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Stichprobeninventur spart Zeit und reduziert das Fehlerrisiko

| Autor/ Redakteur: Christian E. Riethmüller / Claudia Otto

Bestandsaufnahmen sind lästig, zeitintensiv und teuer. Die Stichprobenmethode bietet Anwendern ein Kosteneinsparpotenzial von 95% im Vergleich zu permanenten oder Stichtagsinventuren. Wichtig dabei ist, dass das jeweilige ERP-System dieses Verfahren unterstützt.

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Statt einer Vollinventur sind seit vielen Jahren statistische Verfahren für die Jahresinventur zugelassen, die bei geringem Aufwand mindestens die gleichen Ergebnisse liefern. Bild: SXC/Mantiswong
Statt einer Vollinventur sind seit vielen Jahren statistische Verfahren für die Jahresinventur zugelassen, die bei geringem Aufwand mindestens die gleichen Ergebnisse liefern. Bild: SXC/Mantiswong
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenigstens einmal im Jahr muss der gesamte Lagerbestand komplett in einer Vollaufnahme gezählt sein – das glaubt so mancher Geschäftsführer. Der dabei mitschwingenden Groteske sind sich jedoch nur die allerwenigsten bewusst. Denn auch eine Stichtagsvollinventuraufnahme ermittelt in aller Regel keinen tatsächlichen Lagerbestand mit den „wahren“ Mengen und Werten.

Inventur verursacht hohe Kosten

Von den Kosten ganz zu schweigen: Pro Lagerposition müssen Unternehmen irgendwo zwischen drei und fünfzehn Euro je nach Lager und Teilearten sowie Inventur-vor- und -nachbereitungen für permanente und Stichtagsinventuren ausgeben, unabhängig davon, ob es um 2000 oder um 50000 Positionen geht. Dabei treibt der „ganz normale Inventur-Irrsinn“ bisweilen fast schon amüsante Stilblüten, von denen man natürlich nur hinter vorgehaltener Hand erfährt.

So ist es in so manchen Baumärkten üblich, über Nacht, etwa zehn Stunden, mit bis zu 150 Inventurhelfern zu zählen. Wenn morgens um 7 Uhr die Inventur dann aber nicht komplett mit Zähl- und Buchungsvorgang abgeschlossen ist, weil die Kunden bereits vor den Eingangstüren warten, muss dieser Einsatz ein weiteres Mal geplant und durchgeführt werden. Wirtschaftlichkeit sieht anders aus.

Stichprobeninventur bietet kostengünstige Inventur-Alternative

Dabei gibt es durchaus eine Alternative: die Stichprobeninventur. Die jedoch ist in Sachen Bekanntheit ziemlich unterrepräsentiert, was vor allen Dingen mit der Tatsache zu tun haben dürfte, dass man sich auf den Führungsebenen mit der Last der Inventur abgefunden hat und gar nicht nach möglichen Alternativen Ausschau hält.

Vielleicht sind die Geschäftsleitungen vielfach aber auch der Ansicht, der Gesetzgeber verbaue in diesem Punkt den Weg. Dem ist allerdings eindeutig nicht so: Die gesetzliche Grund-lage der Stichprobeninventur ergibt sich aus § 241 des Handelsgesetzbuches (HGB), dem Verfahrensvereinfachungsparagrafen. Darin heißt es, dass der Inventurdurchführende unter anderem auf mathematisch-statistische Verfahren zurückgreifen darf.

Wahlhochrechnung dient als Vorbild für statistische Verfahren

Auch die Durchführung der Stichprobeninventur ist kein Wunderwerk: Sie funktioniert ganz ähnlich wie eine Wahlhochrechnung. Man ermittelt eine Stichprobe so, dass sie die Wertestruktur des Lagers oder der Lager repräsentiert.

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