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Werkzeugkonstruktion Spezialbeschichtung sorgt für reibungsloses Spritzgießen

| Redakteur: Peter Königsreuther

Konstrukteure und Hersteller von Spritzgusswerkzeugen können jetzt auf eine spezielle Chromnitrid-Beschichtung zurückgreifen, die das Anhaften von weichen Kunststoffen sowie unerwünschte Fließlinien zu vermeiden hilft. Sie kann innerhalb kurzer Zeit auch noch nachträglich appliziert werden.

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Bild 2: Die Jalousie des Ablagefaches für den Opel Zafira Tourer kombiniert eine Weich- und eine Hartkomponente aus unterschiedlichen Kunststoffarten.
Bild 2: Die Jalousie des Ablagefaches für den Opel Zafira Tourer kombiniert eine Weich- und eine Hartkomponente aus unterschiedlichen Kunststoffarten.
(Bild: Oerlikon Balzers)

Mithilfe des Beschichtungspartners Oerlikon Balzers, meldet der Automobilzulieferer Euwe Eugen Wexler, sei es ihm gelungen, das hartnäckige Anhaften von Kunststoff am Spritzgusswerkzeug sowie unerwünschte Fließlinien auf einem Bauteil zu beseitigen. Quasi übers Wochenende, so die Euwe-Experten, wurde mit der Beschichtung eine nahezu störungsfreie Produktion erreicht und außerdem der Wartungsaufwand minimiert. Der Grund für diese vergleichsweise rasche Verbesserung der Lage liegt in einer besonderen Chromnitrid-Beschichtung namens Balinit D von Oerlikon Balzers, wie es weiter heißt.

Gefahr von Fingernageleffekt und Belagbildung minimiert

Speziell für die Oberflächen von Kunststoffteilen im Fahrzeuginneren gilt das universale Credo der Autobauer, 100-%-Qualität zu erhalten. Insbesondere die inzwischen sehr begehrten matten Oberflächen im Automobil-Cockpit sind jedoch anfällig für Kratzer, Glanz- und Druckstellen, die als sogenannte „Fingernageleffekte“ bezeichnet werden. Weitere Qualitätseinbußen enstehen durch Fließlinien, die im Spritzprozess begründet sind sowie durch Belagbildung an der Kavitätsoberfläche des Spritzgießwerkzeugs. Sie verursachen ebenso unerwünschte Markierungen auf mattierten Oberflächen von Spritzgussteilen.

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Aus solchen Gründen werden bei marktführenden Herstellern von Automobil-Kunststoffprodukten wie Euwe Eugen Wexler keinerlei Fehler auf der Oberfläche von Spritzgießwerkzeugen toleriert, denn das kostet Zeit und Geld. Selbst nur wenige Mikrometer messende Störstellen würden sich auf den Bauteilen sichtbar abbilden, heißt es. Euwe habe aber den Anspruch auf eine Nullfehlerqualität und daher dürfe der Ausschuss einen Wert von 1 % nicht überschreiten, erklärt Werner Kohlmann, Werkzeugbeauftragter bei Euwe.

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