Schweißrobotik

Kleiner Schweißroboter sucht sich in großen Schiffen seine Naht

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Stellt die Steuerung über den Sensor fest, dass die letzten 20 cm nicht optimal geschweißt wurden, kann der Roboter im Automatikmodus zurückfahren und schweißtechnisch noch eins draufsetzen. Lediglich wenn der Draht zu Ende oder eine Düse verstopft ist, bekommt der Operator einen entsprechenden Hinweis auf seinem Monitor und muss sich dann vor Ort darum kümmern.

Schweißroboter ermöglicht hohe Einsparungen

Er fährt den Roboter aus dem Segment heraus und richtet ihn wieder her. Das kostet Zeit, ist aber angesichts der Einsparung marginal. Die Auswahl des Roboters war für Jørgensen schnell getroffen: „Wir hatten eigentlich keine Wahl. Es gab keinen anderen Roboter, der so klein ist und schweißen kann.“

In den eineinhalb Jahren der Projektumsetzung hat er noch eine weitere Eigenschaft schätzen gelernt, die Programmiersprache Karel. Er sei zu Beginn skeptisch gewesen: „Als ich gesehen habe, was man damit alles machen kann, war ich begeistert.“ Eine Reihe von Sicherheitsfeatures sei in Karel einfach zu programmieren, die im Detail mit einer anderen Sprache gar nicht oder nur sehr viel aufwendiger möglich gewesen.

Roboter übernimmt in einer Schicht die Arbeit von zwei Schweißern

Die Rechnung, warum man solche Arbeiten automatisiert machen sollte, ist für ihn einfach: Ein LR Mate übernimmt in einer Schicht die Arbeit von zwei Schweißern – und arbeitet bei Bedarf auch mehrere Schichten hintereinander. Das mobile Schweißsystem verlangt vom Bedienpersonal keine großen Vorkenntnisse.

Die Schweißausrüstung selbst muss dieselben Eigenschaften wie der Roboter haben: robust und zuverlässig. Jørgensen hat sich für Stromquellen von Kemppi entschieden: „Die sind zuverlässig. Bei diesen Anforderungen können wir uns nicht mit dem zweitbesten Equipment zufriedengeben.“

Wer Werften beliefert, muss weltweit auftreten und entsprechende Partner haben. Fanuc Robotics erfüllt dieses Kriterium ebenso wie Kemppi. Denn: „China und Korea sind interessante Märkte. Die bauen die gleichen Schiffe, haben aber noch keine Roboter“, erklärt Jørgensen. Ganz ausgestorben ist der Schiffbau in Europa dennoch nicht. Gerade konnte Inrotech einen Erfolg in Deutschland verbuchen. Eine Werft, die nicht genannt werden will, orderte sechs schweißende LR-Mate-Roboter.

Kleinroboter für andere Aufgaben mit langen Schweißnähten einsetzbar

Über das Engagement in Werften hinaus ist der verfahrbare Kleinroboter überall dort sinnvoll einzusetzen, wo es um lange Bauteile und viele Meter Schweißnaht am Stück geht, beispielsweise im Waggonbau, bei Straßenbahnwagen, Trailern oder Lkw-Aufliegern.

Eine maximale Schweißgeschwindigkeit anzugeben, ist nach Ansicht von Fanuc Robotics schwierig. Zu sehr sei das Speed Limit von den Randbedingungen abhängig. Fruhmann ist sich aber sicher: „Die Schweißgeschwindigkeit ist auf jeden Fall höher als beim manuellen Schweißen.“

* Bernhard Foitzik ist Fachjournalist in 67434 Neustadt

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