

Reinhard Hassink: Ich finde den Zeitpunkt für einen warmen Übergang – wie wir es gerne nennen – genau richtig. Björn ist zwar jung, aber er hat die nötige Energie und den unbedingten Willen, das Unternehmen voranzubringen. Mich lässt ruhig schlafen, dass er mich bereits in den vergangenen Jahren sehr gut vertreten hat. Er wächst in die Aufgabe hinein, denn ich gebe ja Stück für Stück ab und schmeiße ihn nicht ins kalte Wasser.

Was soll sich in der Firma unter Ihrer Führung ändern?

Björn Hassink: Als mittelständischer Produktionsbetrieb sind die Mitarbeiter und ihr Know-how unser wichtigstes Gut. Als Führungskraft widme ich 70 bis 80% meiner Zeit der Personal- und Unternehmensentwicklung. Wenn ich unsere Prozesse und Abläufe verbessern will, mich wirtschaftlich besser aufstellen möchte oder Produktinnovationen vorantreiben will, muss ich unsere Leute für das Unternehmen begeistern.

Wie haben Sie herausgefunden, woran Sie arbeiten müssen?

Björn Hassink: Wir sind nach der Finanzkrise in der glücklichen Lage, den Umsatz der Vorjahre zu erreichen, ihn vielleicht zu übertreffen. Mehr als 25 Mio. Euro können wir aber nur erwirtschaften, wenn wir geschultes und wissendes Personal haben. Mir hilft bei der Analyse des Betriebes die Temp-Methode von Professor Jörg Knoblauch. Mit diesem Management-Werkzeug können wir alle Unternehmensfelder durchleuchten und uns Schritt für Schritt verbessern. So investieren wir jährlich 80.000 Euro in die Weiterbildung. Oder wir verbessern kontinuierlich unsere Prozesse. Zum Beispiel haben wir jüngst durch Büro-Kaizen unsere Verwaltung optimiert. Durch strukturierte und einheitliche Ablagesysteme konnten so Suchzeiten enorm verkürzt werden.

Das Interview führte Michael Sudahl, freier Journalist in Stuttgart.

(ID:378148)