Steigtechnik Tipps für sicheren Umgang mit Leitern und Steighilfen

Autor / Redakteur: Ferdinand Munk / Bernhard Kuttkat

In Deutschland ereignen sich durch Stürze von Leitern oder Steighilfen jährlich etwa 26 000 meldepflichtige und etwa 20 tödlich verlaufende Unfälle. Bei mehr als zwei Dritteln der Leiterunfälle ist eine unsachgemäße Benutzung der Grund.

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Für alle Arbeiten über dem Boden gilt: Es gibt für jede Anwendung die richtige Steighilfe, die Mitarbeitern ein sicheres Arbeiten ermöglicht. Bilder: Günzburger Steigtechnik
Für alle Arbeiten über dem Boden gilt: Es gibt für jede Anwendung die richtige Steighilfe, die Mitarbeitern ein sicheres Arbeiten ermöglicht. Bilder: Günzburger Steigtechnik
( Archiv: Vogel Business Media )

Tipps für den sicheren Aufstieg gibt die neue „Handlungsanweisung für den Umgang mit Leitern und Tritten“, BGI 694, die in der neuen Version 2008 vorliegt und erläuternde Hinweise zur Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) über die Benutzung von tragbaren Leitern und sonstigen Steighilfen gibt. Sie löst nach und nach die bisherige Unfallverhütungsvorschrift BGV D 36 ab.

Die Handlungsanleitung beinhaltet praktisch alle im gewerblichen Bereich vorkommenden Arten tragbarer Leitern sowie Tritte. Wichtig für den Umgang in der Praxis: In der BGI wurde auch Wert auf die Erläuterung von Leiterzubehör gelegt, das ja manchmal erst den Einsatz einer Leiterbauart ermöglicht. Die Handlungsleitung richtet sich an Unternehmer und Beschäftigte gleichermaßen. Schwerpunkte sind die Gefährdungsbeurteilung, die zur Auswahl der geeigneten Leiterbauart führt, sowie die bestimmungsgemäße Benutzung.

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Für alle Arbeiten über dem Boden gilt: Es gibt für jede Anwendung die richtige Steighilfe, die ein sicheres Arbeiten ermöglicht. Der erste Blick in die Handlungsanleitung ist schon die halbe Miete in puncto Sicherheit. In der BGI 694 ist sehr anschaulich dargestellt, welche Leiter für welche Tätigkeit in Frage kommt. Die Gefährdungsbeurteilung hängt stets von der Arbeitsaufgabe, der Arbeitsweise, zum Beispiel Körperhaltung, und den jeweiligen Umgebungsbedingungen ab. Dazu zählen die Bodenbeschaffenheit (glatt oder rau, eben oder schief) und etwaige Verkehrseinflüsse, beispielsweise Staplerbetrieb.

Geeignete Steigtechnik erhöht die Sicherheit

Egal, ob Produktionsbetrieb oder sonstiges Gewerbe: Bereits durch die Wahl der für die jeweilige Aufgabe geeigneten Steigtechnik erhöht sich die Sicherheit im Unternehmen. Neben dem Blick in die BGI 694 hilft dabei auch das Informationsmaterial der Steigtechnikhersteller. Zumindest alle namhaften deutschen Anbieter präsentieren ihr Standard- und Sonderprogramm in anschaulich bebilderten Katalogen. Der Steigtechnik-Ratgeber von Günzburger Steigtechnik beispielsweise informiert in der neuen Auflage 2009 auf insgesamt 128 Seiten über das aktuelle Programm, das über 1500 Serienprodukte beinhaltet.

„Zeit ist Geld“, das gilt für Produktionsbetriebe stärker als für alle anderen. Insofern ist die Unfallverhütung gleich doppelt wichtig, denn jeder Unfall führt zu Produktionsausfall und kostet damit richtig Geld. Um schnell, aber auch sicher arbeiten zu können, setzen immer mehr Industrieunternehmen auf ausgefeilte Steigtechnik wie motorisch verstellbare Arbeitsbühnen oder andere Steigtechnik-Sonderkonstruktionen (Bilder 1 und 2), die speziell an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Die erhöhen nicht nur die Arbeitssicherheit, sondern auch die Effizienz, weil je nach Aufgabengebiet mehrere Arbeiten von mehreren Personen gleichzeitig erledigt werden können.

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