Online-Plattform

Stahl wird digital – Stahlprodukte im Web shoppen

| Autor / Redakteur: Heike Hüsch / Frauke Finus

Leistungen rund um die Stahlbe- und -verarbeitung anbieten oder Suchen. Unter dem Menüpunkt „Adressen“ listet das Portal die entsprechenden Unternehmen.
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Leistungen rund um die Stahlbe- und -verarbeitung anbieten oder Suchen. Unter dem Menüpunkt „Adressen“ listet das Portal die entsprechenden Unternehmen. (Bild: Netzwerk Stahl)

Autos und Bücher werden schon lange im Internet geshoppt. Jetzt bringt eine neutrale Online-Handelsplattform auch die Stahl-Anbieter und Verbraucher im World Wide Web zusammen. Interessenten können auf dem Portal Preisanfragen zu Stahlprodukten platzieren, auf die Händler bundesweit mit Angeboten antworten können.

Mit der Internetpräsenz netzwerk-stahl.de beginnt dieses Jahr eine neue Ära in Sachen Stahlhandel. Die neutrale Online-Handeslplattform ist ein neuer Treffpunkt für den deutschen Stahlhandel und dessen Kunden.

Stahlverbraucher können auf dem Portal Preisanfragen zu praktisch allen Arten von Stahlprodukten platzieren, auf die Händler bundesweit mit Angeboten antworten können. Voreingestellte Produktkategorien, Geometrien und Abmessungen erleichtern die Eingabe und das Suchen von Online-Angeboten. Für Stahlverbraucher ist die Nutzung der Basis-Funktion kostenlos. Der Handel hingegen kann kostenpflichtig Gebiete buchen, aus denen er Anfragen bekommen möchte und sich damit aus dem Stand heraus neue Regionen in Deutschland erschließen. Das dahinterstehende Gebührenmodell ist exakt auf das Nutzungsverhalten und den Anspruch des jeweiligen Händlers zugeschnitten. Er muss nur das zahlen, was er auch gebucht hat.

Von der Idee zum Projekt

Mit netzwerk-stahl.de hält nun auch in die traditionell geprägte Stahlbranche eine Idee Einzug, die in anderen Bereichen längst ihren Siegeszug angetreten hat. „Unser Portal ist so etwas wie mobile.de, nur eben für den Stahlhandel und dessen Kunden“, erläutert Ralf Niemeier, der Initiator und Kopf hinter der Internetpräsenz die Grundidee. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Montanstahl GmbH in Oelde, seit 1985 in der Branche tätig und kennt sie genau. Viel zu häufig werden nach seinem Geschmack die Geschäfte immer noch wie in den 80er- und 90er-Jahren per Fax abgewickelt. „Wenn ich Recht habe, dann ist unsere Plattform noch nicht mal eine Weisheit, sondern eine längst überfällige, ja geradezu naheliegende Idee“, ist sich Niemeier sicher. Befragungen zu Beginn des Projekts hätten gezeigt, dass der Handel durchaus auf der Suche nach neuen Ideen für das stagnierende Geschäft sei.

Internet versus Fax-Kultur

Als digitale Handelsplattform bietet netzwerk-stahl.de Funktionalitäten, die jeder herkömmlichen Such- und Angebotsabfrage per Fax oder selbst E-Mail haushoch überlegen sind. Leicht verständliche Eingabemasken mit systematisch operierenden und logischen Abfragefolgen greifen auf komplexe Datenbanken zu. Der Verbraucher kann bereits nach kurzer Zeit präzise und fehlerfreie Anfragen im Portal einstellen und allen Händlern sichtbar machen, die Interesse an der Lieferung exakt dieser Produkte in exakt diesem Gebiet haben. Der sogenannte Konfigurator ist übersichtlich gestaltet: Alle Eingaben erfolgen auf einer Seite. Der Stahlverbraucher definiert dabei schrittweise alle logisch eingrenzenden Kriterien wie Produktgattung, Produkt, Geometrie, Größe, Güte, Zuschnitt, Länge und Stückzahl. Zu den Grundangaben zählen auch wichtige Informationen wie abweichende Lieferadressen, Projektstatus (Voranfrage oder fixer Termin), Konditionen des Transports und sogar Zahlungsbedingungen.

Bei der Produktsuche ist es bereits heute möglich, erläuternde Zeichnungen hochzuladen, um Produkte individuell zu spezifizieren. „Ab der Version 2.0 wird es voraussichtlich ein Modul für das Hochladen ganzer Materialtabellen oder Auszüge direkt aus Excel oder CAD-Programmen geben. Der Suchende erhält dann Angebote in einem elektronisch auswertbarem Format“, äußert sich Niemeier über die weitere Entwicklung von netzwerk-stahl.de.

Ergänzendes zum Thema
 
ebay.de – mobile.de – netzwerk-stahl.de

Win-Win-Situation für beide

Stahlverbraucher können die Plattform vollkommen kostenfrei nutzen; allein zusätzlich buchbare Komfortmodule sind kostenpflichtig. Rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, können Verbraucher Anfragen auf die bereits genannte Art und Weise einstellen und an entsprechende Händler senden. Deren Angebote werden entweder automatisiert oder durch einen autorisierten Sachbearbeiter erstellt und dem Suchenden nach Preisen sortiert aufgelistet, so dass volle Vergleichbarkeit und Preistransparenz besteht.

Für den Handel, für den netzwerk-stahl.de primär entwickelt wurde, sind die vielfältigen Möglichkeiten zwar nicht kostenlos, dafür aber mit zahlreichen interessanten Vorteilen verbunden. Jeder Händler kann auf einer großen Deutschlandkarte für jede Produktgruppe dreistellige Postleitzahlgebiete, sogenannte Produktgebiete, aktivieren. Für diese Gebiete wurde anhand vieler Kriterien, beispielsweise der Zahl der Stahlverbraucher eine Wertigkeit ermittelt, durch die sich der Preis definiert. Mit jedem aktivierten Gebiet addiert man einen Betrag zur Gesamtsumme, die dann die monatliche Gebühr bestimmt. Die Gebiete müssen dabei weder zusammenhängend noch für die Produktgruppen identisch sein. Weitere Filter ermöglichen die genauere Spezifikation und Kosteneinschränkung. Die Händler können damit Gebiete erschließen, in denen sie bislang nicht aktiv waren. Entweder für all ihre Produkte oder auch nur für ausgewählte Spezifikationen. Jeder Händler erhält (sofern er nicht vom Verbraucher ausgeschlossen wurde) grundsätzlich alle Anfragen, die zu seinen Angeboten passen. Diese Angebote können sogar von verschiedenen Sachbearbeitern eines Unternehmens erstellt und komplettiert werden – von einem oder mehreren Standorten aus. Auch in diesem Bereich sind weitere Module für die Analyse, die Kalkulation und die Automatisierung in einer Version 2.0 geplant.

Plattform für Käufer und Verkäufer

Die Seite bietet darüber hinaus Verbrauchen und Händlern nun die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Restmengen oder Ladenhüter in größerem Umfang bundesweit anzubieten. „Wir bringen passende Käufer und Verkäufer zusammen, schließen jedoch – im Gegensatz zu beispielsweise Ebay – keine Geschäfte über unsere Plattform ab, sondern verkürzen lediglich Wertschöpfungsketten.“, fasst Niemeier die Funktionsweise des Portals zusammen.

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