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Jørgensen kennt die Anforderungen aus eigener Praxis: „Wer den Stahlbau eines Schiffes und die dafür notwendigen Schweißarbeiten zeitlich verkürzen kann, hat einen deutlichen wirtschaftlichen Vorteil.“ Sicher ist es vom Einzelfall abhängig, aber die in Frage kommenden Nähte können automatisch um wenigstens ein Drittel schneller geschweißt werden als von Hand.
Schweißroboter benötigt keine Absaugung
Zudem ist der mobile Roboter klein und beweglich genug, um auch dort flexibel zu schweißen, wo sich ein Schweißer nur kriechend fortbewegen könnte. Und der Roboter braucht keine Absaugung.
Dieser Hinweis mag einen Eindruck davon vermitteln, welche Drecksarbeit der kleine Schweißroboter zu erledigen hat. Er wird auf einer Kranschiene durch eine gerade einmal 600 mm × 800 mm große Öffnung in den Bulk-Raum gelassen. Im Prinzip könnte das Mannloch noch kleiner sein, sofern es gelingt, den Roboter und die Schweißausrüstung entsprechend klein zu falten.
Die Box bei dem ersten auf diese Weise geschweißten Schiff ist 32 m lang und 16 m breit. Einmal durch das Loch gelassen, arbeitet der Roboter ziemlich autark. Zunächst faltet er sein Equipment auseinander. Controller, Stromquelle und Drahtversorgung – der LR Mate hat huckepack alles dabei. Lediglich Stromversorgungskabel werden an einer Schiene an der Decke des Raumes mitgeführt.
Roboter kommt auch mit ungenauen Maßangaben zurecht
Über das Programm weiß der Roboter einigermaßen, welche Aufgabe ihn erwartet, beispielsweise eine Kehlnaht zu schweißen. Auch eine ungefähre Länge der Naht ist hinterlegt.
Nun sind im Schiffbau die Maßangaben – jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, also im Rohbau – nicht ganz so genau zu nehmen. Schweißexperte Fruhmann: „Eine solche Schweißnaht kann schon einmal 100 mm länger oder kürzer sein. Das schafft der Roboter trotzdem.“
Der Bediener der Schweißaufgabe gibt dem Roboter nur an, ob er auf der linken oder rechten Seite beginnen soll. Aus den im Programm hinterlegten Möglichkeiten wählt der Roboter eine passende aus, fährt in die Startposition und startet das Schweißprogramm.
Ein Lasersensor gibt dem Roboter Orientierung
Dann ist der LR Mate erst einmal eine bis eineinhalb Stunden beschäftigt. Ob ein- oder mehrlagig geschweißt wird, ist im Programm hinterlegt. Ist die Naht fertig, kriecht der Bediener in den Raum, orientiert den Roboter um und kann am Bedientableau das Programm erneut starten. Ein einfacher, preiswerter Lasersensor gibt dem Roboter Orientierung. Ein Arc-Sensor überwacht den Schweißprozess und hält den Roboter immer in der Kehle. Ungenauigkeiten aus der Blechfertigung lassen sich in Maßen ausgleichen.
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