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Schalter/Taster Halter aus Blech benötigen weniger Kaufteile und sparen Kosten

| Autor / Redakteur: Evelyn Konrad / Dietmar Kuhn

Dieser Artikel befasst sich mit der Konstruktion eines Halters aus gebogenem Blech mit gleichzeitigem Schutz für Schalter oder Taster. Durch die Verwendung von weniger Kaufteilen spart diese Version nicht nur Montageaufwand, sondern auch Kosten in beachtlichem Maße.

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So (r.) sehen Halter für Schalter und Taster aus, wenn sie aus einer Blechkonstruktion bestehen: stabiler, sicherer und mit nur fünf Montageteilen im Vergleich zu Haltern, die aus 14 Kaufteilen bestehen (l.).
So (r.) sehen Halter für Schalter und Taster aus, wenn sie aus einer Blechkonstruktion bestehen: stabiler, sicherer und mit nur fünf Montageteilen im Vergleich zu Haltern, die aus 14 Kaufteilen bestehen (l.).
(Bild: Trumpf)

In jedem Industriebetrieb und an so gut wie jeder Maschine gibt es Schalter oder Taster. Sie dienen zum Beispiel zum Ein- und Ausschalten einer Anlage. Die Taster sind entweder direkt am Maschinengehäuse befestigt oder, wenn das nicht möglich ist, über Halterungen montiert. Solche Halterungen können sehr verschieden aussehen: eckig, rund, mit oder ohne Schutzhaube. Auch können sie für die gleiche Funktion unterschiedlich konstruiert sein.

Tasterhalter punktet mit einfacherer Konstruktion

Für einen Tasterhalter entwickelten und verglichen Trumpf-Konstrukteure zwei Varianten. Der erste Halter besteht dabei aus 14 einzelnen Kaufteilen, der zweite aus einem Blech und nur fünf Kaufteilen. Der Taster ist über einer Kabelöffnung platziert, sodass er nicht direkt am Maschinenrahmen befestigt sein kann. Um die Kabel nicht zu gefährden, ist zwischen dem Taster und der Maschine ein Abstand von 35 mm eingeplant. Beide Varianten erfüllen ihre Funktion wie gewünscht. Doch beim Vergleich des Herstellprozesses überzeugt die Blechkonstruktion.

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Die erste Halterversion besteht aus 14 handelsüblichen Kaufteilen: zwei 35 und vier 60 mm langen Distanzbolzen, sechs Senkkopfschrauben, einer Plexiglas-Schutzplatte und einer Metallplatte. Die Distanzbolzen sorgen für den Abstand zwischen Maschine und Halter sowie zwischen Schutz- und Metallplatte. Die Metallplatte, an der der Taster befestigt ist, wird zunächst in die richtige Form gesägt. Zusätzlich erhält sie sechs geschnittene Gewinde und zwei gebohrte Löcher mit Kegelsenkungen. Anschließend verschrauben Monteure die Einzelteile. Das Aufbauprinzip dieser Version ist einfach und die einzelnen Teile sind günstig. Dafür ist der Montageaufwand einer solchen Lösung sehr hoch. Insbesondere in einem Land mit hohem Lohnniveau rentiert sich ein Blick auf Alternativen.

Halter aus Blech spielen vor allem bei der Montage ihre Vorteile aus

Die Konstrukteure von Trumpf entwickelten daher eine weitere Lösung aus einem gebogenen Blechteil. Auf den ersten Blick scheint diese Version komplizierter, insbesondere für den Konstrukteur. Ist jedoch das nötige Fachwissen vorhanden, bieten Blechkonstruktionen von Haltern Vorteile. Davon ist Thomas Bronnhuber, Referent für Workshops zur Teilegestaltung bei der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG, überzeugt: „Blech ist ein universeller Werkstoff, mit dem viele Bauteile günstiger und zum Teil besser möglich sind. In diesem konkreten Fall erreichten wir eine Kosteneinsparung von 27 %.“

Der Aufwand zur Herstellung des Blechteils ist vergleichbar mit der Vorbereitung der Metallplatte im ersten Halter. Allerdings kommen anstatt von Säge- und Bohrmaschinen eine Stanz-Laser- und eine Biegemaschine zum Einsatz. Die Stanz-Laser-Maschine schneidet die Kontur des Blechteils und formt zudem die Gewinde, alles in einem Arbeitsgang.

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