Prägen Kniehebelzangen prägen Markierungen zuverlässig in Bleche ein

Autor: Stéphane Itasse

Was in der Werkstatt mit einfachen Schlagzahlen erreicht wird, übernehmen in automatisierten Prozessen Kleinpressen: die Kennzeichnung von Blechbauteilen mit Nummern, Zahlen oder Symbolen zur Identifizierung von Chargen, Typen, Varianten. Für diesen Prozess sind relativ hohe Umformkräfte erforderlich, denn auch nach dem Lackieren soll die so eingebrachte Markierung dauerhaft lesbar bleiben.

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Zange mit Räderprägewerk für den Einsatz in automatisierten Prozessen.
Zange mit Räderprägewerk für den Einsatz in automatisierten Prozessen.
(Bild: Tünkers Maschinenbau)

Eine eindringende Tiefe in dem Blechteil oder Werkstück von mindestens 0,2 mm ist deshalb entscheidend, wie der Maschinenbauer Tünkers in Ratingen mitteilt. Besonders bei hochfesten Blechen seien bei mehrstelligen Ziffern hierzu Prägekräfte von 40 bis 60 kN erforderlich.

Kniehebelzangen mit Pneumatikzylinder sind kompakt und robust

Für solche Kraftbereiche bieten sich die Kniehebelzangen von Tünkers an, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Ausgerüstet mit einem konventionellen Pneumatikzylinder erzeuge ein Kniehebelgelenk als mechanische Übersetzung mit einem Faktor von 10/1 in der Endlage die Kraft für den Prägevorgang. Dank dieses einfachen Aufbaus ließen sich kompakte Werkzeugsysteme realisieren, die sowohl stationär als auch robotergeführt eingesetzt werden können. In Verbindung mit Prägewerken, die manuell, pneumatisch oder elektrisch verstellbar sind, könnten zum Beispiels auch Datums- und Schichtnummern oder einfache Nummernfolgen eingebracht werden.

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Ein besonderer Vorteil der Kniehebelzange sei der einschwenkende Kraftarm, der beim Öffnen mit einem Winkel von 75° das Bauteil zur Entnahme völlig freigebe. Eine zusätzliche Verfahrachse zur Bauteilentnahme könne deshalb entfallen.

C-Bügel-Systeme als Alternative zu Kniehebelzangen

Die Alternative zu den Kniehebelzangen sind laut Tünkers konventionelle C-Bügel Systeme. Hier erzeugten Multikraftzylinder die Presskräfte. Auch bei dieser Technik handle es sich um einen Pneumatikantrieb, der in der Endlage über eine Keilkniehebelmechanik die Kraftwirkung erzeugt.

Im Gegensatz zu Hydraulikysystemen oder so genannten Kraftübersetzen seien die Tünkers-Krafteinheiten pneumomechanische Systeme. Einfacher Aufbau und robuste Mechanik sind Hauptkennzeichen laut Hersteller dieser Baureihe, die deshalb auch absolut wartungsfrei operieren. Dies sei auch ein Grund dafür, dass sich diese Technik im Karosseriebau der Automobilindustrie als Standard durchgesetzt hat.

Zum Einsatz kämen die Prägezangen aber nicht nur zur Nummerierung und Identifizierung, sondern zum Beispiel auch beim Prägen von Sicken, Abstandshaltern oder Noppen, die eingebracht in Blechbauteilen definierte Abstände beim Fügen ermöglichen. Diese Vorarbeitsgänge würden unter anderem auch für das Buckelschweißen oder Laserschweißen benötigt. Auch bei diesen Anwendungen zähle hohe Kraftausbeute bei minimalen Abmaßen.

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