Laserunterstütztes Gesenkbiegen Spröde Werkstoffe beugen sich dem Laserstrahl

Redakteur: Dietmar Kuhn

Spröde Werkstoffe wie hochfeste Stähle, Aluminium, Titan oder Magnesium galten bisher als unbiegbar. Das wird sich ab jetzt ändern, denn die Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG hat gemeinsam mit der TU Wien ein neues Verfahren entwickelt. Mit dem sogenannten laserunterstützten Gesenkbiegen lassen sich die genannten Materialien biegen.

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Mit dem laserunterstützten Gesenkbiegen (LUGB) lassen sich jetzt auch spröde Materialien wie etwa Magnesium sicher und sauber biegen; Kantenbrüche gibt es dann nicht mehr. Bild: Kuhn
Mit dem laserunterstützten Gesenkbiegen (LUGB) lassen sich jetzt auch spröde Materialien wie etwa Magnesium sicher und sauber biegen; Kantenbrüche gibt es dann nicht mehr. Bild: Kuhn
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Bediener an der Tru-Bend 7018 nimmt ein bereits zugeschnittenes Blechteil aus Magnesium in die Hand und beginnt mit einem herkömmlichen Werkzeug die Kantungen zu biegen. So richtig funktionierts aber nicht. Denn die Schenkel brechen genau an der Kantlinie ab. Was ist passiert? Mit der Kaltumformung ist dem Magnesium wie auch anderen spröden Materialien nicht beizukommen – es ist immer ein Ergebnis, das auf Biegen und Brechen hinausläuft.

An einer zweiten Abkantpresse unternimmt der Bediener einen weiteren Versuch, das Magnesiumblech zu biegen. Diesmal ist das Ergebnis einwandfrei, das Werkstück ist stabil und die Kanten zeigen ein hervorragendes Ergebnis. Grund dafür ist das auf dieser zweiten Abkantpresse nachgerüstete Verfahren zum laserunterstützten Gesenkbiegen, das bei Trumpf momentan noch in der Erprobungsphase ist, aber schon im Herbst 2009 erste Anwendungen möglich macht.

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Laserunterstütztes Gesenkbiegen – ein Meilenstein in der Biegetechnik

„Mit dieser Innovation beschritten wir ganz neue Wege“, sagt Dipl.-Ing. Friedrich Kilian, Geschäftsführer der Trumpf GmbH + Co. KG sowie Geschäftsführer Forschung und Entwicklung Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. Der neue Weg wurde gemeinsam mit dem Institut für Fertigungs- und Hochleistungslasertechnik an der TU Wien gegangen. Partner war und ist Prof. Dieter Schuöker, Leiter des Instituts. Ziel war es, ein Verfahren zu entwickeln, das es ermöglichen sollte, bisher als unbiegbar geltende Materialien genauso einfach zu biegen wie Stahlwerkstoffe. Dafür sollte auch eine standardmäßige Tru-Bend-Abkantpresse als Basis dienen.

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