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Drahterodieren

Ottemeier investiert in vollautomatischen Produktionsprozess

| Redakteur: Frauke Finus

Die Ottemeier Werkzeug- und Maschinentechnik GmbH ist mit der Lohnbearbeitung von Werkzeug-, Vorrichtungs- und Maschinenbauteilen Spezialist für die Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien. Jetzt hat das Unternehmen seinen Maschinenpark aufgerüstet und das Drahterodieren von Werkstücken bis zu über 100 kg in einen vollautomatischen Produktionsprozess integriert.

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Vollautomatische Einlagerung der Werkstücke im Werkstückregal bei Ottemeier.
Vollautomatische Einlagerung der Werkstücke im Werkstückregal bei Ottemeier.
(Bild: Ottemeier)

Neben der Großteilbearbeitung bis 5000 kg bietet Ottemeier seinen Kunden nun auch eine vollautomatisch gesteuerte Anlage für die Fertigung von hochgenauen Bauteilen. „Mit dem vollautomatischen Produktionsprozess können wir unseren Kunden im Bereich Drahterodieren eine Qualität auf allerhöchstem Niveau anbieten“, erklärt Geschäftsführerin Marion Ottemeier-Esken die Investition in die neue Technologie.

Voll automatisiert

Im Produktionsprozess sind drei Drahterodiermaschinen, eine Messmaschine, ein Voreinstellplatz, Regalplätze und eine Trockenstation miteinander verbunden. Der Roboter Indumatik 150 übernimmt nach der Programmerstellung und dem Aufspannen der Werkstücke alle weiteren Arbeitsschritte: von der Einlagerung im Werkstückregal über den Transfer zur Messmaschine bis hin zur Bestückung der Drahterodiermaschinen. Auch die Abholung der fertigen Werkstücke sowie die Trocknung und Einlagerung sind voll automatisiert, wie das Unternehmen mitteilt.

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Die Maschinenauswahl, die Ottemeier getroffen hat: eine Drahterodiermaschine Agie Charmilles Cut 2000 S sowie zwei Drahterodiermachinen Agie Charmilles Cut 3000 S (eine mit vollautomatischem Drahtwechsler) von GF Machining Solutions, eine Messmaschine von Mitutoyo und das Nullpunktspannsystem von Partool. Mit höchster Präzision und bester Oberflächengüte bis zu Ra 0,08 µm lassen sich Werkstücke mit einem Gewicht bis über 100 kg bearbeiten – das sind ganz neue Dimensionen in der Automation beim Drahterodieren, wie Ottemeier mitteilt. Die Wiederholgenauigkeit liegt bei 2 µm. Der Roboterbereich, in dessen Zentrum ein 15 m langes Linearsystem und fünf autark abgesicherte Arbeitsbereiche stehen, befindet sich im voll klimatisierten Erodierraum.

Flexibilität ist gewachsen

Ottemeier-Esken erklärt: „Unsere Kunden schätzen unser Know-how und die Spezialisierung auf individuelle Sonderlösungen. Sie wissen, dass wir ganz in ihrem Sinn wirtschaftlich und präzise arbeiten. Präzision und Qualität sind unabdingbare Voraussetzungen in unserem Metier. Wenn sich diese dann auch noch mit Flexibilität und Schnelligkeit bei der Auftragsabwicklung vereinbaren lassen, ist das ein weiterer wertvoller Vorteil für unsere Kunden.“ Durch die Robotertechnologie ist Ottemeier noch flexibler geworden. Kürzere Rüstzeiten, unterbrechungsfreies Arbeiten, aber auch das Einschieben von Aufträgen sind mittels Jobmanagement (zentrale Steuerung aller Maschinen durch einen Leitrechner) jederzeit möglich, heißt es. Durch das externe Rüsten und die Nachtlaufzeiten lassen sich die Kapazitäten rund um die Uhr und ohne Maschinenstillstand nutzen.

Der Mensch behält die Oberhand

Ottemeier war es nach eigenen Angaben wichtig, dass trotz aller Automatisierung der Mensch im Produktionsprozess die Oberhand behält. Das System ist speziell auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Kunden entwickelt worden. Aus diesem Anspruch heraus ist eine Roboterautomation entstanden, bei der das Team von Ottemeier jederzeit entscheiden kann, wie die weitere Vorgehensweise der Arbeitsabläufe ist. Nicht die Maschine gibt vor, was zu tun ist, sondern der Mensch. Für die Umsetzung der individuellen Vorstellungen hat das Unternehmen mit der Indunorm Bewegungstechnik GmbH einen Partner gefunden, der alle Vorgaben zu 100 % erfüllt hat, wie es heißt.

Die Techniker von Indunorm haben gemeinsam mit Ottemeier Neuland betreten. Die Anforderungen an den Linearachsroboter Indumatik 150 und die Leitsoftware Indu-Cell waren enorm hoch, weil gleich drei Drahterodiermaschinen, eine Messmaschine, ein Voreinstellplatz, Regalplätze und eine Trockenstation verbunden werden mussten. Bei der mechanischen und elektrischen Umsetzung wurde darauf geachtet, dass alle angebundenen Maschinen jederzeit auch für eine manuelle Beladung zugänglich sind. Es wird zwischen Tag- und Nachtbetrieb unterschieden, um einen kontinuierlichen Betrieb auch in den Stunden zu gewährleisten, in denen kein Mitarbeiter verfügbar ist, wie es heißt. Dabei transportiert der Roboter Indumatik 150 die Werkstückträger je nach Anzahl der Arbeitsgänge bis zu sieben Mal durch die Automation; alles gesteuert und dokumentiert durch die Leitsoftware Indu-Cell.

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