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Verbindungstechnik für Composites

Selbstfurchende Buchse fügt faserverstärkte Komponenten

| Redakteur: Peter Königsreuther

Wer auf den Gedanken kommt Schrauben in CFK oder GFK-Bauteile zu drehen, nimmt die Delamination des Gefüges in Kauf. Bei einer speziellen Gewindebuchsen-Neuentwicklung gibt es aber keine Probleme.

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Selbstfurchend und mit Spreizfunktion, sei die Buchse Mebux von IMS Verbindungstechnik die ideale Alternative zur Schraube, um Compositteile delaminationsfrei und sicher zu fügen.
Selbstfurchend und mit Spreizfunktion, sei die Buchse Mebux von IMS Verbindungstechnik die ideale Alternative zur Schraube, um Compositteile delaminationsfrei und sicher zu fügen.
(Bild: IMS Verbindungstechnik)

Weil die Buchse namens Mebux von IMS Verbindungstechnik selbstfurchende Eigenschaften hat, entfällt der Arbeitsgang des Gewindeschneidens komplett und man spart Montagezeit, heißt es dazu. Weil sich die Buchse beim Eindrehen einer Schraube auch noch spreizt, ist das Ausdrehen der Buchse sicher verhindert. Außerdem könne man sie als Verbindungselement auch noch nachträglich in ein Bauteil einbringen.

Auch nachträglich ins Compositteil integrierbar

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg präsentiert diese Innovation deshalb mit ihrem Thinking im Juli 2019. Mit diesem Label gibt die Leichtbau BW GmbH monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform.

Die Buchse Mebux Light Weight hat die IMS Verbindungstechnik aus Neuenstein speziell für den Einsatz in Compositen entwickelt. „Zur Montage muss man nur ein Loch vorbohren und kann dann die Buchse mit einem Eindrehwerkzeug direkt in das Werkstück eindrehen“, erklärt Pascal Fischer, Produktmanager bei IMS. Das spart natürlich Zeit und Aufwand, weil so auch das Schneiden eines Gewindes obsolet ist. Die Buchse lasse sich auch ohne Spezialwerkzeug prozesssicher maschinell verarbeiten. Und die spezielle Form sorge außerdem dafür, dass sich die Mebux LW im Werkstück beim Eindrehen einer Schraube verspreizt, so Fischer. „Man profitiere von einem sehr hohes Rückdrehmoment, welches verhindert, dass sich die Buchse beim Ausdrehen der Schraube aus dem Bauteil löst“, ergänzt der Produktionsleiter Sascha Haberhauer. Durch die Verspreizung muss nicht geklebt werden und die Buchse hält auch Dauerbelastung durch häufiges Ein- und Ausdrehen aus, betont Haberhauer. Außerdem sorge der vorhandene Bund für eine sichere Positionierung. Video

Keine Delamination an faserverstärkten Bauteilen

Die Mebux LW ist komplett im Bauteil versenkbar und schließt bündig mit der Oberfläche ab, wodurch eine abstansdfreie Montage möglich ist, so die Experten von IMS Verbindungstechnik. Und besonders bei Verbundwerkstoffen ist die sogenannte Delamination gefürchtet. „Darunter versteht man eine Beschädigung eines Bauteils aus Verbundwerkstoffen, wenn sich etwa beim Eindrehen einer Schraube einzelne Schichten des Verbundwerkstoffs ablösen oder Fasern aus dem Verbund herausgerissen werden, erklärt Haberhauer. Die spezielle Geometrie der Mebux LW vermeide das Problem aber sicher.

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