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Umformtechnik Kaltmassivumformer wollen weg von der ausschließlichen Automobilorientierung

Redakteur: Dietmar Kuhn

In Düsseldorf kamen die Kaltmassivumformer zu ihrem 25. Jahrestreffen zusammen. Vor dem Hintergrund niedriger Absatzzahlen der Automobilindustrie, die 2009 Umsatzrückgänge von bis zu 50% zu beklagen hatte, ist es jetzt an der Zeit sich neu zu orientieren und sich anderen Abnehmerbranchen verstärkt zuzuwenden.

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Durch die Kombination verschiedener Massivumformverfahren hergestellte Teile für ein Automobil.Bild: Deutsche Massivumformung
Durch die Kombination verschiedener Massivumformverfahren hergestellte Teile für ein Automobil.Bild: Deutsche Massivumformung
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Stimmung war nicht gerade schlecht – aber in den vergangenen 25 Jahren hatten die Kaltmassivumformer schon einmal mehr Grund zur Freude. Denn vor dem Hintergrund, dass die europäische Automobilindustrie unter starken Absatzrückgängen leidet, sehen sich auch die Kaltmassivumformer als Zulieferer in der Zwickmühle. Ist doch die Automobilindustrie der erste und größte Abnehmer von kalt geformten Teilen.

„Die Szenarien sind bedrohlich“, richtete Dr.-Ing. Thomas Herlan von der Herlanco GmbH in Karlsruhe den Weckruf an seine Mitstreiter im Plenum. „Die Automobilindustrie liegt am Boden, mit ihr ihre Zulieferer. Der Absatzeinbruch beschert Verluste – gleichzeitig steigen der Aufwand für Entwicklung und Erforschung alternativer Antriebskonzepte sowie der Aufwand in neue Fertigungstechnologien“, beklagt Herlan. „Außerdem“, so konstatiert er, „laufen die Substitutionstechnologien leider nicht in Richtung Kaltmassivumformung.“ Bis zu 50% Umsatzrückgang mussten die Zulieferer im Jahr 2009 hinnehmen.

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Oft fehlt dem Mittelstand das Geld für Forschung und Entwicklung

Da fehlt doch gerade jetzt dem Mittelstand – die meisten Zulieferer sind mittelständisch geprägt – das Geld für Forschung und Entwicklung, zumal gleichzeitig alternative Fertigungstechniken immer aggressiver im Markt auftreten. Da nützt es auch nichts, wenn Herlan auf die historische Bedeutung der Kaltmassivumformung hinweist. Wurde diese doch aus wirtschaftlichen und ressourcensparenden Gründen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Bis heute ist das Terrain für Automobilzulieferer auf jeden Fall kleiner geworden und die Krise nagt weiter an den Umformunternehmen.

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