Elastomerforschung Spezielle Elastomersysteme „erfinden“ Rad und Rolle neu

Redakteur: Peter Königsreuther

Elastomere Lanxess-Materialsysteme mit sehr guten dynamischen Eigenschaften, die kaum Verschleißen, sollen jetzt als Radbeläge und Rollen verbessern.

Mit neuen duroplastische Elastomerpräpolymer-Systemen nebst passenden Härtern will Lanxess den Wunsch nach belastbareren Kunststoffen für Rollen und Räder erfüllen helfen.
Mit neuen duroplastische Elastomerpräpolymer-Systemen nebst passenden Härtern will Lanxess den Wunsch nach belastbareren Kunststoffen für Rollen und Räder erfüllen helfen.
(Bild: Lanxess)

Weltweit wachse die Nachfrage nach hoch belastbaren Elastomeren für Radbeläge (Bild) und Rollen – etwa für Stapler und Führungssysteme von Hochhaus- und Industrieaufzügen.

Lanxess reagiert nun mit maßgeschneiderten duroplastischen Elastomerpräpolymer-Systemen und zugehörigen Härtern darauf, heißt es. Das Gute daran sei, dass man die späteren Rolleigenschaften mithilfe einer speziellen Lanxess-Expertise rechnerisch genau vorhersagen könne.

Transport- und Fahrsysteme arbeiten damit effizienter

Adiprene PP1095H ist ein Präpolymer auf Polyesterbasis, das mit p-Phenylendiisocyanat (pPDI) terminiert ist, wie es dazu heißt. Der Härter Vibracure 250 macht daraus Elastomere mit einer Härte von 95 Shore A, die in einem weiten Temperaturbereich einsatzfähig bleiben. Weil die so aufgebauten Materialien bei dynamischer Belastung weniger Wärme entwickelten, könnten bewegte Systeme damit effizienter und schneller betrieben werden – also wirtschaftlicher! Denn der Verlustfaktor tan δ, der die Energieumwandlung in Wärme bei einer schwingenden Belastung beschreibt, ist niedriger als bei Standardwerkstoffen, sagt Lanxess.

Ein genauer Blick auf die Produkteigenschaften im Vorfeld

In das, wie es heißt, für sehr praxisnahe Prognosen sorgende, mathematische Lanxess-Modell zur Vorhersage der Leistungsfähigkeit der Endprodukte gehen die Elastomereigenschaften, die Geometrie der Räder und Rollen und die Einsatzbedingungen ein. Zunächst werden für das ausgewählte Elastomersystem in einer dynamisch-mechanischen Analyse die Dämpfungseigenschaften (tan δ) bestimmt. Dann werden die Vorgaben des Anwenders berücksichtigt – wie zum Beispiel die Radgeometrie, Belastungszyklen und die Einsatztemperatur, erklärt Lanxess. Als nächstes berechnet das Tool, bei welchen Lasten und Laufgeschwindigkeiten das Material gemäß seiner Hysterese-Eigenschaften versagt und wie sich sein weiteres Ermüdungs- und Bruchverhalten ausprägt.

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