Brosius / Bystronic

Laserschneiden mit der neusten Technik: energieeffizient und produktiv

| Autor: Frauke Finus

Vor allem durch die hohe Prozessgeschwindigkeit beim Schneiden solcher Teile überzeugt die Bystar Fiber 4020.
Vor allem durch die hohe Prozessgeschwindigkeit beim Schneiden solcher Teile überzeugt die Bystar Fiber 4020. (Bild: Bystronic/Jan Haas)

„Vernünftig mit vernünftigen Menschen zusammen arbeiten“ – das möchte Thomas Brosius. Und das scheint zu funktionieren. Bei dem Auftragsfertiger aus der Nähe von Trier jagt seit dem Gründungsjahr 2005 eine Produktionsauslastung die nächste. Beim Laserschneiden wird man diesem Umstand seit Anfang des Jahres mit einem Faserlaser Bystar Fiber mit 8 kW von Bystronic Herr.

Im Industriepark Region Trier in Föhren hat der Rekordsommer 2018 Spuren hinterlassen. Sucht man in der Robert-Schuman-Straße die Hausnummer 4 am modernen Gebäudekomplex, wird man derzeit nicht fündig. Die Ziffer aus Kunststoff ist hinweg geschmolzen. „...die neue Ziffer wird aus Blech...“, schmunzelt Thomas Brosius, Geschäftsführer der dort ansässigen Brosius Maschinenbau und Stahlkonstruktionen GmbH. Auf dieses Material setzt der Maschinenbauer, drum hat er 2005 nach einem Berufsleben im Angestelltenverhältnis den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Zu Beginn noch als One-Man-Show im Gründerzentrum des Industrieparks eingemietet, führt Brosius heute das fort, was er vorher als Produktionsleiter jahrelang unter Beweis gestellt hat: Lösungen liefern. „Ich hatte anfangs keine einzige Maschine. Ich war reiner Dienstleister für Problemstellungen. Ich habe Bauteilen für Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau konstruiert.“ Das macht er noch heute. Doch wie es immer so ist, wenn man etwas gut macht – es wird mehr. Um der Nachfrage Herr zu werden, kamen die ersten gebraucht gekauften Maschinen für den Protoypenbau dazu. Und schließlich wurde aus Auftragskonstruktion und Prototypenbau Auftragsfertigung in mittleren und großen Serien. „Viele Kunden dachten sich, Brosius hat uns die Bauteile konstruiert, folglich kennen die auch die Raffinessen des Teils – also soll Brosius sie auch produzieren.“ Heute fertigt und montiert das Unternehmen ganze Baugruppen mit rund 90 Mitarbeitern in einem großen und modernen Maschinenpark in den eigenen neugebauten Hallen im Industriepark, die schon zwei Mal erweitert werden mussten und seit diesem Jahr sogar durch angemietete Hallen in der Nachbarschaft ergänzt werden.

Neben den Bereichen Biegen, Stanzen, Laserschneiden, Schweißen, Pulverbeschichten, Lackieren und Sägen gehört seit ein paar Jahren auch eine Zerspanungsabteilung zu Brosius, die einer Nachfolgeregelung einer bis dato eigenständigen Firma entstammt.

Energieeffizienz, die sich auszahlt: Fördergelder von der EU bekommen

Beim Laserschneiden vertraut Brosius seit 2008 auf Bystronic. „Wir haben bis zu diesem Zeitpunkt beim Laserschneiden mit Lohnfertigungspartnern zusammen gearbeitet. Doch wir dachten uns irgendwann: Laserschneiden – das können wir auch“, berichtet Brosius, der schon lange Jahre einen guten Kontakt zu Bernd Eid von Bystronic Deutschland hatte. Mit der Anschaffung des CO2-Lasers der Serie Bystar war man in Föhren hoch zufrieden. Doch die Auftragslage brachte die Anlage im Jahr 2013 an ihre Grenzen. „Bernd Eid empfahl mir dann einen Faserlaser. Ich war zunächst etwas skeptisch, drum lud er mich in die Schweiz ein, um mir zu zeigen, was der Faserlaser kann.“ Diese Möglichkeit fand Brosius ausgesprochen gut. Also packte er verschiedene Bleche auf den Speditions-Lkw, steckte sich seinen Konstruktionsdaten-USB-Stick in die Tasche und fuhr an den Hauptsitz von Bystronic in Niederönz. „Unser Experience Center ist genau dafür gedacht. In einer Live-Demo können Kunden auf unseren Anlagen ihre Teile selbst schneiden“, erklärt Eid das Angebot. Auf diese Weise von der Performance der Bysprint Fiber 4020 in XL-Ausführung mit 4 kW überzeugt, entschied Thomas Brosius sich für den erste Faserlaser mit einer Handlingslösung in seinem Maschinenpark. „Wir können im Vergleich zu vorher bei der Fertigung der Teile 30 % Zeit einsparen“, erläutert Brosius.

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren und in diesem Jahr die Produktion jeweils um 20 % gestiegen ist, stieß der Auftragsfertiger erneut an seine Kapazitätsmöglichkeiten. „Darum haben wir im März den zweiten Faserlaser von Bystronic installiert.“ Die Bystar Fiber 4020 mit 8 kW ermöglicht Brosius von einem Dreischichtbetrieb wieder in einen Zweischichtbetrieb zu wechseln. Die Schneidanlage wird noch in diesem Jahr an ein automatisches Hochregallager angeschlossen, was die Beschickung und Entnahme automatisiert und damit den Materialfluss auf die hohe Prozessgeschwindigkeit des Faserlasers abstimmt. „Ein weiterer Vorteil des 8 kW starken Faserlasers ist, dass er bis in Materialstärken von 30 mm die Schneidgeschwindigkeiten erhöht“, freut sich Brosius. Und dabei spart das Unternehmen auch noch bares Geld. „Da wir mit der neuen Anlage pro Jahr deutlich über 20 % weniger Energie verbrauchen und mehr als 40 t CO2 einsparen, konnten wir uns für den Kauf der Bystronic-Anlage Fördergelder von EFRE (Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung) sichern.“

Laserschneiden und Biegen planen und überwachen

Aber nicht nur die Energieeffizienz begeistert in Föhren, sondern auch die bei Brosius 2013 eingeführte Software Bysoft 7 in Verbindung mit dem sogeannten Plant Manager. Mit diesem, einem Modul der Bysoft 7, kann Brosius automatisch und auf Fakten basierend die Prozesse Laserschneiden und Biegen planen und überwachen. „Jedes ERP-System ist entlang der Produktionskette in einzelne Arbeitszyklen unterteilt. Einer dieser Zyklen ist die Planung der Schneid- und Biegeprozesse. Hier setzt der Plant Manager an und verfeinert diese Planung automatisch. So werden Arbeitsschritte und Zeit eingespart sowie Kosten und Fehlerquellen reduziert“, erklärt Eid die Funktionsweise der Software. Die in Kürze aufgestellte Abkantprese Xpert von Bystronic wird hier natürlich ebenfalls angebunden.

Und während Thomas Brosius in der Fertigungshalle noch Platz für die neue Abkantpresse schafft, ist er in Gedanken schon beim nächsten Umräumen. „Wir können uns hier in der Hausnummer 4 räumlich nicht mehr ausweiten; wir müssen aber. Ende 2019 werden wir deshalb mit dem Bau unseres neuen Standorts ein paar 100 Meter weiter beginnen. Es wird schon rein technisch nicht möglich sein, dass alle Maschinen mit umziehen. So sind wir zum Beispiel für eine komplett neue Pulverbeschichtungsanlage bereits in Gesprächen mit dem Hersteller der jetzigen Anlage. Auch im Laserbereich müssen wir dann mal schauen“, fasst Brosius mit einem Lächeln Richtung seinem langjährigen Bekannten Bernd Eid zusammen.

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