Pipelinerohre

Millimeterarbeit in höchster Präzision: Rohre für die Ostsee-Pipeline

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Rohre müssen einem Betriebsdruck von bis zu 220 bar standhalten

Mittels Versorgungsschiffen werden die Rohre zum Verlegeschiff in der Ostsee transportiert, wo sie zu einem Rohrstrang verschweißt und in Wassertiefen von bis zu 210 m verlegt werden. Sie müssen einem Betriebsdruck von bis zu 220 bar standhalten – eine Beanspruchung, die spezielle Anforderungen an das eingesetzte Material und die Rohrherstellung stellt.

„Unsere O-Presse wirkt mit einer Kraft von bis zu 60.000 t – vergleichbar mit dem Gewicht von 1500 beladenen Lkw – auf die 12 m langen Bleche ein“, beschreibt Jascha Alexander Jacobs, Leiter Einkauf bei Europipe. Die O-Presse wird bestückt mit sechs Pressengesenken, bestehend aus jeweils einem Ober- und einem Unterteil.

Pressengesenke für Pipelinerohre starken Belastungen ausgesetzt

Die Pressengesenke für den Nord-Stream-Auftrag lieferte die Schmolz + Bickenbach Guss-Gruppe. Vor allem zu Beginn des Umformungsprozesses vom „U“- zum Schlitzrohr sind die Pressengesenke starken mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt – denn die Kanten des zu einem „U“ geformten Blechs sind relativ scharf.

„Für uns besteht die Herausforderung darin, Europipe für diesen Fertigungsschritt Gesenke aus einem Werkstoff zur Verfügung zu stellen, der eine hohe Langlebigkeit und Oberflächenhärte mit einer enormen Abriebfestigkeit verbindet“, so Götz Axel Weckes, Vertriebsverantwortlicher bei der Schmolz + Bickenbach Guss-Gruppe. Bewährt haben sich Pressengesenke aus Sphäroguss, die im Sandgussverfahren hergestellt werden.

Der Einsatz dieses Werkstoffes stellt für die Guss-Gruppe eine Ausnahme dar, denn seit den 1980er Jahren ist man auf Edelstahlguss spezialisiert. Deshalb werden nur noch anspruchsvolle Großteile in Sphäroguss realisiert.

30 Jahre Zusammenarbeit ermöglicht auch bessere Pressengesenke

Im Laufe der über 30-jährigen Zusammenarbeit forcierten Europipe und die Guss-Gruppe – gemäß den wachsenden Anforderungen – einen kontinuierlichen partnerschaftlichen Entwicklungsprozess. So wurde die Form der Pressengesenke immer weiter angepasst und damit die Geometrie optimiert. „Wir brauchen einen Partner, dem wir uneingeschränkt vertrauen und der auch bei anspruchsvollsten Aufgaben – wie der Nord-Stream-Pipeline – zuverlässig an unserer Seite steht“, unterstreicht Jacobs.

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