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Laserbearbeitung Per Laser mal so richtig vom Leder ziehen

| Autor/ Redakteur: Athanassios Kaliudis / Peter Königsreuther

Erfahren Sie, was für Autodesigner dabei herauskommt, wenn ein Sondermaschinenbauer wie Müko einen UV-Laser von Trumpf für die Bearbeitung von organischen Materialien in eine Maschinenidee integriert.

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Mit der Permacut hat der Sondermaschinenbauer Müko eine Standardmaschine im Produktportfolio, die zur Oberflächenveredelung organischer Materialien, wie Leder, dient. Integrietes Trumpf-Laser-Know-how macht's möglich. Hier hat der Laser mit einer Genauigkeit von unter 0,05 mm an den Segmentgrenzen eine Kopfstütze markiert. Weder sichtbare Versätze noch eine beschädigte Lederoberfläche sind dabei zu befürchten.
Mit der Permacut hat der Sondermaschinenbauer Müko eine Standardmaschine im Produktportfolio, die zur Oberflächenveredelung organischer Materialien, wie Leder, dient. Integrietes Trumpf-Laser-Know-how macht's möglich. Hier hat der Laser mit einer Genauigkeit von unter 0,05 mm an den Segmentgrenzen eine Kopfstütze markiert. Weder sichtbare Versätze noch eine beschädigte Lederoberfläche sind dabei zu befürchten.
(Bild: Kuhnle&Knoedler)

Der Lack des Sportwagens glänzt im Licht der Straßenbeleuchtung, er unterstreicht die Eleganz der stromlinienförmigen Karosserie. Sanftes Licht erhellt den Innenraum, das Leder der Sportsitze leuchtet in dezentem Muster. Tausende nur rund 0,05 mm große, mit hellen LEDs hinterlegte Perforierungen im Leder geben dem Autositz seinen einzigartigen Look. Möglich macht diese Designidee ein UV-Laser. In der vom Sondermaschinenbauer Müko entwickelten Standalone-Anlage Permacut ist ein solcher Laser integriert, mit dem sich organische Materialien wie Leder, aber auch Papier, Glas oder Holz markieren, perforieren und schneiden lassen. Das eröffnet Designern – und natürlich nicht nur aus der Automobilindustrie – ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Impulse von Kunden sollte man weiterdenken

Das Kerngeschäft von Müko ist also der Sondermaschinenbau. Seit über 20 Jahren bietet das Unternehmen ein Rundumpaket aus Projektierung, Konstruktion, Programmierung und Montage dafür an. Sogar die Fertigung von Teilen übernehmen die rund 150 Mitarbeiter am Stammsitz in Süddeutschland. Weitere Produktionsstandorte sind in China und den USA angesiedelt. Peter Tauer, Abteilungsleiter Projekte/Vertrieb erklärt: „Was uns auszeichnet, ist unsere Neugier. Ideen von Kunden inspirieren uns dabei oft, diese weiterzudenken und eigene Produkte zu entwickeln.“ So sei es auch bei der Permactu gewesen. Mit dieser Maschine verlässt der Sondermaschinenbauer allerdings sein gewohntes Terrain und bietet erstmals eine Standardmaschine an.

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Zwei Expertisen verschmelzen zu einem System

Der einstige Ausgangspunkt war eine von einem Automobilhersteller gewünschte Sonderlösung zum Markieren von Autositzen. Der Automobilhersteller hatte mit dem Laserspezialisten Trumpf zusammen bereits einige Versuche gefahren und wünschte sich nun von Müko die Integration des getesteten Lasers in ein Maschinenkonzept. Tauer merkt an: „Wir arbeiten schon lange mit Trumpf zusammen und integrieren die Ditzinger Lasersysteme in unsere Anlagen. Das hauptsächlich zwar zum Schweißen, aber auch zum Markieren.“ Neu aber war in diesem Fall für Müko die Bearbeitung organischer Materialien wie eben Leder. Gemeinsam mit den Laserexperten habe man nun nach einer passenden Laserlösung gesucht, die für diese Anwendung der Trumark 6350 geworden ist, ein UV-Laser.

Denn das Laserlicht mit ultravioletter Wellenlänge wird vom zu bearbeitenden Material sehr gut absorbiert. Damit lassen sich auch bei hoher Markiergeschwindigkeit kontrastreiche Markierungen in hoher Qualität auf die Oberfläche applizieren. Bei der Bearbeitung des Leders mit UV-Lasern wird außerdem von einem überwiegend photochemischem Verfahren und weniger von einem thermischen Bearbeitungsprozess gesprochen. Das bedeutet, dass die Bindungen zwischen den Werkstoffmolekülen durch die eingebrachte Energie des Lichts und weniger durch die Erwärmung des Materials aufgebrochen werden.

Bei der Arbeit an der maschinentechnischen Antwort auf des Automobilherstellers Frage wurde den Experten von Müko und Trumpf schnell klar: und zwar, dass in der Grundidee der Sondermaschine noch viel mehr stecken könnte. Mit einigen Anpassungen, zusätzlichen Bearbeitungsmöglichkeiten und vor allem mit dem passenden Laser könnte das dabei herausgekommene Anlagenkonzept bald nicht nur für den Nischenmarkt Autositze interessant sein, sondern auch für andere Märkte. Die Idee zur eigenen flexiblen Standardmaschine wurde so geboren.

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