Lackieren Kosten runter in der Blechlackierung

Autor / Redakteur: Günter Buzer / Dietmar Kuhn

Lackiersysteme im Karosseriebau und der Zulieferindustrie waren bisher ziemlich energieaufwändig und sie beanspruchten durch ihre Größe wertvolles Betriebsareal. Mit einer neuen Technik der Dürr Systems GmbH sollen jetzt drastische Energieeinsparungen in der Automobillackierung möglich sein. Die Technik der Trockenabscheidung lässt die Anlage dabei auf ein Minimum schrumpfen.

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Mit dem Eco-Dry-Scrubber bietet Dürr ein Lackiersystem mit Trockenabscheidung der neuesten Generation, mit der sich die Energiekosten für den Lackierprozess insgesamt um zirka 30% senken lassen. Bild: Dürr
Mit dem Eco-Dry-Scrubber bietet Dürr ein Lackiersystem mit Trockenabscheidung der neuesten Generation, mit der sich die Energiekosten für den Lackierprozess insgesamt um zirka 30% senken lassen. Bild: Dürr
( Archiv: Vogel Business Media )

Eine neue Lackier-Technologie der Dürr Systems GmbH in Bietigheim-Bissingen soll in der Automobillackierung, dem wohl energieintensivsten Fertigungsprozess innerhalb des Fahrzeugbaus, jetzt Energieeinsparungen bis zu 30% ermöglichen. Diese Zahl, so die Experten, bezieht sich auf die gesamte Lackiererei. Betrachtet man nur den Kabinenbereich, also das Kernstück einer Lackieranlage, beläuft sich die Energiesparquote gar auf etwa 60%.

Intelligente Umluftführung spart Energie

Erreicht werden soll dies mit dem neu entwickelten System Eco-Dry-Scrubber. Dieser setzt auf eine intelligente Umluftführung der Kabinenluft und die Trockenabscheidung überschüssiger Lackpartikel während des Farbauftrags.

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Durch diese ausgeklügelte und simulierte Umluftführung sinkt der Energiebedarf für die Luftaufbereitung im Vergleich zu herkömmlichen Lackierkabinen signifikant. Außerdem führt der Verzicht auf die herkömmliche Nassabscheidung dazu, dass kein Frischwasser mehr für die Lackabscheidung benötigt wird. Die Folge davon sind erhebliche Verbesserungen bei Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Farbparti-kelemissionen.

Ralf Dieter, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG, verkündete bei einem Kundentag in Bietigheim-Bissingen: „Dürr als Technologieführer hat das Thema Energie- und CO2-Optimierung schon frühzeitig aufgegriffen. Daher sind wir heute in der Lage, unseren Kunden Anlagen und Systeme anzubieten, mit denen sich die Energie- und Stückkosten signifikant senken lassen. Unser System zur Trockenabscheidung unterstreicht deutlich die Ergebnisse unserer Entwicklungsanstrengungen.“

Nasslack erreicht bisher die Karosserie nur zum Teil

Beim Auftrag von Nasslacken erreichen – je nach Automatisierungsgrad – zwischen 20% (Handlackierung) und 85% (bei der automatisierten Außenlackierung) des Materials die Karosserie. Im herkömmlichen Verfahren wird der als Overspray bezeichnete Restlack mit Hilfe der abwärts strömenden Prozessluft in den Unterbau der Lackierkabine gelenkt, wo er mit speziellen Venturi-Düsen in Wasser gebunden wird.

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