Rohrschweißen Orbitalschweißen erhöht Prozesssicherheit

Autor / Redakteur: Bernhard Foitzik / Rüdiger Kroh

Für einen Gasröhrenspeicher waren insgesamt 540 Rohre mit einer Gesamtlänge von rund 8700 m, einem Durchmesser von 1520 mm und einer Wandstärke von 19,4 mm zu verschweißen. Die Verfahrenswahl fiel auf das Orbitalschweißen. Es wurden reproduzierbare Ergebnisse auf hohem Qualitätsniveau mit geringer Nahtüberwölbung erzielt.

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Mit der Orbitalschweißanlage wurden die Rohre geheftet und mit Füll- und Decklagen ausgeschweißt.
Mit der Orbitalschweißanlage wurden die Rohre geheftet und mit Füll- und Decklagen ausgeschweißt.
(Bild: Kemppi)

Das Schicksal vieler guter Taten ist es, im Verborgenen zu liegen. So ist auch vom unterirdischen Gasspeicher der Wiener Energiespeicher GmbH wenig zu sehen. Insgesamt fasst der Gasröhrenspeicher ein Volumen von 15.000 m3 und ist für einen Druck bis 70 bar ausgelegt. Er ersetzt zwei oberirdische, konventionelle Kugelspeicher. Das gebunkerte Gas wird bei Bedarf abgerufen und über ein Mitteldrucknetz verteilt. In einer gestaffelten Inbetriebnahme fährt der Energieversorger den Druck nach und nach hoch. Der derzeitige Druck liegt bei durchschnittlich 45 bar.

Festlegung des Schweißverfahren

Zwischen der Vergabe des Projektes und der ersten Schweißnaht lagen gerade einmal drei Monate. Dabei haben die Cofely Gebäudetechnik GmbH, Wien, als Auftraggeber und Kemppi mit dem Systemhaus Rothberger als Lieferant der Schweißausrüstung einen echten Coup gelandet. Denn obwohl die Bauarbeiten erst 14 Tage später als vorgesehen begonnen werden konnten, war man vier Wochen vor der Zeit fertig. Cofely-Montageleiter Josef Bugl: „Das war wirtschaftlich ein Gewinn und kommt bei Baustellen unter freiem Himmel nicht häufig vor.“

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Dabei waren zum Projektstart noch einige Aufgaben zu klären. Auftragsleiter Peter Rossbacher: „Bis zum Beginn der Schweißarbeiten mussten wir noch das Schweißverfahren festlegen.“ Das war sowohl für die Ausschreibung als auch für Anbieter Kemppi eine Herausforderung. Denn die Experten mussten festlegen, ob nach der Druckbehälterverordnung oder nach dem Regelwerk für Rohrleitungen ausgelegt und geprüft wird. Keine Frage: Gas als Medium erfordert besondere Sorgfalt und Qualitätsprüfung.

Orbitalfahrwerk 14 Tage getestet

Für den Gasröhrenspeicher waren insgesamt 540 Rohre mit einer Gesamtlänge von rund 8700 m, einem Durchmesser von 1520 mm und einer Wandstärke von 19,4 mm zu verschweißen. Viel Zeit blieb nicht, das Schweißverfahren auszuwählen. Aus Sicht von Norbert Pfleger, Verkaufsrepräsentant von Kemppi und selbst gelernter Schweißer, kam nur das Orbitalschweißen infrage – ein Schweißverfahren, mit dem Cofely in einem früheren Projekt mit anderem Equipment nicht gerade gute Erfahrungen gemacht hatte.

Montageleiter Bugl vertraute jedoch dem Vorschlag: „Mehrere Schweißverfahren standen zur Debatte. Aber die Beratung und Vorführungen von Kemppi haben uns restlos überzeugt.“ Ein besonderes Entgegenkommen sei es gewesen, das Orbitalfahrwerk 14 Tage testen zu können.

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