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IPC Tiefziehpresse überzeugt durch Schnelligkeit und Energieeffizienz

| Autor / Redakteur: John Steenfeldt-Jensen / Reinhold Schäfer

Ein dänischer Hersteller hat eine Tiefziehpresse entwickelt, die traditionelle Vorstellungen über eine Presse revolutioniert: Bei einer Presskraft von 1200 t wiegt die Presse gerade mal 26 t; ihre Gesamthöhe, einschließlich des Krans zum Werkzeughandling, beträgt 4 m. Der Presszyklus zur Herstellung einer Spüle beträgt dank einer schnellen Industrie-PC-Steuerung weniger als 15 s.

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(Bild: Kiemar)

Das Unternehmen Kiermar Technology A/S mit Sitz im dänischen Skanderborg hat mit seiner Advanced Deep Drawing Press (ADP) eine Tiefziehpresse auf den Markt gebracht, die sich durch das horizontale Verfahren der Oberwerkzeuge auszeichnet. Nur der eigentliche Pressvorgang vollzieht sich vertikal.

Tiefziehpresse spart bis zu 60 % Energie im Vergleich zu einer traditionellen Presse

Das Oberwerkzeug muss sich lediglich 5 mm frei von unten nach oben bewegen, ehe es in horizontaler Richtung aus der Presse fährt und das fertige Produkt mittels einer Ausstoßvorrichtung auf das Förderband gelegt wird. „Ein kompletter Presszyklus beträgt weniger als 15 s und ist damit um etwa 30 % schneller als bei anderen hydraulischen Tiefziehpressen“, erklärt Martin Hansen, Geschäftsführer von Kiermar Technology.

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„Der extrem kurze Verfahrweg des Oberwerkzeugs hat zur Folge, dass es im weiteren Verlauf zum Aufbau der Blechhalterkraft nur minimaler vertikaler Bewegungen bedarf. Daher benötigt die ADP hydraulische Pumpen mit einer Leistung von nur 118 kW im Vergleich zu den üblichen 300 kW. „Bei einer konventionellen Presse werden alle Bewegungen vertikal ausgeführt, das heißt, das Werkzeug muss zusätzlich entsprechend der Höhe des fertigen Produkts angehoben werden, damit dieses aus der Presse entnommen werden kann. Das Anheben des Werkzeugs erfordert einen erheblichen Kraftaufwand und eine entsprechend große Menge an Hydrauliköl. Die Kiermar-Tiefziehpresse kommt mit zwei hydraulischen Pumpen aus, einer großen für den eigentlichen Pressvorgang und einer kleinen zum Öffnen und Schließen des Presswerkzeugs. Druck und Durchflussmenge der hydraulischen Achsen werden während des Betriebes genau dosiert, um auf diese Weise Energie zu sparen“, erklärt Applikationsingenieur Hans Christian Pallesen von Beckhoff Dänemark.

Durchgängige Industrie-PC-Plattform für SPS und Motion Control

Für die Bewegungssteuerung und die Funktionen der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) ist lediglich ein Beckhoff-Industrie-PC C6920 im Einsatz. Er sorgt dafür, dass sowohl der Pressvorgang als auch die horizontalen Werkzeugbewegungen präzise und ruhig ablaufen. Die Presse ist mit drei elektrischen und drei hydraulischen Servoachsen ausgestattet. „Darin liegt die Herausforderung, weil elektrische und hydraulische Servoachsen sehr unterschiedlich gesteuert werden“, erläutert Hans Christian Pallesen und fährt fort: „Bei elektrischen Achsen lässt sich vorab, anhand von Rampen, Position und Geschwindigkeit, ein bestimmtes Betriebsprofil erstellen. Das ist bei hydraulisch gesteuerten Achsen nicht möglich, da sie während des Betriebes ihr Profil ändern. Darüber hinaus verhält sich die Hydraulik, je nach Ventiltyp, Öldurchlauf, Öltemperatur und so weiter, sehr unterschiedlich.“

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