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Kranhersteller werden von Maschinenbauern zu Systemlieferanten

| Redakteur: Volker Unruh

Der Kranbauer ist tot – es lebe der Systemlieferant! Den steigenden Forderungen des Marktes folgend haben sich die Kranhersteller in den letzten Jahren weitgehend umstrukturiert. Der Kunde bekommt inzwischen ein Kransystem samt Steuerung und Service komplett aus einer Hand.

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Bei der Auslieferung neuer Kransysteme liegen kundenspezifische Krane im Trend. Bild: Demag
Bei der Auslieferung neuer Kransysteme liegen kundenspezifische Krane im Trend. Bild: Demag
( Archiv: Vogel Business Media )

Ob aus dem Energiesektor, dem Automobilbereich, der Papierindustrie oder dem allgemeinen Maschinenbau – Anfragen für Industriekrananlagen kommen derzeit aus allen Industriebereichen. Im Trend liegen dabei zunehmend komplexere Anlagen.

Krane werden enger in die Produktion integriert

Was Komplexität in diesem Zusammenhang bedeutet, erläutert Thomas H. Hagen, Vorstand Industriekrane und Hafentechnologie der Demag Cranes AG in Düsseldorf: „Das betrifft zum einen die Integration eines Krans in die Prozesse unserer Kunden wie auch die Realisierung von Produktionsanlagen mit verschiedenen Kranebenen, die eine enge Abstimmung der Krane mit der Montageebene, dem innerbetrieblichen Transport von Montage- und Rohteilen – und dabei meist mit Positionierungsvorgaben – sowie dem Versand der Produkte erfordert.“

Kundenspezifische Kransysteme sind also angesagt, die von den Krananbietern dank ihrer standardisierten Baukastensysteme in großer Variantenvielfalt realisiert werden können, und zwar vom manuellen über den teilautomatisierten bis hin zum vollautomatischen Betrieb.

Vollautomatische Kransysteme haben sich noch nicht durchgesetzt

Den Großteil der industriellen Krananlagen bilden jedoch nach wie vor Systeme mit manuellen Steuerungen. Dies liegt zum einen daran, dass vollautomatische Kransysteme in vielen klassischen Anwendungsbereichen einfach (noch) nicht gebraucht werden, für den Anwendungszweck zu teuer sind oder Probleme mit der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen verursachen.

Doch die Zeiten ändern sich. Je nach Einsatzfall oder dem Grad der Einbindung von Kranen in geschlossene Materialflusskonzepte wächst die Notwendigkeit der Automatisierung im Kransektor – was wiederum zur Folge hat, dass sich der Kranbauer zunehmend in artfremden Disziplinen üben muss. Dies reicht von der Anlagensteuerung bis hin zur umfangreichen Lagerverwaltung.

Der traditionelle Maschinenbau verliert bei Kranen an Bedeutung

Durch die wachsenden Anforderungen an den Kranbauer durchläuft die Branche bereits seit einiger Zeit einen nicht unerheblichen Wandel. Thomas Kraus, Leiter des Supportcenters der Stahl Cranesystems GmbH in Künzelsau, begründet dies: „Durch die immer komplexer werdenden Anwendungen entwickeln sich die führenden Hersteller immer mehr zu sogenannten Systemlieferanten, das heißt von der kompetenten Beratung über die Realisierung bis hin zum Service der Krananlagen. Der traditionelle Maschinenbau nimmt hierbei eine immer kleiner werdende Stellung ein.“

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