Raumlüftung neu gedacht Schuldig! Virus & Co droht jetzt der „elektrische Stuhl“!

Redakteur: Peter Königsreuther

In Büros und anderen geschlossenen Räumen konzentrieren sich Krankheitskeime besonders gut. Eine neue Filtertechnik entfernt die Keime nicht nur, sondern macht ihnen elektrolytisch den Garaus.

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In geschlossenen Räumen steckt man sich mit Viren besonders schnell an. Fraunhofer-Forscher zeigen aber jetzt, wie man Keime mit einem neuartigen Lüftungssystem kalt verbrennen kann...
In geschlossenen Räumen steckt man sich mit Viren besonders schnell an. Fraunhofer-Forscher zeigen aber jetzt, wie man Keime mit einem neuartigen Lüftungssystem kalt verbrennen kann...
(Bild: Fraunhofer-IKTS)

Im Winter verlagert sich das Leben in gemütlich geheizte Innenräume, wie jeder weiß, der nicht gerade in den Tropen sein zu Hause hat. Damit steigt aber die Ansteckungsgefahr – nicht nur mit dem Corona-Virus. Ein Raumlüfter, der die Keime nicht nur weg sammelt, sondern gleich abtötet, könnte dagegen helfen. Und einen solchen entwickeln derzeit zwei Fraunhofer-Institute: das für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden und das Schwesterinstitut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover. Das geschieht im Rahmen des Projekts Coclean-up. Wenn das Gerät mit den Gesundheitsgefährdern fertig sei, bleibe außer unschädlichem CO2 nichts übrig!

Die bekannte UV-Lichtalternative hat ihre Mängel

Zwar seien Filter, die die Raumluft reinigten nichts Neues – allerdings würden die Viren bei den bisherigen Exemplaren nur ausgefiltert und zurückgehalten. Versäumt man den Filterwechsel, geben die Forscher zu bedenken, kann es zu einem regelrechten Ausbruch der submikroben Fast-Lebewesen kommen, der einer geballten Viren-Stampede gleich kommt. Sogar der Filterwechsel an sich ist zu diskutieren: denn wie lassen sich benutzte Filter mit ihrer Virenfracht absolut sicher austauschen und entsorgen? Eine Alternative könnten UV-Filter sein, die die Viren zwar größtenteils zerstörten, aber dabei andere gesundheitsschädliche Substanzen frei setzten. Folglich ist UV-Licht auch nicht wirklich optimal.

Nur Wasserstoff und CO2, bleiben von der Keimerei...

Die zweite Alternative stellt der Raumlüfter der beiden Fraunhofer-Institute dar, der sich nicht wesentlich von bestehenden Modellen unterscheidet, wie es weiter heißt. Die Funktion aber, die sich hinter dem Gehäuse abspielt, ist aber vollständig neu, betonen die Forscher. „Unser Raumlüfter zerstört Viren und anderes organisches Material vollständig – übrig bleiben nur kleine Mengen CO2 und Wasserstoff“, verspricht Hans-Jürgen Friedrich, Gruppenleiter am Fraunhofer IKTS. Das heißt, dem Corona-Virus und anderen Keimen wird ein kurzer Prozess gemacht.

Und wo bei üblichen Anlagen nur ein Filter steckt, werden die Viren in der neuen Anlage kalt verbrannt. Dazu wird die Raumluft in eine Salzlösung eingeleitet, in der die Viren und andere organische Bestandteile hängen bleiben. Die gereinigte Luft wird wieder in den Raum entlassen. Das ist aber noch nicht alles, sagt Friedrich, denn: „In der Salzlösung befinden sich zwei Elektroden, zwischen denen elektrische Spannung anliegt. An einer davon werden die organischen Substanzen, aus denen die Viren bestehen, vollständig zu CO2 oxidiert – also kalt verbrannt. An der anderen entstehen geringe Mengen Wasserstoff.“ Bei einer üblichen Raumgröße und etlichen Personen im Raum kämen über mehrere Stunden nur einige Hundert Milliliter CO2 und Wasserstoff zusammen, die sich auf die gesamte Raumluft verteilten. Zum Vergleich: Die Luft, die ein Mensch jedes Mal ausatmet, enthält etwa 40 ml CO2 in einem einzigen Liter.

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