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Leichtbaumetall Magnesium Leichtbau-Cluster setzt auf Magnesium

Autor: Stéphane Itasse

Ganz im Zeichen des Leichtbaumetalls Magnesium stand der jüngste Clustertreff an der Hochschule Landshut, veranstaltet vom Cluster Automotive, dem Cluster Neue Werkstoffe und dem Leichtbau-Cluster der Hochschule. Dabei zeigten die Referenten aus Industrie und Wissenschaft das Leichtbaupotenzial von Magnesiumguss- und Magnesiumblechteilen, das künftig vor allem in Multimaterialkonstruktionen auch verstärkt genutzt werden soll.

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Magnesium ist für Klaus Decking von der Georg Fischer Automotive AG im Schweizerischen Schaffhausen) das verkannteste Leichtbaumaterial.
Magnesium ist für Klaus Decking von der Georg Fischer Automotive AG im Schweizerischen Schaffhausen) das verkannteste Leichtbaumaterial.
(Bild: Hochschule Landshut)

Im Leichtbau seien Metalle und neben Aluminium besonders eben Magnesium ein wichtiges Thema, wie Dr. Matthias Konrad, Leiter Material, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg, den Hintergrund der Veranstaltung erläuterte. Auch an der Hochschule Landshut, an der Leichtbau bereits seit 2001 eine wichtige Rolle spiele, habe man sich intensiv mit Magnesium befasst, wie Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel in seiner Begrüßung erläuterte.

Magnesium wird von allen Leichtbaumetallen am meisten verkannt

Magnesium stellt für Klaus Decking von der Georg Fischer Automotive AG im Schweizerischen Schaffhausen „das verkannteste Material dar, wenn es um Leichtbau geht“. Es habe große Vorteile und noch viel Potenzial, das es auszuschöpfen gelte. Die Produktionskosten seien bei Carbonbauteilen etwa dreimal so hoch wie bei Aluminium oder Magnesium.

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Zusätzlich seien bei Magnesium weniger Prozessschritte nötig. Durch neue Herstellungsverfahren wie dem Gießwalzen kann Magnesium kostengünstiger produziert werden, rückt neben seinen Materialeigenschaften also zunehmend auch aus ökonomischen Aspekten wieder ins Betrachtungsfeld der Industrie. Es fehle nicht an der Technik oder am Material, sondern an den Leuten, die es anwenden.

Auch Christoph Schendera von der Europäischen Forschungsgemeinschaft Magnesium e.V. spricht sich für die verstärkte Verwendung des leichtesten metallischen Strukturwerkstoffs aus. Er begründet dies unter anderem mit der exzellenten Vergießbarkeit, einem hohen Festigkeits-/ Gewichtsverhältnis und damit einem hohen Gewichtseinsparpotenzial von circa 55 % im Vergleich zu Stahl und von 25 bis 40 % im Vergleich zu Aluminium, einer hundertprozentigen Recyclierbarkeit und einer nahezu uneingeschränkten Verfügbarkeit. Zwar sei der Preis pro Tonne Magnesium teurer im Vergleich zu Aluminium, allerdings das Einsparpotenzial beim Gewicht höher.

Brennbarkeit und Korrosion von Magnesium sind beherrschbar

Durchschnittlich würden etwa 4 kg Magnesium aber knapp 150 kg Aluminium pro Fahrzeug verbaut. Hemmend wirkt sich für ihn das Vorurteil aus, Magnesium brennt und korrodiert. Wobei beides in Griff zu bekommen sei, auch wenn noch viel Magnesium-Know-how und vor allem Langzeiterfahrung von verschiedenen Legierungen nötig sei. Zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten von Magnesium für einen ökologisch und ökonomisch motivierten Leichtbau moderner Fahrzeuge sieht er im Multimaterialdesign. Wenn zum Beispiel Türen und Heckklappen eines Fahrzeugs in Mischbauweise aus Aluminium und Magnesium anstelle von Stahl produziert werden, könne rund die Hälfte an Gewicht, also rund 40 bis 50 kg eingespart werden.

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 Stéphane Itasse

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