Schuler/Kemmerich Höchste Produktivität auch bei kleinen Losgrößen

Autor / Redakteur: Simon Scherrenbacher / Dietmar Kuhn

Automobilhersteller und ihre Zulieferbetriebe stehen heute mehr denn je vor der Aufgabe immer kleinere Losgrößen und immer häufigere Produktwechsel wirtschaftlich lösen zu müssen. Hintergrund ist eine wachsende Modell- und Variantenvielfalt der Automobile mit der Folge einer steigenden Anzahl der benötigten Bauteile. Die Servotechnik scheint daür Lösungen zu bieten.

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Vor einem Jahr wurde beim Automobilzulieferer Kemmerich in Attendorn eine 1600-t Servopresse in Betrieb genommen. Die Anlage bewies bei kleinen Losgrößen und häufigen Produktwechseln ihre absolute Flexibilität.
Vor einem Jahr wurde beim Automobilzulieferer Kemmerich in Attendorn eine 1600-t Servopresse in Betrieb genommen. Die Anlage bewies bei kleinen Losgrößen und häufigen Produktwechseln ihre absolute Flexibilität.
(Bild: Schuler)

Um in der Automobilindustrie einen Auftrag zu erhalten und damit einen Gewinn erwirtschaften zu können, ist nicht nur eine möglichst hohe Ausbringungsleistung gefragt, sondern auch eine möglichst breites Teilespektrum. Genau das ist dem Automobilzulieferer Kemmerich aus Attendorn mit seiner 1600 Tonnen starken Schuler-Servopresse, die mittlerweile seit einem Jahr in Betrieb ist, gut gelungen.

Es handelt sich dabei um die bislang größte Servopresse im sauerländischen Attendorn, wo sich zahlreiche Zulieferbetriebe aus dem Bereich Umformtechnik wieder finden. Vor knapp einem Jahr ging die Maschine vom Typ TSD 4-1600 mit einem 6 m langen und 2,50 m breiten Pressentisch in Betrieb. Ebenfalls von Schuler stammen die Bandanlage mit einer Präzisionsrichtmaschine und der Drei-Achs-Transfer mit aktiver Schwingungsdämpfung.

„Die ServoDirekt-Technologie ist anderen Lösungen in technischer Hinsicht absolut überlegen“, ist Inhaber Josef Kemmerich überzeugt. „Um das volle Potenzial auszureizen, hat Schuler uns mit der Untersuchung von Bauteilen bei der Optimierung des Umformprozesses unterstützt.“ Im firmeneigenen Werkzeugbau konnten die Erkenntnisse direkt umgesetzt und verwertet werden. „An unserem Pressenlieferant schätze ich die hohe Zuverlässigkeit und Termintreue“, sagt Kemmerich.

Fundiertes technisches Wissen und kurze Entscheidungswege bildeten die Grundlage für das rasante Wachstum, das Kemmerich in den vergangenen Jahren hingelegt hat. Schon früh erkannte der Automobilzulieferer Kemmerich die Möglichkeiten der ServoDirekt-Technologie und setzt sie als eines der ersten Unternehmen in der Branche ein. Heute stehen in den Produktionshallen der Gruppe an den Standorten Deutschland und Tschechien bereits mehrere Schuler-Servopressen.

Auch das neu gegründete Werk in Auburn (Alabama) ist mit einer hoch automatisierten 630 t starken Schuler-Presse ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine der ersten Anlagen mit ServoDirekt-Technologie überhaupt in der nordamerikanischen Zulieferindustrie.

Seit über 50 Jahren weltweit als Automobilzulieferer unterwegs

Kemmerich, gegründet 1897 in Attendorn, beliefert seit über 50 Jahren die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist auf die Konzeption, Konstruktion und Produktion hochwertiger Stanz-, Zieh- und Biegeteile aus unterschiedlichen Materialien für den Leichtbau spezialisiert. Dabei kommen Stanzautomaten, mechanische Transferpressen, Stufenpressen und Servopressen neuester Bauart mit einer Presskraft zwischen 50 und 1600 t zum Einsatz. Mithilfe moderner Schweißmaschinen und Gewindeformautomaten können die Teile weiter verarbeitet und zu komplexen Montagebaugruppen aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt werden. Kemmerich Metal Engineering beschäftigt über 1000 Mitarbeiter an den Standorten in Deutschland, Spanien, Tschechien und den USA.

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