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Prüfgerät erkennt Schleifbrand automatisch und eindeutig

| Autor/ Redakteur: Martin Seidel / Reinhold Schäfer

Um objektiv und eindeutig Schleifbrand automatisiert erkennen zu können, hat ein Crimmitschauer Unternehmen einen entsprechenden Prüfautomaten entwickelt. Das Gerät arbeitet mit dem Wirbelstromverfahren und ist für viele unterschiedliche Teile geeignet. Das Verfahren ist auch für Kleinserien rentabel.

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Bild 1: Dieser Universalprüfautomat ist für ein großes Spektrum an Teilen geeignet, die zuverlässig und ohne großen Zeitaufwand mit dem Wirbelstromverfahren untersucht werden können.
Bild 1: Dieser Universalprüfautomat ist für ein großes Spektrum an Teilen geeignet, die zuverlässig und ohne großen Zeitaufwand mit dem Wirbelstromverfahren untersucht werden können.
(Bild: IMQ)

Bleibt ein Schleifbrand unerkannt und wird das Bauteil oder gar die gesamte Charge weiter verwendet, kann sich der entstandene Schaden unter Umständen auf Hunderttausende Euro belaufen. Um Bauteile auf diese Oberflächenfehler zu prüfen, wird in der Produktion von Metallteilen meist das Nitalätzverfahren eingesetzt. Allerdings ist diese Methode nicht automatisierbar und stark vom subjektiven Urteil des Prüfers abhängig.

Prüfautomat erkennt Schleifbrand auch bei Kleinserien rentabel

Aus diesem Grund hat die IMQ GmbH den Universalprüfautomaten Quasor E entwickelt (Bild 1). Er ist für ein großes Spektrum an Teilen geeignet, die zuverlässig und ohne großen Zeitaufwand mit dem Wirbelstromverfahren (Bild 2 – siehe Bildergalerie) untersucht werden können. Damit ist das Verfahren auch für Kleinserien rentabel.

Bildergalerie

Die Nitalätzung ist das älteste Verfahren zur Schleifbrandprüfung und wird noch immer häufig verwendet. Beim Ätzen kommt es an Stellen, an denen der Wärmeeintrag beim Schleifen zu hoch war, zu optisch sichtbaren Veränderungen. Deren Bewertung kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen – je nach Aufmerksamkeit und Erfahrung des Prüfers. Die SLF Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH, ein Produzent von Wälzlagern und Spindeleinheiten, hat deshalb das Unternehmen IMQ mit der Entwicklung eines geeigneten Prüfgeräts beauftragt.

Eine wesentliche Anforderung der SLF war, dass das Gerät ohne subjektive Prüfereinflüsse reproduzierbar und automatisierbar Schleifbrand erkennen sollte. Außerdem sollte es für kleinere Stückzahlen sowie für häufig wechselnde Teiletypen und -größen geeignet sein. Das magnetoelastische Verfahren nach Barkhausen eignet sich zwar, um Schleifbrand zerstörungsfrei zu detektieren, Risse oder andere Defekte an der Oberfläche lassen sich jedoch nicht nachweisen. Aus diesem Grund entschied man sich bei IMQ dafür, im Quasor E ein Wirbelstrom-Prüfgerät sowie die zugehörigen Prüfsonden (Bild 3) zu verwenden.

Effiziente und flexible Anpassung an die Prüfaufgabe

Weil das Grundsystem des Quasor E ein CNC-Automat ist, in den verschiedene Prüfgeräte eingesetzt werden können, lässt sich der Apparat kostengünstig und flexibel anpassen. In Fällen, in denen das Wirbelstromverfahren nicht geeignet ist – etwa weil sich der Schaden im Inneren des Bauteils befindet –, kann beispielsweise ein Ultraschall- an Stelle des Wirbelstrom-Prüfgerätes eingesetzt werden. Untersucht werden können sowohl ebene als auch rotationssymmetrische Teile mit einem Durchmesser von 20 bis 400 mm, die Höhe darf bis zu 200 mm betragen.

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