Knauf Interfer Giebel Kaltwalzwerk erweitert Glüh- und Produktionskapazitäten

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Mit der Inbetriebnahme einer neuen Glühanlage in der vergangenen Woche hat Knauf Interfer die Produktionskapazitäten im Giebel Kaltwalzwerk am Standort Iserlohn deutlich erweitert. Die beiden zusätzlichen Sockel fassen Coils mit einem Durchmesser von 1980 mm bei einer Stapelhöhe von über 4 m; die Glühzeitberechnung erfolgt über die Treatperfect Software. Das ermöglicht eine Durchsatzsteigerung bis zu 15 %.

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Ebner Glühanlage beim Wechsel der Heizhaube.
Ebner Glühanlage beim Wechsel der Heizhaube.
(Bild: Knauf Interfer)

Mit dieser Investition baut Knauf Interfer die Wettbewerbsfähigkeit im Geschäftsfeld Kaltwalzen in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiter aus. Der Erweiterung der Glühkapazitäten vorausgegangen war die Einführung einer neuen Softwarelösung zur Supply-Chain-Planung (SCP&O) am Standort Iserlohn. Diese erlaubt eine gute Auslastung aller Produktionsanlagen und einen reibungslosen Materialfluss. Das Glühzeitberechnungsmodul Treatperfekt ermöglicht darüber hinaus eine präzise Berechnung der individuellen Glühzeiten für den jeweiligen Werkstoff bei wechselnder Masse und Menge der Coils. „Dadurch können wir nicht nur energieeffizienter produzieren, sondern auch eine konstant hohe Qualität speziell bei Sonderstählen gewährleisten“, so Dr. Stephan Scharfenorth, Sprecher der Geschäftsfeldleitung Kaltwalzen bei Knauf Interfer.

Die neue Glühanlage verfügt über eine hochmoderne Heizhaube mit einer Leistung von 1400 KW, eine hocheffiziente Kühlhaube und einen zusätzlich errichteten Wasserstofftank. Die zwei Glühsockel sind auf eine maximale Belastung von jeweils 90 t und einen Temperaturbereich bis 750° C ausgelegt. In Verbindung mit den bestehenden Wärmebehandlungsanlagen verfügt das Giebel Kaltwalzwerk damit über einen leistungsstarken Maschinenpark, der kurze Durchlaufzeiten und eine hohe Lieferfähigkeit ermöglicht. In insgesamt bis 15 Produktionsschritten wird in Iserlohn Kaltband in dünnsten Abmessungen und Breiten von bis zu 1040 mm hergestellt. „Höherwertige Bandstähle erfordern längere Glühzeiten. Um in diesem Produktbereich der gestiegenen Kundenachfrage gerecht zu werden, haben wir frühzeitig die Entscheidung gefällt, die Glühkapazitäten zu erweitern“, erläutert Scharfenorth. Die Planungen für die Erweiterung des Glühbereiches wurden bereits im Sommer 2014 eingeleitet. Der Spatenstich für die Fundamentarbeiten erfolgte im März; mit der technischen Abnahme und offiziellen Inbetriebnahme am Anfang Juli endete eine erfolgreich absolvierte zweiwöchige Testphase. „Insbesondere auf kurzfristige Kundenwünsche können wir von heute an noch flexibler reagieren“, freut sich Scharfenorth.

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