Schweißrobotik Kleiner Schweißroboter sucht sich in großen Schiffen seine Naht

Autor / Redakteur: Bernhard Foitzik / Rüdiger Kroh

Die Öffnung ist gerade einmal 600 mm × 800 mm groß, durch die ein Roboter samt Schweißausrüstung in den Bauch eines großen Containerschiffes gelassen wird. Dort schweißt der selbstfahrende Roboter dann autark und an den engsten Stellen seine Nähte und orientiert sich über einen Lasersensor.

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Erst der "faltbare" Roboter macht es möglich: Roboter und Schweißausrüstung müssen durch das Mannloch. (Bild: Inrotech/Fanuc Robotics)
Erst der "faltbare" Roboter macht es möglich: Roboter und Schweißausrüstung müssen durch das Mannloch. (Bild: Inrotech/Fanuc Robotics)

Das Schweißen überdimensionaler Bauteile muss nicht gleichbedeutend sein mit dem Einsatz riesiger Roboter. Pfiffig ausgerüstet reicht schon ein ganz kleiner. So wurde ausgerechnet zum Bau eines Containerschiffes eine Neuerung eingesetzt: ein LR Mate von Fanuc Robotics, der sich in doppelwandigen Schiffselementen autark seine Naht sucht.

„Höchst erstaunt“ war man in Japan über das Ansinnen von Flemming Jørgensen, Roboter nach Japan zu importieren. Denn es handelte sich um acht Roboter des Typs LR Mate und die stammen bekanntermaßen vom japanischen Hersteller Fanuc Robotics. Die Sache hatte aber durchaus ihre Richtigkeit. Jørgensens Unternehmen Inrotech aus dem dänischen Odense lieferte eine Schweißanlage mit acht Robotern an die japanische Werft Oshima Shipbuilding.

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Selbstfahrender Roboter zum Schweißen langer Nähte

Ihre Bewährungsprobe hatte die Schweißanlage in Dänemark bestanden, wo eine erste Anlage mit insgesamt zehn Robotern beim Schweißen eines sogenannten Bulk-Carrier-Schiffes eingesetzt wurde. Allerdings zählt Schiffbau in Europa nicht unbedingt zu den Wachstumsmärkten und so musste der japanische Roboter von Dänemark auswandern.

Josef Fruhmann, Supervisor Arc Welding Group bei Fanuc Robotics Deutschland, sieht den kleinen Roboter auf großen Schiffen durchaus in seinem Element, aber nicht nur auf Schiffen: „Schweißer sind überall teuer. Da ist eine Automatisierung immer ein Thema, sei es onshore oder offshore.“ Überall dort, wo lange Nähte geschweißt werden müssen, beispielsweise im Kranbau oder der Produktion von Schienenfahrzeugen, könnte das System sinnvoll eingesetzt werden.

Werften haben grundsätzlich Bedarf an Schweißrobotern

Die Idee eines selbstfahrenden Roboters liegt auf der Hand, wenn man die Rahmenbedingungen in einschlägigen Industriezweigen zusammenfasst. „Jede zweite, dritte Werft hat grundsätzlich einen Bedarf an dieser Art der Automatisierung“, sagt Fruhmann. „Es gibt Beispiele im Schiffbau, wo von dem Handhaben des ersten Bleches bis zur Schiffstaufe gerade einmal neun Monate vergehen.“ Um jeden Tag werde gegeizt.

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