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Trumpf MAG- und Laserschweißen: Neues ausprobieren

| Autor / Redakteur: Evelyn Konrad / Dietmar Kuhn

Konstrukteure von Trumpf haben es selbst ausprobiert und eine bestehende, MAG-geschweißte Baugruppe in eine lasergeschweißte konvertiert. Die lasergeschweißte Version ist wesentlich leichter geworden und die Kosten sind enorm gesunken. Darüber hinaus bietet das Laserschweißen beachtliche Gestaltungsvorteile.

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(Bild: Trumpf)

Viele Teile und Baugruppen haben sich jahrzehntelang bewährt. Sie wurden immer nach dem gleichen Prinzip hergestellt und erfüllten so ihren Zweck. Es besteht daher auf den ersten Blick kein Grund, sie zu hinterfragen und zu ändern.

Neue Maschinen und Verfahren können Neukonstruktionen interessant machen

Doch mit neuen Technologien, präziseren Maschinen und mehr Erfahrung lassen sich manche Teile als Neukonstruktion besser und günstiger herstellen. Konstrukteure erhalten oft den Auftrag, ein Einzelteil oder einzelne Bearbeitungsschritte zu verbessern. Es kann sich aber lohnen, eine ganze Baugruppe neu zu gestalten und mit einem neuen Verfahren, wie beispielsweise dem Laserschweißen, zu verbinden. Dies öffnet gestalterische Potenziale und erzeugt eine nachhaltige Wertschöpfung.

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Nach diesem Prinzip betrachteten Trumpf-Konstrukteure eine Baugruppe aus einem Sheet-Master, einer Automatisierungskomponente zum Be- und Entladen von Trumpf-Stanz- und -Stanz-Lasermaschinen. Die betrachtete Baugruppe befindet sich im Wagen, dem sich bewegenden Teil des Sheet-Masters. Sie besteht aus einem etwa 720 mm × 175 mm messenden Teil, das über verfahrbare Schienen am Wagen montiert ist. An seinen Enden sind zwei etwa 390 mm lange Blechelemente im 90°-Winkel befestigt. Die komplette Baugruppe erinnert so optisch an einen kleinen Gabelträger.

Die Baugruppe dient zum Entladen von Blechteilen. Daher sind an den Unterseiten der zwei kürzeren Blechelemente Sauger über verfahrbare Schienen befestigt. Über diese Sauger nimmt der Sheet-Master die fertig geschnittenen Einzelteile von der Maschine auf und entlädt sie beispielsweise auf eine beigestellte Palette.

Fertigung einer Baugruppe durch MAG-Schweißen beanspruchte sehr viel Zeit

Die Baugruppe ist ein Innenteil, sodass sie nicht auf Anhieb sichtbar ist. Eine besonders schöne Optik ist daher nachrangig. Gewichtseinsparungen sind dafür vorteilhaft, da sich die Baugruppe im und mit dem Wagen des Sheet-Masters bewegt.

Die aktuelle Konstruktion der Baugruppe basiert auf fünf miteinander und zum Teil übereinander MAG-verschweißten Biegeteilen. Im Bauteil sind zusätzliche Streben eingebaut, um den Schweißverzug zu reduzieren. Eine komplizierte Spannvorrichtung hält die Einzelteile zusammen. Trotzdem ist anschließend aufgrund des Schweißverzugs hoher Richtaufwand nötig. So beansprucht dieser Arbeitsschritt sehr viel Vor- und Nachbereitungszeit. Zudem dauert der reine Schweißvorgang etwa 30 min.

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