Buchtipp Modularisierung der Produktion in der Automobilindustrie

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Automobilindustrie steht vor einer dramatischen Veränderung: Mit der Modularisierung kommt die nächste Evolutionsstufe auf die Branche zu. Und mit Dr. Hubert Waltl, Vorstandsmitglied der Audi AG für den Geschäftsbereich Produktion und Logistik, sowie Prof. Horst Wildemann, Lehrstuhlinhaber an der TU München, sind es keine Unbekannten, die diese Ansicht vertreten, sondern anerkannte Experten ihrer Branche.

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In ihrem Buch beschreiben Dr. Hubert Waltl und Prof. Horst Wildemann den nächsten Evolutionsschritt der Autoindustrie.
In ihrem Buch beschreiben Dr. Hubert Waltl und Prof. Horst Wildemann den nächsten Evolutionsschritt der Autoindustrie.
(Bild: TCW)

Kostendruck, Zeitwettbewerb und hohe Qualitätsanforderungen zwingen die Automobilhersteller zur Implementierung von exzellenten Produktionsprozessen, schreiben die beiden Autoren in ihrem neuen Buch „Modularisierung der Produktion in der Automobilindustrie“. Modularisierung und Standardisierung seien dabei wichtige Handlungsfelder, an denen kein Automobilkonzern mehr vorbeikomme.

Modularisierung von den Produkten auf die Produktion erweitert

Der Volkswagen-Konzern habe mit seiner Produktmodularisierung eine Vorreiterrolle in der internationalen Automobilbranche eingenommen. Dieser Grundgedanke der Modularisierung sei nun auch in der Produktion umgesetzt worden. Das Buch umfasst eine wissenschaftliche Fundierung und Positionierung des modularen Produktionsbaukastens von Volkswagen.

Mit diesem Konzept zielt Volkswagen auf eine Flexiblisierung und Effizienzsteigerung von Fabriken, Prozessen und Organisationsstrukturen. Der Ansatz bestehe aus einer neuen Ordnungslogik zur Modularisierung und Standardisierung der Produktion sowie der Integration in die Geschäftsprozesse. Ziel sei es, Fabriken nach Best Practice zu realisieren.

Modularisierung der Produktion bietet zahlreiche Vorteile

Damit könnten eine hohe Produktvielfalt in Mehrmarken- und Multiproduktfabriken effizient und flexibel hergestellt, der Planungs- und Konstruktionsaufwand verringert, das Investitionsvolumen in Anlagen und Werkzeuge stark reduziert, Anlaufkurven durch standardisierte und erprobte Module verkürzt sowie die Umbaufähigkeit und damit die Weiterverwendbarkeit erhöht werden. Gleichzeitig werde das Unternehmen in die Lage versetzt, die lokale Anforderungen zu berücksichtigen, die Effizienz der Instandhaltung zu erhöhen, einen hohen Qualitätsstandard sicherzustellen, die Lernkurven der Mitarbeiter zu verkürzen und eine optimale Arbeitsplatzgestaltung zu gewährleisten.

Das Buch beschreibt das Konzept sowie die Herangehensweise und ordnet den modularen Produktionsbaukasten in bestehende Modularisierungsansätze der Produktion ein. Ein Blick auf die Wettbewerber stellt sicher, das in der Automobilindustrie vorhandenes Know-how bei der Bewertung des Ansatzes von Volkswagen gewürdigt werden kann.

Bibliografische Daten: Waltl, Hubert; Wildemann, Horst: Modularisierung der Produktion in der Automobilindustrie, TCW Transfer-Centrum, München, 1. Auflage 2014, 280 Seiten, ISBN: 978-3-941967-48-9, 198,00 Euro

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