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Messevorbericht

Laser World of Photonics zeigt die Trends der Lasermaterialbearbeitung

| Autor/ Redakteur: Frauke Finus / Frauke Finus

Vom 24. bis 27. Juni steht in München alles im Zeichen des Lasers: Die Weltleitmesse Laser World of Photonics präsentiert vom 23. bis 27. Juni die neusten Entwicklungen. Über 1.300 Unternehmen stellen ihre Innovationen aus.

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Das Anwendungsspektrum von Lasern wird in der Industrie stetig breiter. Sie schneiden, lochen, schweißen, löten, strukturieren, härten oder beschriften und kodieren.
Das Anwendungsspektrum von Lasern wird in der Industrie stetig breiter. Sie schneiden, lochen, schweißen, löten, strukturieren, härten oder beschriften und kodieren.
( Bild: Messe München )

Industrielle Prozesse laufen heute in Lichtgeschwindigkeit ab: Werften schneiden und schweißen riesige Stahlstrukturen für Frachter und Kreuzfahrtschiffe per Laser. Der Automobil-, Flugzeug- und Maschinenbau setzt ebenso auf das masse- und berührungslose Werkzeug Licht wie Hersteller der Kunststoff-, Glas- und Elektronikindustrie. Denn Laser sind in sensorisch überwachten Prozessen präzise steuerbar, verschleißen nicht – und haben obendrein den Vorteil der Bearbeitung mit Lichtgeschwindigkeit. Das Anwendungsspektrum von Lasern wird in der Industrie stetig breiter. Sie schneiden, lochen, schweißen, löten, strukturieren, härten oder beschriften und kodieren.

Im Zentrum der diesjährigen Laser World of Photonics stehen Innovationen mit Schwerpunkt Laser und Lasersysteme für die Fertigung. Rahmenprogrammpunkte wie die Application Panels erörtern die Zukunft von Lasern in Mikroelektronik und Elektromobilität. Denn Lasersysteme machen die Produktion flexibler. Gerade auch im Hinblick auf die derzeitigen Entwicklungen rund um die E-Mobilität wird Flexibilität immer wichtiger. Die Photonik gilt als Schlüsseltechnologie zur Elektromobilität, sowohl bei den komplexen Fertigungsprozessen für Hochvoltbatterien, Elektromotoren und Leistungselektroniken als auch im Leichtbau. Führende Anbieter von Lasertechnik und Imaging-Systemen zeigen in München, wie ihre Lösungen zur effizienten Großserienfertigung von Elektrofahrzeugen beitragen. Anbieter wie Trumpf, Coherent-Rofin, II-VI Hightyag, die IPG-Laser GmbH oder die Manz AG stellen dafür Laserverfahren bereit. Wichtig ist dabei, dass beim Verbinden und Schneiden unterschiedlicher Metalle keinerlei Spritzer entstehen. Denn diese würden im Batteriebetrieb schnell zum Sicherheitsrisiko. Zudem ist im Sinne der Langlebigkeit absolute Präzision gefragt, etwa in Form von gasdichten und wasserdichten Schweißnähten. Die Hersteller setzen vor allem auf Faser- und Scheibenlaser und hochflexible Prozessstrategien mit variabler Intensität und Fokussierung des Laserstrahls.

Dieses Thema behandelt auch das Application Panel „Keine Elektromobilität ohne Laser-Technologie“ am 25. Juni von 15 bis 17:20 Uhr.

Als Rahmenprogramm findet außerdem zum Beispiel die Sonderschau Photons in Production in Halle A3 statt. Hier präsentieren Fachleute aus der Wissenschaft ihre Neuheiten. Außerdem wird eine Laser-Live-Demonstration vorgeführt.

Additive Manufacturing wird zum industriellen Prozess

Der 3D-Druck reift mit großen Schritten. Darum sind auch für diese Technologie einige Aussteller auf der Laser vertreten. Neben den Pulverbettverfahren ist das Laserauftragschweißen auf dem Vormarsch: Metallpulver strömt in Schutzgas aus Düsen und wird per Laser mit Oberflächen verschmolzen – so lassen sich verschlissene und beschädigte Bereiche an Bauteilen reparieren. Hinzu kommt die präventive Beschichtung, die Trumpf mit dem Fraunhofer Institut für Laser Technologie (ILT) in Aachen optimiert hat. Bei Flächenraten von über 250 cm2/min sind Schichtdicken zwischen 10 bis 300 μm machbar. Da ein feiner Laserfokus genügt, ist das Verfahren zudem energieeffizienter als bisherige Beschichtungsprozesse.

Auch die mit dem Physik-Nobelpreis 2018 ausgezeichnete Ultrakurzpuls-(UKP)-Laser-Technologie findet zusehends Wege in die industrielle Serienproduktion. Besucher der Laser World of Photonics werden ihr mit Sicherheit begegnen. Neben konkreten UKP-Lösungen internationaler Aussteller sind Netzwerke wie das UKPL-Innovationsnetzwerk der Eura AG, Ausrichter von UKP-Konferenzen wie das Fraunhofer-ILT oder Initiatoren großer Forschungsprojekte vertreten.

Die Messe München organisiert darüber hinaus Guided Tours. Los gehen die Touren mit einem Impulsvortrag und der geführte Rundgang bringt Besucher dann zu ausgewählten Exponaten auf dem betreffenden Gebiet. Die Themen beleuchten dabei zum Beispiel das Laserstrahlbohren oder das Laserstrahlschweißen im sichtbaren Wellenlängenbereich.

Fertigungslaser im Fokus des World of Photonics Congress

Gleich nebenan findet im ICM - Internationales Congress Center München der World of Photonics Congress mit über 4.000 Teilnehmern aus mehr als 60 Ländern statt. Dabei widmet sich die viertägige Teilkonferenz Lasers in Manufacturing – LiM 2019 allein dem Einsatz von Lasersystemen in der industriellen Fertigung, von Additive Manufacturing über Mikroprozesse bis hin zu Füge-, Schneide- und Oberflächenbearbeitungsverfahren – sowie deren Vernetzung, Steuerung und Simulation. Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Lasertechnik (WLT) sorgt als Ausrichterin für einen spannenden Mix aus Zukunftsvisionen, praxisrelevanten Innovationen und Gelegenheiten zum Networking.

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