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Korrosionsschutz Industrieverband Feuerverzinken kritisiert neue Legierungen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Seit einiger Zeit werden neue kontinuierlich schmelztauchveredelte Legierungsüberzüge auf Zink-Aluminium-Magnesium-Basis am Markt angeboten. Bei einem Vergleich dieser Legierungsüberzüge mit dem Stückverzinken nach DIN EN ISO 1461 kommt der Industrieverband Feuerverzinken e.V., Düsseldorf, jedoch zu dem Ergebnis, dass Aussagen der Anbieter zur Qualität ihrer Überzüge lediglich Wunschdenken zum Ausdruck bringen.

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Feuerverzinkter Stahl erreicht zumeist eine Schutzdauer von 50 Jahren und mehr.
Feuerverzinkter Stahl erreicht zumeist eine Schutzdauer von 50 Jahren und mehr.
(Bild: Industrieverband Feuerverzinken)

Unter atmosphärischen Anwendungsbedingungen (zum Beispiel Industrie-/Stadtatmosphäre) besitzen kontinuierlich schmelztauchveredelte Legierungsüberzüge auf Zink-Aluminium-Magnesium-Basis (ZM-Überzüge) ähnliche Korrosionsraten wie stückverzinkte Überzüge nach DIN EN ISO 1461, wie es in einer Mitteilung des Verbands heißt. Unterschiede bestünden jedoch hinsichtlich der Schichtdicken. Da stückverzinkte Überzüge deutlich höhere Schichtdicken besäßen, erreichten sie auch eine erheblich höhere Schutzdauer.

Stückverzinkte Überzüge bis zu zehn Mal dicker als Legierungsüberzüge auf Zink-Aluminium-Magnesium-Basis

Je nach Produkt seien stückverzinkte Überzüge nach DIN EN ISO 1461 bis zu zehn Mal dicker als ZM-Überzüge. Lediglich unter extremen Korrosionsbelastungen (wie andauernde hohe Feuchtigkeit bei gleichzeitiger hoher Chloridbelastung), die in der Praxis extrem selten auftreten würden, erreichten kontinuierlich schmelztauchveredelte Legierungsüberzüge (Zn-Al-Mg (ZM)) bessere Korrosionsraten. Diese könnten jedoch nicht die geringere Schichtdicke dieser Legierungsüberzüge kompensieren.

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Es gibt umfangreiche Langzeiterfahrungen mit stückverzinkten Überzügen nach DIN EN ISO 1461, die unter üblichen atmosphärischen Bedingungen (Industrie-/Stadtatmosphäre) eine Schutzdauer von 50 Jahren und mehr erreichen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Langzeiterfahrungen mit kontinuierlich schmelztauchveredelten Legierungsüberzügen (Zn-Al-Mg (ZM)) und normative Regelungen zu dieser Produktgruppe gebe es hingegen nicht.

Im Salzsprühnebeltest hätten ZM-Überzüge eine bis zu zehn Mal bessere Korrosionsrate erreicht als das Stückverzinken. Der Salzsprühnebeltest ist ein Kurzzeittest im Labor, bei dem die zu testenden Materialien einer extrem hohen Salzkonzentration ausgesetzt werden.

Ergebnisse des Salzsprühnebeltests als irreführend bezeichnet

Die Ergebnisse des Salzsprühnebeltests seien aber irreführend, weil sie im Hinblick auf praxisübliche Anwendungen in gemäßigten Klimaten keinlerei Relevanz besäßen. Zudem böten Kurzzeittests wie der Salzspühnebeltest Raum für manipulative Eingriffe. Bereits durch minimale Veränderungen von Testparametern könnten Ergebnisse in erheblichem Maße beeinflusst werden und so künstlich Leistungsunterschiede induzieren.

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